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Monatsarchiv: Februar 2008

iPhone? Kann man das essen?

pict2477.jpgWie versprochen, hier der Test meines neuen Mobiltelefons. Oder, wie OS X zu sagen pflegt, “Smartphone”.
Die Rede ist vom Nokia E65.
Der größte Nachteil: Kein Touchscreen. Sonst kann es aber locker mit dem iPhone mithalten, ist an manchen Stellen sogar besser.

Zunächst zum Äußeren.
pict2490.jpgEs ist größer als mein altes Handy (Nokia 6111), nämlich knapp 5cm breit und gut 10cm lang. Dafür ist es dünner: Nur 1,4cm. Ein ganzer Zentimeter weniger als das 6111. Die Farbe ist hauptsächlich silber, die Seite und die Rückseite gibt es in braun (mocca), silber und rot. Bei T-Mobile aber nur in braun. Dieses sieht ziemlich edel und hochwertig aus. Auch sonst ist die Verarbeitung sehr hochwertig, nichts knarzt oder quietscht.
Technisch gesehen hat das Smartphone alles, was man sich wünschen kann: Kamera, Speicherkarte, UMTS, Bluetooth und WLAN. Auf der Softwareseite sorgt das Handybetriebssystem Symbian S60 (3rd Edition) für die nötige Funktionsvielfalt. Die Möglichkeiten im Vergleich zu einem einfachen proprietären Handybetriebssystem der Consumer-Klasse sind enorm. Natürlich nimmt auch die Komplexität damit zu, man muss schon wissen was man tut und was man will. Dann ermöglicht Symbian aber fast alles. Besonders praktisch ist der “Desktop”, auf dem z.B. aktuelle Termine direkt angezeigt werden.
pict2488.jpgIm Web surfen geht selbst mit dem mitgelieferten Browser anständig (web’n'walk von T-Mobile), ich habe mir trotzdem Opera Mini installiert. Damit hat man das Internet so wie man es gewohnt ist. Die Verbindung kommt wahlweise über ein WLAN oder über UMTS oder EDGE zustande. Letzteres kostet natürlich (ich habe eine 5-MB-Volumen-Flat), aber ist in UMTS-Ausbaugebieten auch ordentlich schnell. Man merkt (auch im WLAN), dass hier eher die Hardware des Mobiltelefons die Geschwindigkeitsgrenze festlegt als die Verbindung.
Neben Opera Mini habe ich noch Google Maps installiert, das wie auf dem iPhone funktioniert. Über einen angeschlossenen GPS-Empfänger oder über eine Ortung über das Handynetz (die leider momentan noch nicht immer funktioniert) kann die eigene Position bestimmt werden.
Das E-Mail-Programm ließ sich sehr einfach einrichten, dank meinem IMAP-Server habe ich nun alle E-Mails synchron auf dem MacBook und auf dem Handy.
Allgemein Synchronisierung: sie läuft so perfekt wie schon beim 6111. Zwar musste ich ein Plugin von Nokia installieren, aber danach erkannte iSync das Handy anstandslos und synchronisiert nun Adressen, Aufgaben und natürlich Kalender perfekt. Was waren das noch für Zeiten, wo man jede Handynummer in das Adressbuch manuell eingeben musste…
Die mitgelieferte Software von Nokia ist leider nur für Windows. Aber für OS X braucht man die sowieso nicht, da alles mit Bordmitteln machbar ist. Und Firmware-Updates kann das Handy auch ohne Computer installieren.
Noch ein Wort zur Akkulaufzeit, dem größten Kritikpunkt, der meist in Verbindung mit dem E65 genannt wird: Das erste Mal musste ich nach zwei Tagen wieder aufladen. Das zweite Mal erst nach fast einer Woche. Grund: Ich habe mir angewöhnt Bluetooth und WLAN nur bei Bedarf zu aktivieren. Wenn man das beides mal eine Nacht über aktiviert hat, ist der Akku am nächsten Morgen nur noch halb so voll. Wenn man es wirklich nur aktiviert, wenn man es braucht, hält der Akku so lange, wie man es von einem Handyakku erwartet.
Was habe ich noch vergessen?
pict2484.jpgZu erwähnen wäre noch der Helligkeitssensor, der die Displayhelligkeit automatisch anpasst. Merkt man kaum, aber bringt was. Nett außerdem die zweite Kamera auf der Vorderseite, die für Videotelefonie gedacht ist. Das konnte ich aber leider noch nicht ausprobieren, da niemand in meinem Freundeskreis eine solche Funktion hat. Außerdem wurde wohl großer Wert auf Gruppengespräche gelegt, dafür gibt es sogar eine extra Taste. Bisher habe ich das aber auch noch nicht ausprobiert.
Sehr praktisch ist unterdessen die “Bearbeiten”-Taste an der Seite: damit lässt sich Kopieren und Einfügen. Eine Funktion, die das iPhone noch immer nicht hat, und ohne die man nicht mehr auskommt, wenn man sie mal verwendet hat.
Außerdem ist ein umfangreiches Softwarepaket mitgeliefert: Neben einem Office-Programm, das gängige Dateien anzeigen kann (.doc etc.) sowie einem PDF-Reader und einem Druckprogramm bietet das E65 auch ein ZIP-Programm und eine Sprachausgabe, mit der man sich z.B. SMS vorlesen lassen kann. Natürlich lässt sich das Handy auch als Foto, Videokamera, Wecker, MP3-Player, Diktiergerät und theoretisch sogar Fernseher verwenden. Letzteres scheint aber im Netz der Telekom noch nicht möglich zu sein.
Praktisch für diejenigen, die gerne alles zutodekonfigurieren, ist die Möglichkeit, das Menü selbst zu gestalten. So kann man z.B. seine Programme in diverse Unterordner einsortieren.
Allgemein vermittelt mir Symbian als Betriebssystem das Gefühl, dass ich momentan nur an der Oberfläche seines Potentials kratze. Natürlich werde ich weiterhin rumexperimentieren und gegebenenfalls hier berichten.

