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Jahresarchiv: 2007

Selbsttest

Ach, ich liebe das Web 2.0. Alles ist so fresh, clean, l33t und “2.0″. So auch Twitter – ein 2.0-Dienst, der es geschafft hat, meine Aufmerksamkeit zu erregen und mich in diesen Selbsttest zu treiben.
twitter.com LogoDas zugrundeliegende Prinzip ist (eben typisch Web 2.0) simpel, und doch irgendwie genial: Über Browser, IM oder SMS kann ich der Welt mitteilen, was ich gerade mache. Also so ein bisschen wie ein Mini-Blog. Aus meiner Zeit bei Facebook kam mir das gleich bekannt vor (übrigens gibt es ein Mashup, das die Facebook-Statusnachrichten per Twitter aktualisiert, aber das war eigentlich auch klar).
Vor allem, da ich eine ähnliche Funktion sowieso schon lange mal hier im Blog haben wollte, entschied ich mich zur Anmeldung bei Twitter. Ein Wordpress-Widget war auch schnell gefunden und so kann ich dieses Blog nun noch um eine Stufe mehr aktuell halten (siehe rechts im Menü).
Noch habe ich keine gefestigte Meinung dazu, aber die wird sich sicher mit der Zeit bilden. Natürlich werde ich über meine Gedanken zu Twitter dann wieder hier berichten. Währenddessen freue ich mich natürlich über Twitter-Followers aus den Kreisen meiner Leser :)

Ach und noch was: Frohe Weihnachten.

Der Start ins Netz

StartseiteMeine neue Startseite gibt mir Anlass, einmal verschiedene Möglichkeiten des Starts ins Internet zu beleuchten.
Bei den meisten Menschen dürfte wohl Google die Startseite darstellen. Entweder pur, als “Firefox Start” oder in Form von iGoogle. Letzteres (bis vor einigen Monaten noch als “Personalisierte Startseitebeta” bekannt) hatte ich immer eingestellt. Eine anpassbare Startseite mit kleinen “Gadgets”, größtenteils RSS-Feeds. Seit dieser Dienst iGoogle heißt (was übrigens nichts mit dem ganzen iZeug von Apple zu tun hat) bietet er auch grafische Anpassungen (“Hintergründe”). Diese haben mir aber alle nicht sonderlich gefallen, und so wartete ich nun ewig auf neue “Hintergründe”, bis es mir vor kurzem dann doch zu hässlich wurde und ich mich auf die Suche nach etwas neuem als Startseite machte.
Viele stellen ja auch ihre Homepage als Startseite ein – aber von der weiß ich, was drauf steht und die Kommentare bekomme ich als RSS-Feed. Die “Standardeinstellungen”, die man sonst noch so sieht (Apple Hot News, T-Online, Live Search) sind auch alle nicht das was ich mir wünsche und Yahoo mag ich auch nicht.
Interessant ist ja auch die Lösung des ÜberBrowsers Opera: Entweder gibt es gar keine Startseite und stattdessen werden immer die Seiten geöffnet, die man beim Schließen offen hatte, oder man bekommt die “Schnellwahl” zu Gesicht, die bisher im Browsermarkt einmalig ist. Neben einem Suchfeld werden hier bis zu 9 Miniaturansichten von Websites angezeigt.
Da ich aber, wie bekannt sein dürfte, aus Speedgründen Safari benutze (obwohl die Funktionen in Opera wirklich um einiges hochentwickelter sind als in Safari oder Firefox), musste eine andere Lösung her. Am besten wieder so etwas wie iGoogle – nur nicht so hässlich.
Meine Wahl fiel schließlich auf Netvibesbeta. Der waschechte 2.0-Dienst bietet die gleiche Funktionalität, ordentlich aufgepeppt mit größerer Anpassbarkeit und viel AJAX. Auch Mashups werden gerne gesehen, so verfügt Netvibes sogar über eine eigene API.
Ich nutze es hauptsächlich als RSS-Reader, aber natürlich sind auch Mini-Programme wie Wetterbericht, ToDo-Liste, Webcam und Webmailing möglich. Sogar ein Meebo-Mashup ist mit von der Partie.

