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Jahresarchiv: 2009

Marktkauf nimmt Kreditkarten

Marktkauf nimmt KreditkartenEndlich! Wurde auch Zeit, zumal Rewe schon vor einiger Zeit Kreditkartenzahlung eingeführt hatte (und zwar ohne lächerlichen Mindestumsatz). Dort kann man sogar Bargeld an der Kasse abheben.

Bei Einzelhändlern habe ich ja Verständnis, wenn aus Kostengründen darauf verzichtet wird. Aber die großen Ketten sollten es sich doch leisten können, dem Kunden diesen kleinen Service anzubieten. Gerade bei kleinen, ungeraden Summen, wie sie im Supermarkt häufig vorkommen, liegt eine Nutzung der Kreditkarte doch auf der Hand. Und wenn das alle machen würden, ginge es auch an der Kasse schneller… aber bis dahin ist es in Deutschland wohl noch ein weiter Weg. Heute erst wurde ich bei Saturn mit den Worten “Kreditkarte? Nehmen wir net!” abserviert und hatte dann statt einem schönen, leichten Schein wieder unzählige schwere Centstücke im Geldbeutel.

Ich mag keine Feiertage

Blick vom Balkon… und schon gar nicht, wenn ich arbeiten muss. Warum? Weil ich dann morgens hungrig zu meinem Bäcker fahre, der Sonntags normalerweise leckere Brötchen und Croissants verkauft. Und dann hängt da ein Schild an der Tür: »Aus rechtlichen Gründen haben wir am Pfingstsonntag und -montag leider geschlossen.«
Kein Frühstück also, bis 13 Uhr. Und alles nur wegen der blöden Kirche. Wie soll man denn seinen nächsten lieben, wenn man nicht gefrühstückt hat? Grr.

Stichwort Kirche: Das mit den Glocken zur vollen Stunde ist ja an sich ein nettes Gimmick. Aber warum müssen nach den Glockenschlägen, die die Uhrzeit kommunizieren, noch geschlagene fünf Minuten sinnloser Läuterei in voller Lautstärke folgen? Das nervt nämlich vor allem dann, wenn die alten Menschen, denen ich das Mittagessen bringen soll, deswegen die Klingel nicht hören. Und ich warten muss, bis die Kirche verstummt. Hungrig.

Nein, das Bild hat überhaupt keinen Bezug zum Text.

Naziaufmarsch in Lüneburg

Gestern morgen bin ich aufgewacht und befand mich inmitten der Sicherheitszone, die die Polizei für den Aufmarsch von Neonazis in Lüneburg eingerichtet hatte. Nur Bewohner wurden noch durchgelassen – und Nazis. Viele kamen allerdings nicht, nur ca. 100 Glatzköpfe versammelten sich am Vormittag hier, 200 Meter von der Haustür meiner Freundin entfernt. Die Polizei war mit ungefähr dreimal so vielen Einsatzkräften vertreten.
Im Vorfeld hatte die Stadt Lüneburg die Demonstration verboten, da es bei einer ähnlichen Veranstaltung am 11. April bereits zu Ausschreitungen seitens der Nazis gekommen war, die versucht hatten, eine Polizeisperre zu durchbrechen. Das Verwaltungsgericht hob dieses Verbot dann jedoch wieder auf, da es aufgrund der strikten räumlichen Trennung (Nazis im Osten, Gegenveranstaltungen in der Innenstadt) diesesmal keine Ausschreitungen erwartete und ein Verbot in Hinsicht auf die Versammlungsfreiheit für unverhältnismäßig hielt.

