Hiermit möchte ich mich an einer Aktion des Stylespion beteiligen und ein paar (deutschsprachige) Blogs vorstellen, die ich als besonders lesenswert erachte:
Peter Kröner
Webdesign-Guru und Webstandards-Aktivist. Liefert hervorragende und von vorne bis hinten durchdachte Artikel zu Themen wie HTML5, Internet-Explorer-Behandlung oder auch Linux-für-Webdesigner.
Abgerundet wird das Angebot durch regelmäßige Linklisten zum Thema Webdesign.
Ca. 3-4 Beiträge pro Woche.
futur:plom
Artikel über Zukunft und Vergangenheit, teilweise recht philosophisch angehaucht. Findet man immer interessante Thesen und Sichtweisen, die zum Nachdenken anregen. Außerdem legt der Autor einen hervorragenden Schreibstil an den Tag, wie man ihn nur noch selten findet. So macht es einfach Spaß, zu lesen.
Ca. 4 Beiträge pro Woche.
aptgetupdate
Das Blog zweier Nerds, die zu fast jedem durch die Bloggeria getriebenen Thema eine Meinung haben. Allgemein recht Technik-lastig, so gibt es öfters mal Softwarevorstellungen für OS X und Linux, ab und zu ist auch etwas für Gamer dabei.
Ca. 2-3 Beiträge pro Tag.
neunzehn72 und powerbook_blog

Zwei thematisch recht ähnliche Blogs, daher fasse ich sie hier zusammen: Viele persönliche Beiträge, die aber meist recht lustig und/oder interessant zu lesen sind; dazu gibts immer wieder etwas aus der Mac-Welt, recht häufig Fotos bzw. Beiträge über Fotografie, regelmäßige Auto- und Jogging-Statistiken der Autoren und ab und zu Beiträge über »Gadgets und Lifestyle«.
Ca. 4 Beiträge pro Tag – jeweils.
fscklog
Unter dem Motto »Tales of Interest« hat der Autor sein Blog zur Referenz unter den deutschen Mac-Blogs gemacht, es erfüllt journalistische Ansprüche und kann wunderbar als Apple-Newsquelle dienen. Neuigkeiten sind meist genauso schnell online wie auf den großen amerikanischen Mac-Seiten und dabei grundsätzlich gut recherchiert und nicht nur abgeschrieben.
Außerdem vielleicht das hübscheste Blog in dieser Runde, ein sehr sauberes und schönes Design, was natürlich hervorragend zum Thema Apple passt.
Ca. 2-3 Beiträge pro Tag.
kaliban
Das Blog des ehemaligen Chefredakteurs der GameStar (das ist sowas wie die c’t für Gamer). Thematisch geht es zwar auch um Spiele, so findet man hier eine dedizierte Meinung zur »Killerspiel-Debatte« vor, aber vor allem gibt es regelmäßig einfach unterhaltsame Texte und jeden Sonntag eine Linkliste.
Ca. 1 Beitrag pro Tag.
Soweit meine kleine Blog-Vorstellungsrunde. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Blogs meiner Freunde, die rechts in der Blogroll zu finden sind. Dort finden sich seit neuestem auch “Leseempfehlungen” von mir, die ich bei meinen Streifzügen durch das Web gefunden habe und die direkt vom Google Reader hier eingebunden werden.
…des Internets.
Zumindest das Ende des Internets, wie wir es kennen – nichts geringeres wird zur Zeit eingeleitet. Und es fängt mit Kleinigkeiten an, die für sich betrachtet ersteinmal harmlos erscheinen:

Vor einigen Tagen führte der größte deutsche Internetprovider T-Online die sogenannte »T-Online Navigationshilfe« ein. Gibt mal als Telekom-Kunde eine Internetadresse falsch ein, bekommt man nicht die übliche, vom Browser generierte Fehlerseite, sondern wird auf eine Seite der Telekom umgeleitet, die eine Suchfunktion für die richtige Adresse bereitstellt – und vor allem viel Werbung.
Dazu kommt noch, dass dieses Feature nicht groß angekündigt wurde, sondern einfach kommentarlos bei allen T-Online-Kunden aktiviert wurde (sonst würde es wohl auch niemand benutzen…). Hier maßt sich also ein Provider an, sich zwischen das Internet und den Benutzer zu stellen und den Internetverkehr nach eigenem Interesse zu kontrollieren bzw. zu ändern. Glücklicherweise lässt sich der Dienst deaktivieren.
Aber auch von anderer Seite weht ein rauerer Wind. Heute fielen die Urteile im Pirate-Bay-Prozess: Mit einem Jahr Haft und knapp 3 Millionen Euro Strafe bewies Schweden, dass es sich der Film- und Musikindustrielobby unterstellt und zu deren Werkzeug wurde.