Über die Startseiten meiner Leser freue ich mich in den Kommentaren. ;)

Conquering Time and Spaces

hintergrund.png
Es ist geschafft: Der Tiger wurde in Ruhestand geschickt und von nun an bewohnt ein brandneuer Leopard mein MacBook. Die Rede ist natürlich von OS X 10.5, dem neuen Mac-Betriebssystem.
Als “beeindruckendste neue Mac OS X Version aller Zeiten” beworben schickt es sich an, Windows Vista zu überflügeln und die Betriebssystemkrone fest im Hause Apple zu halten. Doch was ist wirklich hinter den “über 300 neuen Funktionen”? Lohnt sich der Umstieg?

Bereits der Updateprozess lässt jeden Windows-Nutzer verblassen. Die DVD wird eingelegt, das System neu gestartet und nach ca. einer Stunde begrüßt einen der Mac mit dem neuen System. Dabei sind die meisten Einstellungen gleich übernommen worden, ebenso die meisten installierten Programme. Man kann einfach weiterarbeiten. Was waren das für Zeiten, als man beim Windows-Update mit der Updatefunktion ein langsames instabiles System erhielt und den Computer besser ganz neu einrichtete? Nichts von alledem bei OS X – dank dem stabilen UNIX-Unterbau wird beim Update einfach der Systemkern ausgetauscht, der Benutzerordner und die Programme bleiben quasi unangetastet.

stacks.pngDas erste, was dem neuen Leopard-Nutzer auffällt, ist der neue Space-Look. Das Hintergrundbild vermittelt Star-Trek-Feeling. Das hübsche 3D-Dock sieht etwas aus wie eine Startrampe. Hier findet sich auch eine der größeren Neuerungen: Stacks. Sie ermöglichen es, auf der rechten Seite des Docks beim Papierkorb Ordner abzulegen, die dann “aufklappen” und direkten Zugriff auf die darin enthaltenen Dateien bieten. Leider sind jedoch auf der Programm-Seite des Docks links keine Stacks möglich, eine Gruppierung von Programmen ist also nicht möglich. Schade.
Weitere kosmetische Veränderungen betreffen die Menüleiste und die Fensterdarstellung: Der Apfel im Menü ist nun schwarz (was übrigens sehr gut zum schwarzen MacBook passt), die Menüleiste hat keine abgerundeten Ecken mehr (schade) und ist halbtransparent.
Die Fenster haben nun alle einen einheitlichen Look, “Brushed Metal” gehört der Vergangenheit an. Für UNO-Nutzer ist das nichts neues, dieses Tool wird aber mit Leopard unnötig.

finder.pngWirklich nützlich sind die Optimierungen des Finders. Hier – wie in allen Apple-Programmen – hält eine Seitenleiste Einzug, wie wir sie von iTunes kennen. Dies macht für mehr Platz als nur für die “Orte”, wie wir das aus Tiger kennen – so lassen sich hier intelligente Suchen definieren, außerdem werden Freigaben direkt angezeigt. Bin ich also in meinem WLAN zuhause, wird hier automatisch die Airport Extreme Base Station mit angeschlossener Festplatte angezeigt. Diese Seitenleiste findet sich auch in den Programmen bei den Öffnen- und Speichern-Dialogen sowie z.B. auch in Mail.
Dieses bietet in der neuen Version Vorlagen wie in iWeb und Keynote für HTML-Mails. Dies ist eine etwas beunruhigende Entwicklung, da HTML-Mails ja nun nicht zu den Technologien gehören, auf die das Web Stolz sein kann. Bei mir bleibt eine Reintextdarstellung erzwungen, Vorlagen hin oder her. Soll damit glücklich werden, wer möchte. Weitaus nützlicher ist der Ausbau von Mail zu einem vollständigen RSS-Reader sowie die noch engere Verknüpfung mit iCal mit Aufgaben und Notizen.