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Die eigentliche Veranstaltung hatte dann eher lächerlichen Charakter, was wohl auch an der Route lag, die zwischen einer verlassenen Kaserne und einem eher spärlich bewohnten Wohngebiet vorbeiführte. Die Nazis durften einmal um den Block laufen und ein paar Parolen schreien, vor und hinter ihnen lief eine Hundertschaft der Polizei. Das war es dann auch schon wieder.
Einige Mitglieder der linken Szene waren auch vor Ort, hatten jedoch aufgrund des krassen Polizeiaufgebotes keine Chance, den Marsch zu stoppen, wie es am 11. April geschehen war. Als Erfolg für die Nazis kann die Aktion jedoch trotzdem nicht verbucht werden: dass sie unerwünscht sind, war nicht nur bei den Anwohnern deutlich zu spüren.
Zur Gegenveranstaltung in der Innenstadt kamen über 1000 Leute.

Weitere Informationen bei Indymedia.

Europawahl 2009: Die Parteien

ee09_europabutton_de32 Parteien bzw. “politische Vereinigungen” stellen sich am 7. Juni zur Wahl für das europäische Parlament (ich berichtete). Dieses setzt sich übrigens proportional zur Größe der EU-Mitgliedsstaaten zusammen, wodurch bei bevölkerungsreichen Ländern wie Deutschland sehr viel mehr Bürger von einem einzelnen Abgeordneten repräsentiert werden. Die meisten der nationalen Parteien schließen sich auf Europaebene mit ihren jeweiligen Pendants aus den anderen Staaten zu “Europaparteien” zusammen.
Die SPD wird dadurch zur SPE, die CDU zur EVP (europäische Volkspartei), die FDP zur ELDR (“europäische liberale, demokratische und Reformpartei”), die Grünen zur EGP (“europäische grüne Partei”) und die Linke zur EL (“europäische Linke”). Die Piraten treten auf europäischer Ebene logischerweise auch gemeinsam mit denen der anderen EU-Staaten auf, schließlich verstehen sie sich ja von Beginn an als transnationale Bewegung und treten daher bei der Europawahl auch unter dem Namen ihrer Dachorganisation “PPI” (“Pirate Party International”) auf.

Jedoch ändert sich für den Wähler hierzulande nichts im Vergleich zu einer normalen Bundestagswahl – die bekannten deutschen Parteien stehen auf dem Wahlzettel und vertreten ihre üblichen Wahlprogramme.
Im Folgenden habe ich mir die Internetauftritte einiger der Parteien als wohl wichtigstes Aushängeschild angesehen.

spd1Die SPD bemüht sich mit einer hübschen, gut umgesetzten Homepage um ein modernes Web-2.0-Image. Dabei befindet sich die Partei gedanklich schon im Herbst, wo sie Steinmeier zum Kanzler machen möchte – zur Europawahl ist das Angebot eher mau. Die klassischen sozialdemokratischen Sprüche werden raus-, ansonsten wird viel auf die Konkurrenz eingehauen.

cduDie CDU möchte mit ihrem Auftritt offensichtlich vor allem ältere Menschen ansprechen. Das irritiert etwas, denn die wählen sie doch sowieso? Nach den massiven Fehlern in letzter Zeit im Umgang mit dem Internet und dem Teil des Volkes, der auch etwas damit anfangen kann, hätten hier Punkte gemacht und klare Worte gefunden werden müssen. Stattdessen findet man eine ausdruckslose Seite vor, die sich zwar bemüht, modern zu wirken, doch außer einer Diashow und Aufrufen zu Wählerbeteiligung findet sich nichts. Politische Inhalte gibt es nur in PDF-Broschüren, hier wurden offensichtlich einfach die Druckvorlagen online gestellt. Der CDU ist das Internet also nach wie vor fremd und etwas ungeheuer. Aber dass man damit Geld machen kann, hat sie schon gemerkt: ins Auge sticht gleich der Punkt “Spenden”, der bei der CDU aber wohl eher negative Assoziationen hervorruft.

linkeDie Linke verfährt auf ihrer Homepage nach dem Motto “viel hilft viel”. An Content mangelt es nicht, von der Aufmachung erinnert die Website eher an ein Nachrichtenportal. So ist es auch kein Problem, die Standpunkte der Partei zu finden. Dabei gibt es wenig Überraschungen, der Name ist Programm und die Farbe rot dominiert. So wirklich professionell wirkt das aber alles nicht, stattdessen eher zusammengestückelt aus verschiedenen Parteien, Standpunkten und Schriftstücken. Vielen Schriftstücken.