Zur Sache: thepiratebay.org ist eine spezialisierte Suchmaschine für Torrent-Dateien (die übrigens nach wie vor in Betrieb ist). An sich ist daran nichts auszusetzen, die Peer-to-Peer-Technik ist eine der sinnvollsten Techniken, die das Internet hervorgebracht hat (unter anderem der Fernsehdienst zattoo basiert darauf) – und auch Torrent ist an sich nichts Schlechtes und daher ist die Argumentation der Pirate-Bay-Betreiber schlüssig. Schließlich bieten sie nur eine Suchmaschine an – und über Google lassen sich genauso illegale Informationen finden. Natürlich weiß aber auch jeder, dass der Großteil der über das Torrent-Netz »getauschten« Daten urheberrechtlich geschützt ist. Trotzdem ist das nicht den Betreibern von Torrent-Suchmaschinen in die Schuhe zu schieben: vielmehr sollte das Problem an der Wurzel gepackt werden und diejenigen sollten zur Rechenschaft gezogen werden, die die Urheberrechte tatsächlich verletzen indem sie das Material online zugänglich machen. Nun müssen also die Pirate-Bay-Macher ihre Köpfe herhalten, während all die anderen Torrent-Suchmaschinen (von denen es im Internet schätzungsweise fast so viele wie Pornoseiten gibt) weitermachen wie bisher und das Problem überhaupt nicht bekämpft wird. Zu klären wäre auch, ob das Problem nicht viel eher sowieso an den zu restriktiven Rechteinhabern liegt…
Und auch in Deutschland favorisiert man Scheinlösungen, die das eigentliche Problem überhaupt nicht angehen: heute wurde der Weg für die Zensur des Internets auch in Deutschland geebnet.
Eigentlich hat zu diesem Thema die c’t schon alles gesagt – netterweise ist der Artikel der aktuellen Ausgabe aber auch online zu finden. Doch ich werde die Kernpunkte hier nochmal kurz aufgreifen:
Die CDU-Familienministerin v.d. Leyen befand zu Beginn des Jahres plötzlich die Kinderpornografie als großes Problem und hätte das Internet wohl am liebsten sofort abgestellt – der armen Kinder wegen. Natürlich ist das ein wunder Punkt, niemand wird bestreiten wollen, dass Kinderpornografie etwas böses ist und bekämpft gehört. Jedoch wurde laut c’t-Informationen seitens Kriminalexperten die Lage gehörig übertrieben, denn es wären nicht plötzlich sehr viel mehr Kinderpornos aufgetaucht. Überhaupt gäbe es gar keine »Kinderpornoindustrie«, vielmehr handele es sich bei 98% des Materials um jahre- bis jahrzehntealtes Material, das auch meist auf analogem Wege getauscht und weitergegeben würde, und zwar gratis unter Gleichgesinnten.
Natürlich gibt es auch einschlägige Webseiten – jedoch gibt es hier schon einen Weg, diese abzuschalten. Nämlich den, den es bei jeder Webseite mit illegalem Material gibt, seien das nun Kinderpornos, Bombenbauanleitungen oder Gewaltvideos: den Weg des Rechtsstaats, bei dem ein Richter innerhalb kurzer Zeit eine solche Website vom Netz nehmen kann. Doch das reicht der schwarzen Regierung offenbar nicht, die Websites sollen »gesperrt« werden, wie das in Skandinavien schon der Fall ist (und in China).
[caption id="attachment_345" align="aligncenter" width="237" caption="So soll die Sperrseite des BKA aussehen."]
[/caption]
Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Die simpelste ist eine Sperrung auf DNS-Ebene, gewisse Domains werden also einfach umgeleitet und führen nicht mehr zu ihrem eigentlichen Bestimmungsort, sondern z.B. auf eine Seite, die über die Sperrung informiert. Dies ist eine Sperre, die überhaupt nichts bringt, und die innerhalb von Sekunden selbst von unbedarften Nutzern umgangen werden kann (indem einfach ein ungefilterter DNS-Server im Router oder im System eingetragen wird, wie das geht kann man bei Youtube in 30 Sekunden lernen).
Es können aber anstatt der Domains auch einfach die IP-Adressen von entsprechenden Servern gesperrt werden, sodass diese nicht mehr erreichbar sind. Auch das ist relativ einfach zu umgehen. Beide Systeme haben das Problem, dass sie eine hohe Fehlerquote haben. Meistens liegen auf Servern unzählige Websites nebeneinander – wird dann eine davon gesperrt, sind auch alle anderen nicht mehr erreichbar.
Brisant wird das vor allem, weil nicht vorgesehen ist, dass gewisse Seiten, die einmal gesperrt sind, nachher nochmal überprüft und gegebenenfalls wieder freigegeben werden. Wird also eine Website z.B. gehackt und mit Kinderpornos gefüllt, besteht keinerlei Chance, die Website nocheinmal zu nutzen. Tatsächlich soll es sogar verboten werden, den Inhalt der Sperrliste einzusehen und zu überprüfen.