Weitere prominente Neuerungen sind die neue Vorschau, CoverFlow-Ansicht im Finder (wie aus iTunes und vom iPod bekannt) und neue Videoeffekte in iChat. Letzteres kommt aber immer noch nicht an den Funktionsumfang und das perfekte Design von Adium heran, und Videochats gehen über Skype immer noch besser. Außerdem sind noch immer nur .mac-, AIM/ICQ- und Jabber-Accounts möglich. MSN sollte mittlerweile auch zum Standard gehören (und zwar bitte mit Video-Unterstützung), ebenso nützlich wäre ICQ.
Nachlässig ist Apple bei der Unterstützung von Verschlüsselung. In Mail wird keine einfache PGP-Einrichtung angeboten, die eine breite Masse zum Verschlüsseln bewegen könnte, und iChat unterstützt noch immer kein OTR wie Adium. Wirklich peinlich ist, dass der neue Finder (der ansonsten wirklich gut gelungen ist) per FTP noch immer nur lesen, aber nicht schreiben kann. Dadurch werden Drittprogramme wie Cyberduck notwendig. Nachholbedarf!
Ebenso beim Browser Safari. Dieser wird in Version 3 mitgeliefert, die es mittlerweile auch für Tiger und sogar Windows gibt. Der Funktionsumfang ist jedoch sehr gering, und so bleibt die Browserkrone auf allen Betriebssystemen noch immer in festen Händen von Opera. Interessant wäre vor allem mal ein “richtiger” Popup-Blocker, der es ein für alle Mal verhindert, dass irgendetwas ein neues Fenster oder einen neuen Tab öffnet, ohne dass ich das explizit will.
Einzig die Geschwindigkeit und die starke Integration in das System halten mich bei Safari.
Nicht unerwähnt bleiben sollte außerdem die Möglichkeit, beliebige Elemente von Websites als Dashboard-Widget festlegen zu können – ebenfalls sehr praktisch.

Ganz neu in Leopard ist das Backup-Tool Time Machine. Sehr gerne würde ich hier schreiben, wie toll das funktioniert – leider tut es das momentan noch gar nicht, da es zur Zeit noch nicht möglich ist, eine per Airport Extreme angeschlossene Festplatte als Backup-Laufwerk zu nutzen. Daher ist es für Laptopnutzer ziemlich sinnlos, hier muss Apple schnellstmöglich nachbessern. Da diese Funktion in einer Vorabversion aber scheinbar schon enthalten war, bin ich da guter Dinge.

spaces.pngAber kommen wir nun zu einer der nützlichsten Verbesserungen neben dem neuen Finder: Spaces.
Endlich bietet OS X mehrere Desktops an. Gerade auf einem 13″-Monitor verbessert das die Produktivität ungemein. Dabei geht Apple zwar nicht so weit wie z.B. VirtueDesktops oder diverse Linux-Tools, so gibt es keine “Würfelanimation” beim Wechsel zwischen den Desktops. Stattdessen ist es möglich, eine “aktive” Ecke wie für Dashboard und Exposé festzulegen, die dann eine komplette Übersicht der vier Spaces bietet. Hier ist außerdem Exposé integriert, wodurch man auch bei mehr als zwanzig geöffneten Fenstern noch einen guten Überblick bewahren kann.

Fazit
Schon der neue Finder reicht als Totschlagargument für Leopard. Zusammen mit Spaces bildet er den Kern der Verbesserungen. Ein paar weitere Dinge wären zwar noch wünschenswert (bessere Verschlüsselung in Mail und iChat, besserer Browser, FTP-Schreibzugriff), aber es braucht ja auch noch Dinge für zukünftige Versionen. Das Update von Tiger ist zwar nicht notwendig, aber trotzdem empfehlenswert. Zum einen werden zukünftige Programmversionen für Leopard optimiert sein, zum anderen sind die Verbesserungen ganz klar eine Steigerung der Produktivität am Mac. Es lässt sich noch mehr aus der Wunderkiste herausholen.
Der Vergleich zu Windows Vista fällt schwer. Vista hat ja bekanntermaßen viel von Tiger. Als “Antwort auf Vista” kann man Leopard indes nicht sehen: schon frühere Versionen von OS X bieten Dinge, die einem Windows-Nutzer nicht mal im Traum einfallen. Und es funktioniert einfach alles. Mit OS X 10.5 noch besser als je zuvor.

Update:
Zahlreiche kleine Neuerungen sind beim fscklog zu finden.

