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Monatsarchiv: Januar 2007

Modernes (de-)Marketing

Bei meinem heutigen Blogrundgang bin ich auf ein neues Hertie-Logo gestoßen. “WTF?”, dachte ich mir, “Hertie? So hieß doch der Karstadt mal früher?” – richtig. Und bald wird er auch wieder so heißen, zumindest manche Filialen. Grund genug für mich, mal etwas über den in letzter Zeit vermehrt auftretenden Trend der andauernden Unternehmens-Namensänderungen zu berichten.

Eines der bekanntesten Beispiele dürfte der Elektronikmarkt MediMax sein. Vor einem Jahr hieß er noch MakroMarkt, und davor ProMarkt. Wie kommt es zu solchen verwirrenden Namensänderungen? Ein Marketinggag? Wohl kaum, da es doch eher zur Verwirrung der Kunden dient.

ProMarkt war ursprünglich eine eigenständige Elektrofachmarktkette der Gebr. Wegert. ProMarkt war (und ist immer noch) aber auch eine Elektrofachmarktkette des REWE-Konzerns. Auch diverse andere Unternehmen nannten sich ProMarkt – woraufhin DER ProMarkt sich in MakroMarkt umbenannte. Parallel dazu existierte ProMarkt.de als Onlinehändler weiter. Dann ging es MakroMarkt aber nach und nach schlechter. Ob dies auf Dieter Bohlen als Werbeträger zurückzuführen ist, sei nun mal dahingestellt. Jedenfalls wurden dann einige MarkoMärkte zu Elektronikdiscountern unter dem Namen YPSO, während andere verkauft wurden – an MediMax. Einige verblieben auch im Besitz von ProMarkt, nun aber auch unter dem Namen MediMax. Wah.

Ein weiteres Beispiel, bei dem die allmächtige REWE-Group mitspielt, wäre die Supermarktkette HL. Alle HL-Märkte wurden, zusammen mit einigen anderen, regionalen Supermarktketten, 2005 in Minimal umbenannt. Nun hat aber die REWE-Leitung entschieden, ihre Ketten erneut durchzuwürfeln, und keinen Unterschied mehr zu machen zwischen den “Rewe”-Märkten, die bisher von selbstständigen Kaufleuten geführt worden waren, und den direkt zur REWE-Group gehörenden Minimal-Märkten (teilweise ehemalige HLs). Und so kam es, dass es nun nur noch Rewe-Märkte gibt. Zusätzlich zur Discount-Marke Penny-Markt, die bisher keiner Umbenennung zum Opfer gefallen ist. Bisher.

Doch nicht nur Ladengeschäfte bekommen im Zuge der allgemeinen Umbenennungswut ab und zu ein neues CI verpasst. Auch die BW-Bank, die Baden-Württembergische Bank, hieß nicht immer so. Bis 1999 waren die heutigen Filialen nämlich der damaligen Landesgirokasse (LG) zugehörig. Dann wurde daraus die LBBW, die LandesBankBadenWürttemberg. Dieser Name schien aber auch recht unbeliebt zu sein, und so kam es günstig, dass die LBBW 2005 die BW-Bank übernahm – und deren Namen gleich all ihren Filialen applizierte. Immerhin blieb die Bankleitzahl in all den Jahren immer die gleiche. Aber alleine jedes Mal all die Onlinebanking-Engines anzupassen…

Zurück zu Hertie. Lange Zeit einer der führenden Kaufhauskonzerne in Deutschland – bis die Kette 1993 von Karstadt, einem anderen führenden Kaufhauskonzern in Deutschland, übernommen wurde. Und umbenannt. Der Markenname inklusive schickem Logo im 70er-Jahre-Stil gingen ersteinmal unter – bis jetzt. Einige kleinere Karstadt-Filialen wurden nämlich nun vom Mutterkonzern abgetrennt – unter dem großartigen Namen Karstadt Kompakt. Bei diesem Namen soll es aber nicht bleiben – die Marketingabteilung grub nämlich den hübschen Namen “Hertie” wieder aus, samt Image des kleinen, sympathischen, gemütlichen Kaufhauses um die Ecke. Der Name “Hertie” ist übrigens die Abkürzung für “Hermann Tietz”, die im dritten Reich eingeführt werden musste, da der Name “Tietz” jüdischer Abstammung war.
Ab 1. März werden also aus einigen Karstadt-Filialen wieder Herties – wie früher. Jedoch nur die Kleineren, die schon gar nicht mehr zu Karstadt gehören. Die Esslinger Filiale bleibt erstmal ein Karstadt, was die Esslinger in Anbetracht zahlreicher Erfahrungen mit HL/Minimal/Rewe sowie ProMarkt/MakroMarkt/MediMax sicher begrüßen werden.

Revolution?