Mehr Fotos in der Galerie.

Der Wechsel

pict2470.jpgWie in den beiden letzten Beiträgen schon angeklungen ist, bin ich nachhaltig unzufrieden mit meinem bisherigen Mobilfunkprovider. Natürlich werden hier keine Namen genannt, aber dass O2 gemeint ist, dürfte ja jedem klar sein.
Begonnen hat alles mit einem Umzug in ein verschlafenes Rentnerdorf. Scheinbar hält es ein gewisser Mobilfunkprovider nicht für nötig, sein Netz auch bis in die Wohngebiete der Generation 80+ auszubauen. Jedenfalls war in meiner Homezone maximal 1 Verbindungsstärkenbalken sichtbar, oft auch gar keiner. Telefonieren war damit jedenfalls nicht zumutbar – wer im letzten halben Jahr einmal versucht hat, mich anzurufen, weiß, wovon ich rede. Der Kommentar der überaus kompetenten Hotline meines Mobilfunkproviders:

„Das liegt an den örtlichen Gegebenheiten… in Betonhäusern ist der Empfang meistens schlechter… wo wohnen Sie, sagen Sie?“ [...] „Hmm, da ist unser Netz voll ausgebaut… gehen Sie doch mal an ein Fenster…“

Doch Telefonieren bei -5°C auf dem Balkon machte mir erstens keinen Spaß und ging zweitens auch nicht besser als drinnen. Interessant für mich war vor allem, dass ein gewisser fd_0, der einen anderen Mobilfunkanbieter hat, in der kompletten Wohnung wunderbaren Empfang hatte. Der Entschluss fiel recht bald: Dann muss der Anbieter eben gewechselt werden.
Der Knebelvertrag meines bisherigen Providers läuft jedoch, wie mir von der Kündigungshotline mitgeteilt wurde, noch bis August 2008. Automatisch verlängert. Danke!
Immerhin lies sich der Hotlinemitarbeiter gegen ein geringes Entgelt von zwei Monatsgrundgebühren dazu überreden, den Vertrag sofort in einen grundgebührfreien umzuwandeln. Als Problem blieb dadurch nur noch, dass ich meine alte Nummer nicht mitnehmen konnte.
Jedenfalls – da ich seit gestern Zivi bin und als solcher so einen schicken Ausweis (…„Lappen“ träfe es indes genauer, sieht aus wie ein Wehrmachtsdienstausweis. Noch aus Papier!!) habe, konnte ich endlich in den T-Punkt gehen und mein längst ausgesuchtes neues Mobiltelefon zum Studententarif kaufen. :D
Die Wahl fiel – natürlich – auf Nokia, genauer das E65. Ein Test folgt in den nächsten Tagen an dieser Stelle.
Jedenfalls habe ich damit an meinem Schreibtisch vollen UMTS-Empfang. :D
(siehe Bild)
Enden möchte ich heute mit einem Zitat von O2:

[...] telefonieren Sie nahezu bundesweit zu den günstigen Tarifen von O2 Germany. Zudem bieten wir Ihnen dadurch überall GSM: schnellen Verbindungsaufbau, hervorragenden Empfang, überzeugende Sprachqualität und gute Versorgung, auch innerhalb von Gebäuden [...]

Haha.
(Hervorhebungen von mir.)

Ein Stöckchen

Frisch zurück zuhause habe ich ein Stöckchen von Neunzehn72 aufgefangen. Und weil Selbstzweck doch so was schönes ist, nehme ich die Gelegenheit direkt wahr:

  1. 1. Nimm das nächste Buch in deiner Nähe mit mindestens 123 Seiten.
  2. 2. Schlage Seite 123 auf.
  3. 3. Suche den fünften Satz auf der Seite.
  4. 4. Poste die nächste drei Sätze.

Das einzige buchähnliche in meiner Reichweite ist die c’t 4/08…:

Sollte ein klarer Verdacht bestehen, dass die Beschwerden vor allem vom Scroll-Rad in der Mitte der klassischen Maus herrühren, dann könte das schon helfen. Grundsätzlich sorgt die Größe der Maus für eine leicht andere Motorik und mit etwas Glück vermeidet man damit tatsächlich die individuellen „Schmerzpunkte“. Einen wirklich anderen Ansatz – außer beim Scrollrad – zur Standard-Maus ist nicht zu erkennen.

Besonders hübsch finde ich ja die Grammatik des letzten Satzes.
Weiter geht das Stöckchen an Simeon, P.J. Snyder und kim88.

Und zum Schluss noch etwas einigermaßen sinnvolles:
Heute im ICE wollte ich mir die Abfahrtszeit meiner Anschluss-U-Bahn holen. Leider war kein WLAN verfügbar, da noch nicht alle ICEs ensprechend ausgebaut sind. Macht nichts, dachte ich mir, wozu hat man ein EDGE-fähiges Handy… leider aber mit O2. Ergo: kein Netz verfügbar. Und das bis kurz vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof, als es dann schon fast zu spät war.
Ich habe mich jetzt lange genug mit O2 rumgeärgert. Dass man nur in Großstädten telefonieren kann, erinnert mich ans kasachische Hinterland. Dass man zuhause gar nicht damit telefonieren kann, erinnert mich an das 19. Jahrhundert.
T-Mobile, ich komme.