Das Leid mit den sozialen Netzen

Allerorts tönt es “Web 2.0″, “User-Generated Content” und “Social Networking”. Was auf den ersten Blick alles verdammt schön, neu und innovativ aussieht, verliert leider einiges an seiner Faszination, wenn man sich etwas stärker damit beschäftigt.
Fast allen Dingen im Web 2.0 liegt eine recht gute Idee zugrunde. Endlich werden die Möglichkeiten, die das Web eigentlich schon seit Jahren bietet, auch genutzt – überall sehen wir Blogs, Social-Bookmarking-Dienste und die nun hier gleich thematisierten Social Networks.
Das leider sehr sehr besorgniserregende an diesen ist die Leichtsinnigkeit, mit der deren Nutzer sich in ihnen bewegen. Es folgt eine Darstellung der Gefahren von Facebook, StudiVZ etc. – inklusive Workshop “Wie verbaue ich mir meine Zukunft”.

Das wohl bekannteste und größte Social Network – Facebook – machte die letzten Wochen wieder Schlagzeilen. Unser aller Lieblingskonzern, das Prestigeobjekt der freien Marktwirtschaft, Kapitalismus in Reinform, hat sich 1,6% von Facebook gekauft. Für 240 Millionen Dollar. Die Rede ist – natürlich – von Microsoft.
Dies hat mich endgültig dazu bewogen, der Plattform meinen Rücken zu kehren – und so loggte ich mich ein und wollte mein Profil löschen. Mit dem Ergebnis: Das ist nicht möglich.
Zwar lässt sich ein Facebook-Account problemlos deaktivieren – alle Daten über mich bleiben aber dennoch öffentlich verfügbar, und wenn ich mich einmal wieder einlogge, ist wieder alles wie vorher. “Logout” wäre also ein passenderer Name für die Funktion.
“Na gut”, dachte ich mir, “dann lösche ich eben die Daten”. Weit gefehlt – zwar konnte ich die (sowieso schon sparsamen) Angaben über mich löschen. Doch eine Namensänderung ist leider nicht möglich. Mein Name (zusammen mit meinem Geburtstdatum) bleibt dort also bis in alle Zeit in LCD gemeißelt stehen. Erst ein längerer E-Mail-Verkehr mit der Leitung von Facebook führte letztlich dazu, dass mein Account tatsächlich gelöscht wurde. In wie weit die Daten trotzdem noch irgendwo gespeichert sind, kann ich natürlich nicht sagen.

Soweit also meine persönliche Erfahrung mit Facebook.

Sicher verbinden die meisten Menschen durchaus positive Erfahrungen mit den Social Networks. Endlich kann man seine Freunde zentral verwalten, ist immer up-to-date, was ebendiese zur Zeit machen, kann ihnen mitteilen, was man selbst gerade tut, und kann ihnen z.B. die Fotos der letzten Party zur Verfügung stellen. Wo man früher mühsam E-Mails schreiben musste oder gar CDs brennen und verschicken musste, kann man solche Aufgaben alle zusammen komfortabel z.B. mit Facebook erledigen. Aber nicht nur die bestehenden Freunde und Bekanntschaften können verwaltet werden, natürlich kann man auch massig neue Menschen kennenlernen und mit ihnen chatten etc. Beispielsweise kann man sich auflisten lassen, wer alles auf die gleiche Universität geht, den gleichen Arbeitgeber hat, im gleichen Ort wohnt oder wer in den gleichen Organisationen tätig ist.
Soweit klingt das ja alles schön und gut und ziemlich Web 2.0.