Eine dritte Möglichkeit der Zensur ist die wirkungsvollste: eine Filterung von Inhalten. Anstatt also ganze Domains und Server abzuschießen, müssten übertragene Fotos und Videos überprüft und mit einer Liste abgeglichen werden. Im Fall des Falles können dann gezielt diese Inhalte blockiert werden. Um diese einzig sinnvolle Variante so umsetzen zu können, dass die allgemeine Internetgeschwindigkeit nicht auf 28k-Modem-Niveau zurückfällt, bräuchte man jedoch einen sehr hohen Hardwareaufwand und daher scheidet diese Möglichkeit auch aus.
Dazu kommt noch, dass das meiste Material, das sich auf diesen Sperrlisten befindet, einer näheren Prüfung nicht standhalten würde, zumindest konnte das in den skandinavischen Ländern festgestellt werden. Vieles wird also als Kinderporno abgestempelt, ist aber gar keiner. Aber es ist natürlich viel einfacher, etwas auf Verdacht hin auf eine Liste zu setzen, als einen Prozess anzustrengen, indem vermutlich herauskommen würde, dass es sich gar nicht um illegale Inhalte handelt.
Nun wurden also die größten deutschen Provider heute dazu gebracht, entsprechende Verträge zu unterschreiben, in denen sie sich zur Zensur verpflichten. Wie geplant soll das BKA eine Sperrliste erstellen und diese täglich an die Provider schicken. Diese sollen dann entsprechende Websites auf DNS-Ebene sperren – ohne Möglichkeit der Überprüfung von unabhängiger Seite und ohne Möglichkeit der Rückgängigmachung. Ob das mit dem Rechtsstaat vereinbar ist? Offensichtlich nicht, doch in den nächsten Wochen sollen die entsprechenden Gesetze geändert werden. Grundrechte, wohlgemerkt.
Offenbar scheint es hier aber nicht um den Kampf gegen Kinderpornografie zu gehen – dafür sind die Maßnahmen zu dilettantisch umgesetzt. Vielmehr scheint es um die Zensurmöglichkeit an sich zu gehen. Der Bundesverband der Musikindustrie regte schon an, man könne ja auch unliebsame Peer-to-Peer-Websiten oder eben Seiten wie Pirate Bay auf die Liste setzen (ähnliche Vorstöße ereigneten sich auch schon in Schweden und Dänemark, wo schon länger zensiert wird).
Und es geht noch weiter, auch gewaltverherrlichende Inhalte und Glücksspielseiten sollen auf die Liste kommen. Und vielleicht auch noch radikale politische Aussagen?
Dann noch ein Gesetz, das das Umgehen der Sperre unter Strafe stellt, und fertig ist das perfekte Zensurwerkzeug.
Wir werden uns also vom Internet, wie wir es kennen, verabschieden müssen. Die Zukunft ist kontrolliert und zensiert und zweifelhafte Downloadquellen wird es auch nicht mehr geben. Nach fast 40 Jahren beginnen Politik, Staat und Medienindustrie, das Internet für sich zu entdecken.
Weitere Informationen: »Verschleierungstaktik«, c’t 9/09
Nach gut eineinhalb Jahren war auch mein schönes schwarzes MacBook fällig: der berüchtigte Riss an der Handablage vorne rechts tauchte auf, kurz darauf fehlte ein Stück und es sah aus wie auf dem Foto. Ein bekanntes Problem, das fast alle der alten Plastik-MacBooks betrifft – die neuen Alu-Unibody-Geräte natürlich nicht mehr.

Jedoch wechselt Apple das Topcase in diesem Fall normalerweise kostenlos aus: ich habe einfach bei AppleCare angerufen und das Problem beschrieben, die Dame wusste sofort Bescheid und musste mich offenbar nur irgendwie dazu bringen, zu erklären, dass es sich unmöglich um einen Unfallschaden handeln könne – dann musste sie eine dramaturgische Pause einlegen und mit ihrem Vorgesetzten reden, bis sie mir schließlich freudig erklärte, dass Apple den Schaden übernehme. Nebenher schickte sie mir eine Fallnummer per eMail, mit dieser und der Rechnung ging ich dann zu meinem lokalen Apple Service Provider und gab mein MacBook ab.
Und das beste kommt jetzt: schon einen Tag später war das neue Topcase eingetroffen und laut Rechnung binnen 6 Minuten eingebaut. So sitze ich hier also jetzt vor einem äußerlich fast neuen MacBook, schließlich gehört zum Topcase auch das Trackpad und die Tastatur: das ist jetzt alles neu. So muss Support aussehen.
Übrigens lese ich heute noch einen Lacher bei Spiegel Online: die Rede ist von “neuen” WLAN-Sticks, die mit dem schnelleren IEEE 802.11n funken können.
Gähn. Das ist bei Apple schon seit Jahren überall eingebaut…
Letzte Nacht kam ich von meinem einwöchigen Skiurlaub zurück – und durfte ersteinmal feststellen, dass mein Blog nicht erreichbar war. Aus bislang ungeklärten Gründen lief der Apache auf meinem vServer nicht mehr.
Ein Blick in Google Analytics verriet mir dann, dass der Ausfall tatsächlich die ganze Woche andauerte.
Warum passiert soetwas immer, wenn man offline ist?