grueneDie Grünen sind Web 2.0. Sie bieten die mit Abstand aufwändigste und modernste Seite, die zwar weniger nüchtern daherkommt als die SPD, aber dafür mit umso mehr Farbverläufen und großen Schriftzügen. Ebenso klar werden die Hauptthemen der Partei thematisiert, interessant ist hier, dass Wirtschaft, Arbeit und soziale Gerechtigkeit vor Klima und Umwelt kommen. Zum Schmunzeln bringen Sprüche wie “Freunde werden? Jürgen und Renate auf Facebook”. Doch diese betont alternative Jugendlichkeit passt zwar gut zu der Partei, vermittelt aber nicht unbedingt Kompetenz.

piratenDie Piratenpartei, selbsternannte Retter des Internets, der informationellen Selbstbestimmung und des freien Zugangs zu Informationen und Medien, erklären diese Themen auf ihrer Website, die auch die irgendeiner OpenSource-Software sein könnte, ausführlich. Durch Wiki und BurningBoard-Forum finden sich hier Nerds zusammen, um ihre Themen zu formulieren. Mehr kommt dabei auch nicht heraus: zu anderen politischen Themen existieren keine Positionen. Überraschenderweise hinterlassen die Piraten aber einen erstaunlich seriösen Eindruck und beweisen, dass sie sich bei ihren Themen auskennen und weit mehr sind, als ein Zusammenschluss von einigen Informatik-Studenten und Filesharern.

Folgende Websites möchte ich außerdem auch nicht unerwähnt lassen:

  • Die Rentner haben sich einen Homepagebaukasten aus den 90er-Jahren vorgenommen und eine Homepage damit gebastelt, inklusive Flash-Intro. Barrierefreiheit ist hier wohl nicht gewünscht.
  • Die FDP hat zwar auch eine Parteiwebsite unter der Domain fdp-bundespartei.de, fdp.de leitet aber aber auf liberale.de weiter, wo eine leicht angestaubte Website mit einem Businessdesign von der Stange auf den potentiellen Wähler wartet.
  • Die Newropeans wollen international sein. Wofür sie sonst stehen, wissen sie aber wohl selbst nicht so genau. Für kleine Schriftgrößen, schreckliche Farbkombinationen und uneinheitliche Länderauftritte vielleicht?
  • Die FBI hat nicht nur einen coolen Namen, sondern experimentiert auch gerne mit vielen verschiedenen Schriftgrößen und -farben herum.
  • Die Frauen zeigen uns, dass sie alles können – außer Websites gestalten und Bilder verkleinern.

Europawahl 2009

Am 7. Juni 2009 findet in der EU die Wahl zum europäischen Parlament statt. Leider ist diese Wahl recht unbekannt und findet nur wenig Beachtung, insbesondere bei jüngeren Menschen. Doch gerade diese sollten unbedingt zur Wahl gehen, sonst ändert sich ja nie etwas.

Europawahl? Lohnt es sich überhaupt, dort hinzugehen?

Natürlich! Das europäische Parlament ist die europäische Entsprechung des Bundestages. Hier werden Gesetze und Richtlinien verabschiedet, die für die europäischen Länder verbindlich sind. Daher sollen seine Mitglieder auch von allen europäischen Bürgern gewählt werden.

Und wen soll man dort wählen?