Leider denken die wenigsten User nun einen Schritt weiter.
Denn immer wieder scheinen die Menschen zu vergessen, dass sie sich hier nicht in der Kneipe um die Ecke befinden, sondern im Internet. Das nunmal die Möglichkeit mit sich bringt, dass die preisgegebenen Informationen nicht nur dem eigentlichen Adressaten zur Verfügung stehen, sondern weltweit öffentlich sind. Immerhin bieten die meisten dieser Communities inzwischen Funktionen zum Schutz der Privatsphäre an, und User können individuell einstellen, welche Informationen öffentlich sind, welche nur angemeldeten Usern zur Verfügung stehen und welche nur als “Freunde” markierte Nutzer sehen können. Doch in den Standardeinstellungen sind die meisten Informationen allen zugänglich – schließlich wollen die Betreiber der Webseiten ja die Transparenz der User. Wenn mehr Informationen öffentlich sind, bilden sich eben mehr Kontakte, wodurch die Seite mehr genutzt wird.
Dies bringt uns zu der Intention der Anbieter. Einige Web-2.0-Dienste starteten sicher einmal als innovative Website, die dem Selbstzweck diente. Die Gründer der Dienste hatten sicher teilweise noch Visionen und ihr Ziel war es, eine lebhafte Community zu erschaffen, in der Menschen ihre sozialen Kontakte pflegen können. So jemand war z.B. einmal Mark Zuckerberg, der Gründer von Facebook.
Doch heute ist der Sinn dieser Dienste garantiert ein anderer – schließlich lässt sich mit Werbung im Internet ein Vermögen verdienen. Deswegen ist Zuckerberg inzwischen Multimillionär. Das alleine wäre ja noch kein Problem – da hatte eben einer eine Idee, hat diese umgesetzt und hatte Erfolg damit. Warum sollte er also nicht die Chance nutzen, damit auch Geld zu verdienen.
Doch der “Wert” dieser Plattformen beläuft sich mittlerweile schon lange nicht mehr auf die Werbeeinblendungen. Der Wert sind die User – und ihre Daten.

Auf den Betrachter zugeschnittene Werbung ist ja nichts Neues. Google machte es vor und wohin das führt, sahen wir schon in Minority Report. Und an sich ist da ja auch nichts Schlimmes daran, wenn ich Werbung zu Gesicht bekomme, von der ein Computer überzeugt ist, dass sie zu mir passt, da er diverse Daten über mich hat. Es mag zwar nerven, aber das tut Werbung schon immer – und besser sehe ich doch Werbung, die vielleicht auch interessant für mich ist.
Doch es zeigt sich dabei, wie einfach es ist, mit diversen Daten Persönlichkeitsprofile zu erstellen, die ein gewisses Bild einer Person schaffen. Einem typischen Facebook-Profil lässt sich neben dem Namen und dem Geburtsdatum einer Person normalerweise auch noch entnehmen, wo sich die Person zur Zeit aufhält, was sie dort macht, außerdem Hobbies und politische Einstellungen. Mit wem die Person wie gut befreundet ist und in welchen “Gruppen” sie aktiv ist, ist genauso transparent wie ihre Gespräche mit Freunden und Bekanntschaften. Außerdem lassen sich hochgeladene Bilder ansehen, auf denen die Person zu sehen ist – interessant ist hier die Möglichkeit, Bilder von anderen Leuten hochzuladen und darauf hinzuweisen, dass sie auf dem Bild zu sehen sind. Ich kann also ein Partybild hochladen und genau sagen, wer hier nun so glasig in die Kamera schaut und grade sein zehntes Bier leert.

Dass solche Informationen in den falschen Händen ein höchst fragwürdiges Bild einer Person zeichnen, ist klar. Vor allem für potentielle zukünftige Arbeitgeber stellen sich die sozialen Netze immer wieder als Goldgrube heraus, um die Schattenseiten eines Bewerbers herauszufinden.
Schaut man sich die Privatsphäreneinstellungen bei einer Reihe von Profilen an, sieht man schnell, dass die meisten Benutzer ziemlich freigiebig mit Informationen über ihre Person sind. Natürlich, denn man möchte ja auch von anderen Leuten gefunden werden. Wenige scheinen darüber nachzudenken, dass sich jeder im Handumdrehen ein Profil anlegen kann und so kann man die Informationen auch gleich auf ein Schild schreiben und damit durch die Straßen laufen.
Die zwanghaften Versuche, den Eindruck von Sicherheit zu erwecken, erscheinen mehr als blauäugig, wenn man aufmerksam die Nachrichten verfolgt. Es gehört heute scheinbar zum guten Ton eines sozialen Netzwerkes, dass die Datenbank schon mal kompromittiert wurde. Also dass sie ausgelesen und möglicherweise auch verändert wurde. Immer wieder hört man auch von Crawlern, also kleinen Computerprogrammen, die Profile abgrasen und die relevanten Daten speichern. Eine schöne Machbarkeitsstudie wurde z.B. von Studenten der Stuttgarter Merz-Akademie durchgeführt.
Denn – das sollte jedem, der im Internet unterwegs ist, bewusst sein – alles, was ich auf irgendeiner Website schreibe, wird in einer zentralen Datenbank gespeichert. Es ist eine einfache Tabelle, in der z.B. alle Profileinträge aller angemeldeten User einer solchen Seite gespeichert sind. Eine weitere Tabelle enthält alles, was irgendjemand irgendwo in ein Forum geschrieben hat etc. Normalerweise sind diese Tabellen natürlich nicht öffentlich, und nur das System hinter einer Website greift darauf zu, um die Daten auf der Website anzuzeigen, wenn z.B. jemand ein Profil anschaut.
Aber was ist, wenn jemand diese Tabellen einfach kopiert?
Er hat plötzlich eine umfangreiche Tabelle mit Daten über Menschen, die diese z.B. nur ihren engsten Freunden zur Verfügung stellen wollten. Dies ist in der Vergangenheit schon mehrfach passiert. Und diese Daten sind der eigentliche Wert dieser sozialen Netze. Nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Regierungsorganisationen.

