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Monatsarchiv: Juni 2007

Das Mail-Problem

Es gibt mittlerweile um die 15 E-Mail-Adressen, die alle an mich gehen. Ob man so viele braucht, sei mal dahingestellt – sie haben sich eben im Laufe der Jahre so angesammelt. Klar, dass da irgendwann die Übersicht flöten geht. Zwar habe ich sie momentan alle relativ gut mit Thunderbird organisiert, aber so ganz glücklich bin ich mit dieser Lösung nicht.

Das Problem ist, dass diese Adressen ausnahmslos POP3-Accounts nutzen. Solange ich nur von einem Ort darauf zugreifen will, ist das kein Problem – aber was ist, wenn mein Laptop grade mal nicht zur Hand ist? Dann müsste ich mich mühsam bei irgendwelchen Web-Mailern anmelden… nur um dann zu bemerken, dass die gesuchte Mail schon auf meinem Laptop liegt und aus dem Postfach gelöscht wurde. So kann das doch nicht weitergehen, wo bleibt die Innovation in Zeiten des Mobile Web? Wie soll ich per Mobiltelefon auf meine Mails zugreifen? Oder mal von einem fremden PC?

Dabei ist das Problem ja nicht etwa die fehlende Technologie, nein. IMAP würde ja als Mail-Protokoll, das E-Mails auf dem Server verwaltet, das Problem lösen – dann ist es schließlich egal, von wo aus ich auf diesen Server zugreife, ob von zuhause mit dem PC, von unterwegs per Handy oder in der Ferne von einem fremden PC. Netter Nebeneffekt ist, dass man gleich einen serverseitigen Spamfilter verwenden könnte und Thunderbird nicht ständig Datenmüll vorgeworfen bekäme. Nur – wie komme ich an einen solchen IMAP-Server, der meine Probleme lösen würde?

Die wenigen kostenlose Angebote sind, soweit ich das bisher erfahren musste, Schrott. 10 MB machen meine E-Mail-Adressen in einer halben Stunde voll. Und wenn ich nach drei Tagen an das Trafficlimit gestoßen bin und nicht mehr an meine Mails komme, ist das auch nicht schön. Aber es ist ja nicht so, dass mir der IMAP-Komfort nichts wert wäre – ein paar Euro wäre ich durchaus bereit zu blechen. Nur habe ich noch keinen Anbieter gefunden! Ist mein Wunsch denn so selten?

Alles was ich will, ist doch nur ein IMAP-Server, auf den ich beliebig viele E-Mail-Adressen leiten kann, der keine lächerlichen Speicherplatzbegrenzungen hat und der möglichst verschlüsselt ist – ich mag es nämlich nicht wenn der Staat meine privaten E-Mails liest. Natürlich sollte der Preis auch nicht zu überrissen sein. Aber sowas scheint es nicht zu geben – leider. Muss ich also doch meinen alten PC in den Besenschrank stellen und selbst einen IMAP-Server laufen lassen?

iGeldnot 2

Neulich, im ICE (2.Klasse).

Nebenan sitzt ein junger Mann, schätzungsweise 32, ledig, gut situiert – mit Glatze und Blackberry. Letzteres hält er grade an sein Ohr und fragt “Kommst du noch?” Offenbar war die Antwort zufriedenstellend, er packt sein Smartphone weg und greift in seine Tasche. Was dann zum Vorschein kommt, empfinde ich als persönlichen Affront gegen meine Person. Muss das sein, wenn ich daneben sitze? Er stellt es auf den Tisch… schön, groß, makellos, silber glänzend – warum hat der das, und ich nicht, frage ich mich. Die Antwort kommt in Form der jungen Frau, die sich soeben neben ihn setzt und offenbar die Gesprächspartnerin von eben war. Allem Anschein nach seine Arbeitskollegin. Und allem Anschein nach hat in dem Betrieb jeder sowas. Denn was in ihrer Tasche so weiß glänzt, ist ganz eindeutig der kleine Bruder vom Objekt der Begierde, das da auf dem Tisch steht.

Richtig fies wird es, als er eine UMTS-PCMCIA-Karte in sein MacBook Pro steckt und damit das Internet in die 2. Klasse des ICE bringt.

Ich will auch.

Übrigens: die Neuen sind da.