Zur Wahl stehen in Deutschland die üblichen Parteien: SPD, CDU, Grüne, Linke, FDP, aber auch unbekanntere Parteien wie die Violetten, die Piraten oder die Partei FBI. Und natürlich wollen auch die alten, braunen Bekannten vom rechten Rand mitmischen.
Insgesamt werden sage und schreibe 32 Parteien auf dem Wahlzettel stehen.
wahlomat_europawahl09Da kann die Entscheidung natürlich schwer fallen, daher gibt es wie bei jeder Wahl wieder den “Wahl-O-Mat” der Bundeszentrale für politische Bildung. Ich empfehle jedem, die dortigen Fragen einmal durchzugehen, dabei können wirklich interessante und überraschende Ergebnisse herauskommen. Nach der Bewertung von 38 politischen Standpunkten können bestimmte Themen, die einem besonders wichtig sind, doppelt gewichtet werden. Schließlich können acht Parteien ausgewählt werden, mit denen man seine Standpunkte vergleichen lassen möchte. Hier empfiehlt es sich, per Zurück-Button des Browsers möglichst alle Parteien einmal durchzuprobieren, gerade von den kleinen unbekannten Parteien kann man teilweise sehr überraschende Ergebnisse erhalten. Drei Parteien haben sich leider geweigert, beim Wahl-O-Mat teilzunehmen, aber das spricht dann wohl auch für sich. Wer so rückständig ist und sich dem Internet derartig verweigert, hat es sicher nicht verdient, gewählt zu werden.

Natürlich ist das Ergebnis des Wahl-O-Mat nicht als Wahlempfehlung zu verstehen, sondern eher als Anregung. So hatte ich eigentlich für mich schon entschieden, welcher Partei ich am 7. Juni meine Stimme geben werde, und wurde nun durch den Wahl-O-Mat auf zwei weitere Parteien aufmerksam, die sogar noch näher an meinen Standpunkten liegen als die Partei, die ich eigentlich wählen wollte. Ich werde es mir auf jeden Fall nochmal überlegen.

Unsere Preise schonen Ihren Geldbeutel

Ich gebe zu, ich fahre recht häufig mit der Bahn. Eigentlich jedes Wochenende. Da kaufe ich mir dann auch gerne ein Online-Ticket, das zwar den Zugbegleiter beim Kontrollieren mindestens zehnmal so lange beschäftigt wie ein Automatenticket, aber das ist ja nicht mein Problem, sollen sie eben das System verbessern. Jedenfalls – dadurch bin ich sozusagen Stammbesucher auf bahn.de. Dieser Meinung ist auch die Betaversion von Safari 4 und präsentiert mir daher schon von Anfang an immer die Bahn-Website in den Top Sites. Soweit ja alles kein Problem. Aber seit einiger Zeit sieht das so aus:
bahn_bohlenJeden Morgen glotzt mich da also der Herr Bohlen an, wenn ich meinen ersten Kaffee trinke (zu jeder anderen Tageszeit natürlich auch, aber morgens ist das besonders hart). Und jedes Mal quält mich die Frage: Warum??!
Tatsächlich ist Bohlen der neue Werbeträger der Bahn und führt so die Reihe zweifelhafter Bahnwerbung fort (“Unsere Preise schonen Ihren Geldbeutel”). Naja, wenn man das Monopol hat, gibt man sich mit der Werbung wohl einfach nicht mehr so die Mühe, siehe auch Microsoft.
Aber eigentlich wäre mir das ja egal, ich sehe sowieso kaum Fern und schon gar keine Werbung. Nur auf Bahn.de muss ich Bohlen jeden Tag sehen, grml.
Dann doch lieber wieder die schnuffige Business-Sofie.

Nachtrag:
Die Bahn hat reagiert. Inzwischen wurde Bohlen durch zwei Flaggen ausgetauscht, die für das “Europa-Spezial” werben.

Nachtrag 2:
Bohlen ist zurück, in alter Pracht.

Petition gegen Internetzensur

Nach der Online-Demo gegen die staatliche Internetzensur vor zwei Wochen, die ein durchschlagender Erfolg wurde, folgt nun etwas, was tatsächlich eine Änderung herbeiführen könnte: die Online-Petition.
Jedoch nicht von einem Blog initiiert, sondern hochoffiziell auf der Plattform des Bundestages, die ich dadurch erst kennenlernte: Auf epetitionen.bundestag.de stellt die Regierung die Möglichkeit zur Verfügung, online Petitionen zu starten und zu unterzeichnen. So kann man unkompliziert politisch aktiv werden und hat – neben der Wahl – ein weiteres Mittel, um zumindest ansatzweise mitzuentscheiden. Super!

epetitionen_screenshot

Also: wer denken kann und daher gegen die staatliche Sperrung unter dem Deckmantel des Kampfes gegen Kinderpornografie ist (Argumente gibt es hier, hier und hier), sollte jetzt aktiv werden.