Bisher habe ich mich hauptsächlich auf Facebook bezogen. Hierzulande ist StudiVZ wohl bekannter und beliebter – doch letztlich ist es das gleiche. Ursprünglich entstand es ja, weil es Facebook nicht auf Deutsch gab. Dies erklärt auch die verblüffende Ähnlichkeit in Aufbau und Struktur der beiden Dienste. Inzwischen wurde StudiVZ an den Holtzbrinck-Konzern verkauft und mutierte innerhalb kürzester Zeit zur wohl größten Datenbank deutscher Studenten. Kaum jemand, der in Deutschland studiert, ist nicht dort angemeldet. Millionen Studenten vertrauen tagtäglich ihr Leben einer betont auf ein legeres Erscheinungsbild getrimmten Website an, die einem der größten deutschen Medienkonzerne gehört. Teilen ihr mit, was sie wann mit wem gerne tun oder tun würden, was sie bevorzugen, was nicht, was sie wählen und wen sie nicht mögen.
So hat sich ein Instrument entwickelt, mit dessen Hilfe sich beängstigend umfangreiche Daten über die künftige arbeitende Generation sammeln lassen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Aber was soll man tun? Schließlich ist es doch hip, bei StudiVZ zu sein. Und man möchte ja auch mit seinen Freunden in Kontakt bleiben.
Natürlich. Aber man sollte sich immer bewusst sein, welche Informationen man hier jedem zur Verfügung stellt.
Gerade in Zeiten, wo jeder Angst vor dem Überwachungsstaat hat – zurecht – ist es geradezu absurd, wenn man auf der anderen Seite bereitwillig für sich selbst Big Brother spielt.

Audio-Tipp: Marilyn Manson

Marilyn Manson - Eat Me, Drink MeBis vor einiger Zeit kannte ich von Marilyn Manson nur das, was die meisten mit ihm verbinden: Skandale und Coversongs (wie z.B. Tainted Love).
Auf dem diesjährigen Southside-Festival bot sich mir dann das erste Mal die Möglichkeit, den bösen Mann live zu sehen. Er schien zwar (trotz Messermikro) nicht wirklich Lust zu haben (worauf er dezent hinwies, indem er ein herzhaftes “Well F*** YOU!!” in die Menge rief, deren Textsicherheit ihm nicht genügte), trotzdem rockte er ordentlich – etwas schade fand ich nur, dass ich fast nur seine Coversongs kannte.

Doch dann stieß ich auf sein neues Album mit dem schönen Titel “Eat Me, Drink Me”.
Der Versuch einer Kritik.

