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Bundestagswahl: Die Parteiwebsites

Schon bei der Europawahl hatte ich ja über die Websites der wichtigsten Parteien geschrieben. Das wollte ich nun wieder tun, […]

Schon bei der Europawahl hatte ich ja über die Websites der wichtigsten Parteien geschrieben. Das wollte ich nun wieder tun, allerdings hat sich nicht sehr viel geändert – daher gibts jetzt einen Schnelldurchlauf (wollte mir sowieso angewöhnen, kürzere Postings zu schreiben…).

SPD: Web 2.0 ist angesagt. Twitter, Facebook, Flickr. Auch sonst ein moderner Auftritt, der die Ziele der SPD in den Vordergrund stellt. Auch wenn bei der SPD viel schief geht, man hat immerhin erkannt, dass Wahlkampf 2009 im Internet stattfindet.

CDU: Sieht ganz ähnlich aus wie bei der SPD. Auswirkungen der großen Koalition? Zwar wirkt die Website nicht ganz so modern wie die der SPD, große, animierte Diashows gibt es hier aber ebenso wie YouTube-Links. Konkrete politische Ziele sucht man allerdings vergebens. Vielleicht geht die CDU davon aus, dass sie sowieso niemand wählt, der im Internet surfen kann.

FDP: Hier ist ein Fortschritt im Gegensatz zur Europawahl zu verzeichnen: offenbar ist den Neoliberalen die Bundestagswahl wichtiger. Die Blog-artige Seite wirkt allerdings immer noch etwas lieblos umgesetzt. Konkrete Ziele lassen sich auch nicht finden, nur eine A-Z-Liste, die wohl niemand durchklicken wird.

Die Grünen: Der sehr gute, moderne Stil, den wir schon bei der Europawahl sahen, wurde beibehalten. Tatsächlich sieht die Website fast genau gleich aus wie schon im Mai. Konkrete Ziele lassen sich zwar auch nicht unmittelbar erkennen, sind aber zumindest leicht auffindbar. Ansonsten scheint man einiges bei der SPD-Kampagne zur Europawahl abgeguckt zu haben und führt eher einen Anti-Wahlkampf: Es wird vor allem Stimmung gegen eine mögliche CDU/FDP-Koalition gemacht.
Erwähnenswert wäre noch der Pulp-Fiction-Werbespot, der zumindest in einer gewissen Zielgruppe sicher gut ankommt.

Die Linke: Etwas weniger textlastig als noch bei der Europawahl, die Seite wirkt nicht mehr so überladen. Das Wahlprogramm ist komplett online, allerdings wird sich kaum jemand das alles durchlesen. Prägnante Zusammenfassungen wären wünschenswert, und wären eigentlich grade bei einer Partei mit populistischen Zügen zu erwarten gewesen.

Piratenpartei: Erinnert mich irgendwie immer noch an die Website eines Open-Source-Software-Projektes. Liegt wohl auch an der Existenz eines Wikis.
Bilder gibt es leider kaum, dafür sind die Ziele leicht zu finden und kurz und bündig zusammengeschrieben.

Fazit

Sollte ich rein nach dem Eindruck der Website wählen, müsste ich die SPD wählen.
Allgemein muss man aber ein Lob an die Parteien aussprechen, im Vergleich zur Europawahl wurde, wenn überhaupt etwas geändert wurde, stets eine Verbesserung erwirkt. Leider heißt das noch nicht, dass alle Parteien das Internet wirklich verstanden haben. Es heißt nur, dass sie genug Geld für eine gute, moderne Agentur haben und zumindest Berater, die ihnen nahelegten, „einen Wahlkampf in diesem Internet“ zu machen. So wirklich findet dieser aber nicht statt, gegen Obama 2008 sehen sie alle alt aus.

Übrigens: Hier findet sich eine Betrachtung der Wahlplakate der Parteien, auch sehr lesenswert.

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