Für die erfolgreiche Teilnahme muss man sich registrieren, doch das sollte es einem schon wert sein. Und der Staat kennt Name und Adresse ja sowieso.
Leider sind die Server zur Zeit aufgrund des Ansturms etwas langsam, aber dann muss man es eben später nochmal versuchen.

Finden sich bis zum 16. Juni 50.000 Unterzeichner, wird die Sache vom Petitionsausschuss des Bundestages beraten und es besteht eine Chance, dass doch noch die Vernunft über den Wahnsinn siegt. Also los!

Link zur Online-Petition

via stylespion.de

Ein ♥ für Blogs

Hiermit möchte ich mich an einer Aktion des Stylespion beteiligen und ein paar (deutschsprachige) Blogs vorstellen, die ich als besonders lesenswert erachte:

Peter Kröner
peterkroenerWebdesign-Guru und Webstandards-Aktivist. Liefert hervorragende und von vorne bis hinten durchdachte Artikel zu Themen wie HTML5, Internet-Explorer-Behandlung oder auch Linux-für-Webdesigner.
Abgerundet wird das Angebot durch regelmäßige Linklisten zum Thema Webdesign.
Ca. 3-4 Beiträge pro Woche.

futur:plom
futurplomArtikel über Zukunft und Vergangenheit, teilweise recht philosophisch angehaucht. Findet man immer interessante Thesen und Sichtweisen, die zum Nachdenken anregen. Außerdem legt der Autor einen hervorragenden Schreibstil an den Tag, wie man ihn nur noch selten findet. So macht es einfach Spaß, zu lesen.
Ca. 4 Beiträge pro Woche.

aptgetupdateaptgetupdate
Das Blog zweier Nerds, die zu fast jedem durch die Bloggeria getriebenen Thema eine Meinung haben. Allgemein recht Technik-lastig, so gibt es öfters mal Softwarevorstellungen für OS X und Linux, ab und zu ist auch etwas für Gamer dabei.
Ca. 2-3 Beiträge pro Tag.

neunzehn72 und powerbook_blog
neunzehn72powerbookblogZwei thematisch recht ähnliche Blogs, daher fasse ich sie hier zusammen: Viele persönliche Beiträge, die aber meist recht lustig und/oder interessant zu lesen sind; dazu gibts immer wieder etwas aus der Mac-Welt, recht häufig Fotos bzw. Beiträge über Fotografie, regelmäßige Auto- und Jogging-Statistiken der Autoren und ab und zu Beiträge über »Gadgets und Lifestyle«.
Ca. 4 Beiträge pro Tag – jeweils.

fscklog
fscklogUnter dem Motto »Tales of Interest« hat der Autor sein Blog zur Referenz unter den deutschen Mac-Blogs gemacht, es erfüllt journalistische Ansprüche und kann wunderbar als Apple-Newsquelle dienen. Neuigkeiten sind meist genauso schnell online wie auf den großen amerikanischen Mac-Seiten und dabei grundsätzlich gut recherchiert und nicht nur abgeschrieben.
Außerdem vielleicht das hübscheste Blog in dieser Runde, ein sehr sauberes und schönes Design, was natürlich hervorragend zum Thema Apple passt.
Ca. 2-3 Beiträge pro Tag.

kaliban
kalibanDas Blog des ehemaligen Chefredakteurs der GameStar (das ist sowas wie die c’t für Gamer). Thematisch geht es zwar auch um Spiele, so findet man hier eine dedizierte Meinung zur »Killerspiel-Debatte« vor, aber vor allem gibt es regelmäßig einfach unterhaltsame Texte und jeden Sonntag eine Linkliste.
Ca. 1 Beitrag pro Tag.