Das Album startet mit einem Titel, der schon eine Vorschau auf das Kommende darstellt: “If I was your Vampire”. Relativ ruhig-verhalten, ziemlich “evil” und doch recht eingängig. I love you, so much you must kill me now.
Bereits der zweite Titel “Putting Holes In Happiness” (gleichzeitig die zweite Singleauskopplung) ist mein persönlicher Favorit. Harter Gitarrensound, dabei nicht unmelodisch.
“The Red Carpet Grave” schließlich benötigt etwas Eingewöhnung. Man bemerkt jedoch die Experimentierfreude des bösen Rockers, der sich hier musikalisch mal etwas auslebt – hörenswert.
Titel 4 (“They Said Hell’s Not Hot”) ist wieder typisch für das Album, etwas Pessimismus ist ebenfalls herauszuhören. I kill myself in small amounts.
“Just a Car Crash Away” schließlich ist der ruhigste Titel des Albums, kurz bevor dann der zweite Höhepunkt in Form von Titel 6 eingeleitet wird:
“Heart-Shaped Glasses” (im übrigen die erste Single) ist wieder ein solider, doch nicht alltäglicher Rocksong, der ordentlich abgeht und den selbst meine Freundin schön findet, die sonst wenig mit Marilyn anfangen kann. Ist auch ein Liebeslied. Don’t break don’t break my heart, and I won’t break your heart-shaped glasses.
Der mit “Evidence” beginnene zweite Teil des Albums ist meiner Meinung nach etwas schwächer als der erste.
Titel 8 (“Are You The Rabbit”) ist genauso weniger melodisch und spricht mich nicht wirklich an.
“Mutilation is the Most Sincere Form of Flattery” gefällt mir dann wieder besser. Eingängig und Mitsing-tauglich. Fuck you, fuck you, fuck you, too.
Titel 10 (“You and Me and the Devil Makes 3″) klingt irgendwie, als wäre er unter Wasser aufgenommen worden – doch Marilyn Manson spielt ja gerne mit dem Klang seiner Stimme und diversen Effekten.
Er leitet damit musikalisch aber auch über in Titel 11, den Titeltrack, der ruhiger ist als man erwartet. This is only a game.
Abgerundet wird das Album dann noch mit einem Techno-Mix von “Heart-Shaped Glasses”, den man sich auch hätte sparen können oder nur als B-Seite der Single herausgeben.

Fazit: Erste Sahne, was Manson hier abliefert – und das nicht nur für eingefleischte Manson-Fans, sondern auch für “normale” Rock-Hörer. Das liegt wohl daran, dass er sich vom Stil her etwas von seinen früheren Alben wegbewegt hat – und so ist das neue Album weniger extrem und mehr massentauglich. Dies mag zwar einige Manson-Fans zur endgültigen Selbstverstümmelung führen, doch die Experimentierfreude steht dem bösen Rocker gut. Ein etwas langsameres Tempo bot Platz für Anleihen aus anderen Genres, Laut-Leise-Spiele und Solos.
Insgesamt wirkt das Album etwas verhalten, definitiv düster, manchmal nachdenklich und ist dabei absolut rockend und eingängig – und durchaus empfehlenswert. iTunes-Affiliate-Link.

Es existiert wirklich…

…seit heute bin ich mir sicher. Das iPhone existiert und die Multitouch-Bedienung funktioniert – ich hatte es in der Hand.
Eigentlich wollte ich den iPod Touch anschauen, um Multitouch zu testen – der jedoch sei noch nicht im Haus, sagte mir die Gravis-Verkäuferin in Stuttgart. Ich könne aber ein iPhone testen wenn ich wolle.
Ich wollte.
iPhone
Mein Eindruck:
Relativ groß, relativ schwer (vergleichbar mit einem iPod Classic). Ansonsten – unglaublich. Auch das Texteschreiben funktioniert bestens. Und das Display ist wirklich “brilliant” – a propos brilliantes Display.
Der neue iPod nano – auf den im Internet kursierenden Bildern sieht er ja etwas seltsam aus. Hat man ihn aber einmal in der Hand, möchte man ihn nie wieder loslassen. Perfektes Design. Und das Display ist das schärfste, das ich je gesehen habe.

Ich brauche Geld.

Auf Safari

SafariNachdem ich zuerst Opera- und dann Firefox-Jünger war, fiel es mir schon etwas schwer, meinen Lieblingsbrowser beim Switch auf Mac zurückzulassen. Schließlich nutzt man als echter Appleuser Safari – daran ändert auch ein Camino nichts.

Glücklicherweise konnte ich inzwischen auch eine innige Beziehung zum Mac-Browser aufbauen – doch wenn es bei Firefox seinerzeit Liebe auf den ersten Blick war, so war es bei Safari eher so, dass man sich zusammengerauft hat und inzwischen ganz gut klar kommt.