MX RevolutionDas Rad neu erfinden wollte Logitech mit der neuen MX Revolution Maus. Ganz geschafft haben das die Entwickler nicht. Aber doch kann die Maus sich zurecht als “World’s most advanced Mouse” bezeichnen – obwohl sie nicht perfekt ist. Hier mein kleiner Testbericht.

Lange Zeit galt die MX 500 als das Nonplusultra unter den Mäusen, insbesondere bei Zockern. Sie war leicht, präzise, schön, hatte acht Tasten und ein Kabel (wodurch sie das Image hatte, präziser zu sein als Funkmäuse; inzwischen ist dieses Klischee überholt). Ich war stets sehr zufrieden damit – bis sie mich eines Tages im Stich ließ. Ein Wackelkontakt oder etwas in der Art – jedenfalls veranlasste sie mich dazu, mich nach einer Neuen umzusehen.Irgendwie kam ich auf die MX Revolution (natürlich von Logitech, gibt es überhaupt noch andere Hersteller…?). Ob es nur an dem schon immer auf mir lastenden Fluch liegt, stets das Teuerste zu wählen, oder nur am Verkaufsgeschick des Arlthändlers, vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls war ich 89 Euro ärmer und hatte eine dunkelgrün glänzende Schachtel mit Magnetverschluss in der Tasche. Gäbe es eine Bulk-Version der Maus, wäre diese wohl 20 Euro günstiger…

Die MX Revolution präsentiert sich nach dem Auspacken in teils mattem, teils glänzendem Schwarz; die Tasten sind anthrazit. Mausräder und “Such-Taste” sind verchromt. Ja, richtig gelesen, Mausräder. Das Logitech-Flaggschiff hat nämlich zwei davon – auch wenn das seitliche sich nicht richtig drehen lässt und eigentlich nur eine coole Verpackung für zwei weitere Tasten ist. Darüber befinden sich zwei Daumentasten, und über dem “großen” Mausrad ist die “Such-Taste”.Links vor den Daumentasten ist die grüne (oder auch mal rote) Akkuanzeige. Sparsam: die LEDs gehen aus, wenn die Maus nicht bewegt wird.

MX Revolution LasersensorAuf der Unterseite findet man neben den großen Teflon-Gleitfüßen und einem praktischen On-Off-Schalter den Lasersensor (siehe Bild).
Soweit eigentlich erstmal nichts “revolutionäres”. Was Logitech damit meint, erschließt sich einem, wenn man sich das Haupt-Mausrad mal etwas näher ansieht.

Es besteht aus Edelstahl und lässt sich zur Seite drücken – für horizontales Scrollen.
Im Standardmodus verhält sich das Rad wie ein herkömmliches Mausrad. Dreht man aber etwas schneller daran, so kommt es zu einem leichten Klicken im Inneren der Maus – und das Rad dreht sich plötzlich stufenlos und ungebremst. Dieser Modus kann auch als Standard eingestellt werden, wodurch man beim Scrollen auf langen Webseiten das Rad nur noch anschucken und an der richtigen Stelle wieder bremsen muss – ein großartiges Gefühl, da man sehr direkt interagieren kann (vermutlich kann das nur noch durch das “Fingerscrollen” des neuen iPhones übertroffen werden… man wird sehen).MX Revolution Mausrad
Das Rad ist zusätzlich auch noch eine Taste. Diese zu drücken bedarf es jedoch etwas an Übung – die Funktion wird nämlich nur ausgelöst, wenn man das Rad gefühlsmäßig durch die Unterseite der Maus durchdrückt. Ein zuvor spürbarer Druckpunkt scheint leider mechanisch bedingt zu sein.
Als Funktion dieser Radtaste lässt sich natürlich auch die mittlere Maustaste festlegen – was jedoch nicht zu empfehlen ist, da sie für schnelles Navigieren im Browser einen zu schweren Druckpunkt hat. Stattdessen ist die Funktion für das Umschalten des Drehmodus des Rades hier besser aufgehoben – zumal man dies nicht so häufig muss.
Die oberhalb liegende “Suchtaste” eignet sich leider aufgrund ihrer Position ebensowenig als mittlere Maustaste – ich musste mir daher nun leider angewöhnen, Websites per Rechtsklick in einem neuen Tab zu öffnen. Schade.

Der Akku, der eine Laufzeit von circa zwei Tagen hat, lässt sich über die mitgelieferte Ladestation aufladen. Sofort beginnen die Akku-LEDs zu leuchten – leider kann man ihnen aber währenddessen nicht entnehmen, wie voll der Akku schon geladen wurde. Auch das periodisch auftretende rote Leuchten, das normalerweise nur zu sehen ist, wenn der Akku zu weniger als 5% geladen ist, irritiert etwas. Außerdem lassen sich die Tasten während des Ladens nicht bedienen.

Die Reichweite des Funkdongles beträgt circa vier Meter, und hat auch mit Mauern keine größeren Probleme. Bluetooth wäre jedoch aufgrund der größeren Reichweite eine interessante Alternative gewesen.