Soweit meine kleine Blog-Vorstellungsrunde. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Blogs meiner Freunde, die rechts in der Blogroll zu finden sind. Dort finden sich seit neuestem auch “Leseempfehlungen” von mir, die ich bei meinen Streifzügen durch das Web gefunden habe und die direkt vom Google Reader hier eingebunden werden.

Der Anfang vom Ende…

…des Internets.

Zumindest das Ende des Internets, wie wir es kennen – nichts geringeres wird zur Zeit eingeleitet. Und es fängt mit Kleinigkeiten an, die für sich betrachtet ersteinmal harmlos erscheinen:
t-online-navigationshilfe
Vor einigen Tagen führte der größte deutsche Internetprovider T-Online die sogenannte »T-Online Navigationshilfe« ein. Gibt mal als Telekom-Kunde eine Internetadresse falsch ein, bekommt man nicht die übliche, vom Browser generierte Fehlerseite, sondern wird auf eine Seite der Telekom umgeleitet, die eine Suchfunktion für die richtige Adresse bereitstellt – und vor allem viel Werbung.
Dazu kommt noch, dass dieses Feature nicht groß angekündigt wurde, sondern einfach kommentarlos bei allen T-Online-Kunden aktiviert wurde (sonst würde es wohl auch niemand benutzen…). Hier maßt sich also ein Provider an, sich zwischen das Internet und den Benutzer zu stellen und den Internetverkehr nach eigenem Interesse zu kontrollieren bzw. zu ändern. Glücklicherweise lässt sich der Dienst deaktivieren.

Aber auch von anderer Seite weht ein rauerer Wind. Heute fielen die Urteile im Pirate-Bay-Prozess: Mit einem Jahr Haft und knapp 3 Millionen Euro Strafe bewies Schweden, dass es sich der Film- und Musikindustrielobby unterstellt und zu deren Werkzeug wurde.
piratebayZur Sache: thepiratebay.org ist eine spezialisierte Suchmaschine für Torrent-Dateien (die übrigens nach wie vor in Betrieb ist). An sich ist daran nichts auszusetzen, die Peer-to-Peer-Technik ist eine der sinnvollsten Techniken, die das Internet hervorgebracht hat (unter anderem der Fernsehdienst zattoo basiert darauf) – und auch Torrent ist an sich nichts Schlechtes und daher ist die Argumentation der Pirate-Bay-Betreiber schlüssig. Schließlich bieten sie nur eine Suchmaschine an – und über Google lassen sich genauso illegale Informationen finden. Natürlich weiß aber auch jeder, dass der Großteil der über das Torrent-Netz »getauschten« Daten urheberrechtlich geschützt ist. Trotzdem ist das nicht den Betreibern von Torrent-Suchmaschinen in die Schuhe zu schieben: vielmehr sollte das Problem an der Wurzel gepackt werden und diejenigen sollten zur Rechenschaft gezogen werden, die die Urheberrechte tatsächlich verletzen indem sie das Material online zugänglich machen. Nun müssen also die Pirate-Bay-Macher ihre Köpfe herhalten, während all die anderen Torrent-Suchmaschinen (von denen es im Internet schätzungsweise fast so viele wie Pornoseiten gibt) weitermachen wie bisher und das Problem überhaupt nicht bekämpft wird. Zu klären wäre auch, ob das Problem nicht viel eher sowieso an den zu restriktiven Rechteinhabern liegt…

Und auch in Deutschland favorisiert man Scheinlösungen, die das eigentliche Problem überhaupt nicht angehen: heute wurde der Weg für die Zensur des Internets auch in Deutschland geebnet.
Eigentlich hat zu diesem Thema die c’t schon alles gesagt – netterweise ist der Artikel der aktuellen Ausgabe aber auch online zu finden. Doch ich werde die Kernpunkte hier nochmal kurz aufgreifen:

Die CDU-Familienministerin v.d. Leyen befand zu Beginn des Jahres plötzlich die Kinderpornografie als großes Problem und hätte das Internet wohl am liebsten sofort abgestellt – der armen Kinder wegen. Natürlich ist das ein wunder Punkt, niemand wird bestreiten wollen, dass Kinderpornografie etwas böses ist und bekämpft gehört. Jedoch wurde laut c’t-Informationen seitens Kriminalexperten die Lage gehörig übertrieben, denn es wären nicht plötzlich sehr viel mehr Kinderpornos aufgetaucht. Überhaupt gäbe es gar keine »Kinderpornoindustrie«, vielmehr handele es sich bei 98% des Materials um jahre- bis jahrzehntealtes Material, das auch meist auf analogem Wege getauscht und weitergegeben würde, und zwar gratis unter Gleichgesinnten.
Natürlich gibt es auch einschlägige Webseiten – jedoch gibt es hier schon einen Weg, diese abzuschalten. Nämlich den, den es bei jeder Webseite mit illegalem Material gibt, seien das nun Kinderpornos, Bombenbauanleitungen oder Gewaltvideos: den Weg des Rechtsstaats, bei dem ein Richter innerhalb kurzer Zeit eine solche Website vom Netz nehmen kann. Doch das reicht der schwarzen Regierung offenbar nicht, die Websites sollen »gesperrt« werden, wie das in Skandinavien schon der Fall ist (und in China).
[caption id="attachment_345" align="aligncenter" width="237" caption="So soll die Sperrseite des BKA aussehen."]So soll die Sperrseite des BKA aussehen.[/caption]
Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Die simpelste ist eine Sperrung auf DNS-Ebene, gewisse Domains werden also einfach umgeleitet und führen nicht mehr zu ihrem eigentlichen Bestimmungsort, sondern z.B. auf eine Seite, die über die Sperrung informiert. Dies ist eine Sperre, die überhaupt nichts bringt, und die innerhalb von Sekunden selbst von unbedarften Nutzern umgangen werden kann (indem einfach ein ungefilterter DNS-Server im Router oder im System eingetragen wird, wie das geht kann man bei Youtube in 30 Sekunden lernen).
Es können aber anstatt der Domains auch einfach die IP-Adressen von entsprechenden Servern gesperrt werden, sodass diese nicht mehr erreichbar sind. Auch das ist relativ einfach zu umgehen. Beide Systeme haben das Problem, dass sie eine hohe Fehlerquote haben. Meistens liegen auf Servern unzählige Websites nebeneinander – wird dann eine davon gesperrt, sind auch alle anderen nicht mehr erreichbar.
Brisant wird das vor allem, weil nicht vorgesehen ist, dass gewisse Seiten, die einmal gesperrt sind, nachher nochmal überprüft und gegebenenfalls wieder freigegeben werden. Wird also eine Website z.B. gehackt und mit Kinderpornos gefüllt, besteht keinerlei Chance, die Website nocheinmal zu nutzen. Tatsächlich soll es sogar verboten werden, den Inhalt der Sperrliste einzusehen und zu überprüfen.
Eine dritte Möglichkeit der Zensur ist die wirkungsvollste: eine Filterung von Inhalten. Anstatt also ganze Domains und Server abzuschießen, müssten übertragene Fotos und Videos überprüft und mit einer Liste abgeglichen werden. Im Fall des Falles können dann gezielt diese Inhalte blockiert werden. Um diese einzig sinnvolle Variante so umsetzen zu können, dass die allgemeine Internetgeschwindigkeit nicht auf 28k-Modem-Niveau zurückfällt, bräuchte man jedoch einen sehr hohen Hardwareaufwand und daher scheidet diese Möglichkeit auch aus.
Dazu kommt noch, dass das meiste Material, das sich auf diesen Sperrlisten befindet, einer näheren Prüfung nicht standhalten würde, zumindest konnte das in den skandinavischen Ländern festgestellt werden. Vieles wird also als Kinderporno abgestempelt, ist aber gar keiner. Aber es ist natürlich viel einfacher, etwas auf Verdacht hin auf eine Liste zu setzen, als einen Prozess anzustrengen, indem vermutlich herauskommen würde, dass es sich gar nicht um illegale Inhalte handelt.