Der erste Eindruck war gleich gemischt – das Design (natürlich) top, die Lesezeichenverwaltung hat auch gleich mein Herz erobert… aber, oh weh, die Seitendarstellung. Den Acid2-Test meistert Safari zwar bravourös, trotzdem sieht einiges anders aus als mit der mir von Firefox vertrauten Gecko-Engine. Dass Formularelemente nicht gestylt werden sondern den OS-X-Look haben, ist ja noch ganz nett. Aber mit automatisch skalierten Bildern (max-width:auto) beispielsweise hat Safari dann doch so seine Probleme. Unschön auch das Phänomen, das die Kantenglättung von OS X zusammen mit Safari erzeugt – ist der Hintergrund nämlich dunkler als die Schrift, erscheint letztere wesentlich fetter als sie es dürfte. Erst mit der Einstellung “Standard” für die Kantenglättung bei den OS-X-Systemeinstellungen (Standard ist jedoch “Automatisch”…) oder durch Verwendung des exotischen CSS2-Attributs text-shadow kann dieses Problem behoben werden.

Die sonstigen Funktionen von Safari fallen auch eher spärlich aus. So gibt es kein “strenges” Tabbed Browsing wie in Opera, wo niemals ein neues Browserfenster geöffnet wird (sondern alles in Tabs), außerdem kann nur Google als integrierte Suchmaschine verwendet werden und einen Vollbildmodus gibt es auch nicht (was jedoch eine Masche von Apple zu sein scheint – wirkliches “Maximieren” von Fenstern wie wir das von Windows kennen gibt es ja auch nicht, und QuickTime weigert sich in der Gratisversion auch, Videos bildschirmfüllend wiederzugeben…).

Alles in allem also wirklich ein schöner und auch schneller Browser, der Funktionsumfang dürfte jedoch größer sein. Firefox (auch ohne Plugins) bringt da mehr mit. Die Webseitendarstellung ist akzeptabel, die Unterstützung für einige neuere CSS-Elemente wäre jedoch noch wünschenswert – schließlich ist eine Darstellung wie bei der Gecko-Engine inzwischen einfach zum Standard avanciert und sollte als Referenz dienen. Opera schaffte es schließlich auch, seine Darstellung daran anzugleichen.
Eine Verbesserung des PopUp-Blockers (Flash-PopUps…) und evtl. eine Erweiterung zu einem richtigen Werbeblocker wäre natürlich noch wünschenswert (fairerweise muss man sagen, dass das die anderen Browser aber auch noch nicht zuverlässig schaffen).
Schade finde ich auch, dass man die Statusleiste nicht so einstellen kann, dass sie sich nur bei Bedarf einblendet. Ich finde das Konzept, dass die Website ohne Rahmen des Browserfensters angezeigt wird, wirklich schön – die Statusleiste möchte ich aber trotzdem beim Surfen nicht missen. Warum also nicht einfach nur einblenden, wenn sie etwas anzeigt?

Einige Ungereimtheiten von Safari löst das kommerzielle Plugin Saft – so kann man mit ihm einstellen, dass keine neuen Fenster geöffnet werden und auch ein Vollbildmodus wird mit ihm ermöglicht. Leider eben Shareware – und daher wird ständig ein Fenster mit der Meldung “Thanks for trying Saft Demo” eingeblendet. Toll.

Safari hat durchaus Potential – das aber leider nicht ganz genutzt wird. Es wären nur ein paar weitere Funktionen nötig, um ihn zu einem echten Firefox-Konkurrenten (auch unter Windows) zu erweitern.

Ich persönlich setze ihn inzwischen trotzdem gerne ein und bin auch stolz, ihn zu meinen täglichen Begleitern zählen zu können. Es hat einfach mehr Stil, mit Safari zu surfen. Unter OS X (möglichst noch mit Saft-Erweiterung) meine absolute Empfehlung – unter Windows bleibt abzuwarten, was die finale Version mit sich bringt. Da iTunes für Dosen jedoch auch nicht der Burner ist, sehe ich das mit Safari leider etwas pessimistisch. Was aber schade ist, da Apple mit Safari wirklich die Möglichkeit hätte, selbst für Firefox ein Konkurrent zu werden (vom IE fang ich jetzt nicht an.)