Soweit zur Hardware – die durchaus insgesamt einen positiven Gesamteindruck hinterlässt. Dies lässt sich von der mitgelieferten Treibersoftware “SetPoint” leider nicht behaupten.

Das erste Manko ist, dass es noch immer keine Unterstützung für mehrere Mauszeiger gibt – in Zeiten von USB-Mäusen und mehreren Monitoren wäre dies durchaus wünschenswert (machbar ist es jedenfalls problemlos – siehe CPNMouse). Ich kann zwar mehrere Mäuse anschließen, doch bewegen diese alle letztlich nur den einen Mauszeiger.
Was mich zusätzlich sehr an “SetPoint” stört, ist die Tatsache, dass dem User die von Logitech vorgesehenen Funktionen der einzelnen Tasten sozusagen aufgezwungen werden. So lässt sich als Funktion des zweiten Mausrades beispielsweise nur zwischen “Programmumschalter” und “Zoom” wählen. Während sich mir der Sinn eines Programmumschalters noch nie erschlossen hat (wenn ich die Maus schon in der Hand habe, kann ich auch gleich die Taskleiste verwenden), müsste sich das Rad zum Zoomen wenigstens drehen lassen. Andere Funktionen, wie z.B. Lautstärkeregelung oder horizontales Scrollen (was ich dem seitlichen Drücken am großen Mausrad vorziehen würde), sind nicht dafür vorgesehen.

Interessant ist die Funktion der Profile für verschiedene Programme. So kann z.B. für Spiele automatisch das Rad in den Stufenmodus versetzt werden, was dafür meist geeigneter ist.
Leider hat die Software die Angewohnheit, ab und zu ihre Einstellungen zu verlieren oder die Profile bunt durchzumischen.

Wenn die Akkuanzeige in der Software standardmäßig einen Prozentwert anstatt einer errechneten (sehr optimistischen) Laufzeit in Tagen anzeigen würde, wäre das etwas benutzerfreundlicher – aber warum eigentlich nicht gleich beides anzeigen anstatt ein umständliches ScrollDown-Menü zu verwenden? Platz wäre in dem Programmfenster genug.

Glücklicherweise hat Logitech die Angewohnheit, seine Treibersoftware laufend zu verbessern, da sie immer alle verfügbaren Geräte unterstützt. Es besteht also noch Hoffnung.

MX Revolution

Fazit:
Die im Namen angekündigte Revolution kann Logitech nicht bieten – vermutlich müsste das Unternehmen dazu auch Apple heißen. Und so brachten die Entwickler nur den nächsten logischen Schritt in der Entwicklung auf den Markt, erfanden das Rad aber nicht wirklich neu. Dies wäre wohl erst der Fall, wenn es durch eine Kugel ersetzt würde – meiner Meinung nach das ideale Bauteil zum Scrollen in allen Richtungen. Stufenlos, versteht sich. Das zweite (Dummy-)Mausrad scheint eher zu Marketing- und Designzwecken zu dienen, einen wirklichen praktischen Nutzen hat die Radform der beiden Tasten nicht.
Dringenden Verbesserungsbedarf für Logitech gibt es bei der Software, die den User das volle Potential der MX Revolution leider nicht ausschöpfen lässt.

Manifest dieser Website

Diese Website stellt mein Blog dar. Was ist ein Blog? – laut Wikipedia-Definition ein digitales Tagebuch.

Ich wollte so etwas schon lange einmal haben, auch um als Webdesigner etwas bekannter zu werden. Eigentlich wollte ich es natürlich selbst programmieren. Womit ich auch schon angefangen habe. Aber da das noch eine Weile dauern wird, und ich währenddessen nicht auf das Bloggen verzichten möchte, habe ich mich dafür entschieden, vorerst ein “Fertig-Blog” einzusetzen – in diesem Falle Wordpress. Ich denke als Übergangslösung ist das durchaus akzeptabel – zumindest bis meine eigene Blogsoftware veröffentlicht wird und das Web 2.0 endlich einläuten wird… *träum*

Was es hier auf dieser Website geben wird sind zuallererst mal meine Gedanken und sonstige literarische Ergüsse, diverse Fotos und alles was mir sonst noch als wichtig genug erscheint, der Weltöffentlichkeit preisgegeben zu werden. Thematisch möchte ich das nicht stark einschränken, aber wer mich kennt, wird schon ahnen können, worum es gehen kann, außerdem steht es ja im Titel oben – Web, Design und Life.

Web mal als Synonym für Fortschritt und Technik, Design als der Versuch der Auslebung von Kreativität und schließlich Life – alles was uns im Leben bewegt, bzw. mich, Schule, Politik, Philosophie, … oder was auch immer. Wir werden es sehen…
Über Feedback zu meinen Beiträgen freue ich mich natürlich immer, also bitte recht zahlreich kommentieren;)