Nun wurden also die größten deutschen Provider heute dazu gebracht, entsprechende Verträge zu unterschreiben, in denen sie sich zur Zensur verpflichten. Wie geplant soll das BKA eine Sperrliste erstellen und diese täglich an die Provider schicken. Diese sollen dann entsprechende Websites auf DNS-Ebene sperren – ohne Möglichkeit der Überprüfung von unabhängiger Seite und ohne Möglichkeit der Rückgängigmachung. Ob das mit dem Rechtsstaat vereinbar ist? Offensichtlich nicht, doch in den nächsten Wochen sollen die entsprechenden Gesetze geändert werden. Grundrechte, wohlgemerkt.
Offenbar scheint es hier aber nicht um den Kampf gegen Kinderpornografie zu gehen – dafür sind die Maßnahmen zu dilettantisch umgesetzt. Vielmehr scheint es um die Zensurmöglichkeit an sich zu gehen. Der Bundesverband der Musikindustrie regte schon an, man könne ja auch unliebsame Peer-to-Peer-Websiten oder eben Seiten wie Pirate Bay auf die Liste setzen (ähnliche Vorstöße ereigneten sich auch schon in Schweden und Dänemark, wo schon länger zensiert wird).
Und es geht noch weiter, auch gewaltverherrlichende Inhalte und Glücksspielseiten sollen auf die Liste kommen. Und vielleicht auch noch radikale politische Aussagen?
Dann noch ein Gesetz, das das Umgehen der Sperre unter Strafe stellt, und fertig ist das perfekte Zensurwerkzeug.

Wir werden uns also vom Internet, wie wir es kennen, verabschieden müssen. Die Zukunft ist kontrolliert und zensiert und zweifelhafte Downloadquellen wird es auch nicht mehr geben. Nach fast 40 Jahren beginnen Politik, Staat und Medienindustrie, das Internet für sich zu entdecken.

Weitere Informationen: »Verschleierungstaktik«, c’t 9/09

MacBook: neues Topcase

Nach gut eineinhalb Jahren war auch mein schönes schwarzes MacBook fällig: der berüchtigte Riss an der Handablage vorne rechts tauchte auf, kurz darauf fehlte ein Stück und es sah aus wie auf dem Foto. Ein bekanntes Problem, das fast alle der alten Plastik-MacBooks betrifft – die neuen Alu-Unibody-Geräte natürlich nicht mehr.

Topcase-Riss im schwarzen MacBook

Jedoch wechselt Apple das Topcase in diesem Fall normalerweise kostenlos aus: ich habe einfach bei AppleCare angerufen und das Problem beschrieben, die Dame wusste sofort Bescheid und musste mich offenbar nur irgendwie dazu bringen, zu erklären, dass es sich unmöglich um einen Unfallschaden handeln könne – dann musste sie eine dramaturgische Pause einlegen und mit ihrem Vorgesetzten reden, bis sie mir schließlich freudig erklärte, dass Apple den Schaden übernehme. Nebenher schickte sie mir eine Fallnummer per eMail, mit dieser und der Rechnung ging ich dann zu meinem lokalen Apple Service Provider und gab mein MacBook ab.
Und das beste kommt jetzt: schon einen Tag später war das neue Topcase eingetroffen und laut Rechnung binnen 6 Minuten eingebaut. So sitze ich hier also jetzt vor einem äußerlich fast neuen MacBook, schließlich gehört zum Topcase auch das Trackpad und die Tastatur: das ist jetzt alles neu. So muss Support aussehen.

Übrigens lese ich heute noch einen Lacher bei Spiegel Online: die Rede ist von “neuen” WLAN-Sticks, die mit dem schnelleren IEEE 802.11n funken können.
Gähn. Das ist bei Apple schon seit Jahren überall eingebaut…