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Monatsarchiv: März 2010

Der Teufel fährt Fiat

Stuttgart, Dienstagnachmittag, ca. 15:30. Ich fahre entspannt nach Hause. Etwas weniger entspannt verhält sich die Fahrerin eines alten Fiat Punto, der mir schon ein paar Kilometer auffällt. Sie fährt dicht auf, wechselt häufig die Spur ohne zu blinken und fährt irgendwie komisch. Ich bin froh, als ich sie überholen kann. Irritiert beobachte ich sie noch im Rückspiegel. Langsam rolle ich auf eine rote Ampel zu, von der Dame dicht gefolgt. Als wir beide zum Stehen kommen, beobachte ich leicht beunruhigt, wie sie ihren Gurt löst – und aussteigt. Wir befinden uns auf einer vierspurigen Straße mit recht viel Verkehr, wohlgemerkt. Sie kommt zu mir.
Leichte Beunruhigung steigt in mir auf. Habe ich was falsch gemacht? Ich wüsste nicht was. Sie guckt böse zum Fenster herein und klopft an die Scheibe. Ich drehe das Radio leiser, öffne die Scheibe ein Stück und äußere ein irritiertes „Jaa…?!“.

An dieser Stelle sollte man erwähnen, dass ich mich ungefähr einen Kilometer vor Ort A befand, worauf auch ein großes Schild an der Kreuzung, an der ich stand, hinwies. Dort stand auch, dass es über Ort A zu Ort B ging.
Die Frau, schätzungsweise Mitte vierzig, mit wirrem Haar und bösen Augen, öffnet den Mund. „Gehts da jetzt nach B?????!!!!“, fragt sie sichtlich verärgert.
Ich bin erst beruhigt, dass sie mir nicht irgendwas vorwirft. Zu schnell gefahren, zu langsam gefahren, was weiß ich. Obwohl – irgendwie klang sie schon vorwurfsvoll. Vielleicht hat ihr die Farbe meines Autos nicht gefallen. Oder die Aufkleber.
„Ja…“, antworte ich. Bevor ich den Mund wieder geschlossen habe, schreit sie fast: „Und wie fahr ich da jetzt am besten???!!“
Unterdessen wird die Ampel grün, mein Vordermann fährt los. „Einfach durch A durch… dann kommen Sie direkt nach B.“, antworte ich, bemüht, freundlich zu klingen.

Kurz überlege ich, ob ich ihr sagen soll, dass sie mir einfach nachfahren soll. Ich möchte nämlich nach C, muss also auch durch B fahren. Entschließe mich dann aber dagegen, irgendwie habe ich Angst vor der Frau, die mich, die Hände in die Hüften gestemmt, immer noch böse anguckt. Als würde sie abschätzen, ob man mir trauen könne. Schließlich geht sie zurück zu ihrem Wagen, ich gebe Gas und versuche, möglichst schnell weg zu kommen.

Leider ist sie am Ende von A trotz geschätzten zehn Ampeln immer noch hinter mir. Sie lässt mich mit ihren bösen Augen nicht aus dem Blick, auch ihre Beifahrerin scheint irgendwas gegen mich zu haben. Die beiden schmieden teuflische Pläne gegen mich, da bin ich mir inzwischen sicher. Wir verlassen A und kommen an einer Kreuzung zum Stehen. Die Beschilderung verrät, dass es geradeaus nach B geht, rechts nach D. In der Ferne ist schon fast das Ortsschild von B zu erkennen. Ich halte an und lasse meinen Blick in den Rückspiegel schweifen. Die Frau hinter mir löst wieder ihren Gurt, steigt aus und kommt wutschnaubend auf mich zu. Instinktiv verriegele ich die Türen. Ich hebe die Augenbrauen und schaue sie fragend an, das Fenster nur einen Spalt geöffnet.
Wie ein Drachen, der gleich meinen Wagen abfackeln will, bläht sie ihre Nasenlöcher auf und blickt mich aus ihren bösen, kleinen Augen an. „Wann kommt denn B jetzt endlich???!!!!!!!!111“, schreit sie zum Fenster herein. Offenbar hätte sie kein Problem damit, mich mit einem Fingerschnippen auf alle Ewigkeit in die Hölle zu verbannen und von Fiats verfolgen zu lassen. Kleinlaut antworte ich, dass der nächste Ort B ist. Wieder dieser abwägende Blick, vermutlich überlegt sie, was sie mit mir anstellt, wenn ich nicht kooperiere. Das letzte Mal, dass ich dem blanken Hass so ins Gesicht gesehen habe, war, als mein ehemaliger Vermieter mich verprügeln wollte, weil ich einen Dübel in die Wand geschlagen habe. Aber das ist eine andere Geschichte.

Die Ampel wird grün, die Kollonne vor uns setzt sich langsam in Bewegung. Ich versuche, den bösen Blick zu erwiedern, schließe das Fenster und fahre los. Die Teufelfrau steigt ihn ihren Wagen und nimmt die Verfolgung auf. Mir reicht es.
Die Kreuzung. Geradeaus geht es nach B, rechts nach D. Über D komme ich auch nach C – also los. Vollgas, der Teufel jagt hinterher, geht fest davon aus, dass ich geradeaus nach B fahre. Im letzten Moment reiße ich das Steuer herum und biege mit quietschenden Reifen nach D ab. Ein letzter Blick in den Rückspiegel verrät mir, dass die Teufelfrau mit ihrer Schergin weiter gerade aus fährt, neuen Opfern entgegen.
In Ort C angekommen werfe ich noch einen vorsichtigen Blick auf die Straße aus B, aber keine Spur von ihr. Ich bin nochmal davongekommen. Für heute.

Ein- und Ausgaben im Griff mit CashTrails (iPhone)

Bisher hatte ich immer eine kleine Numbers-Tabelle, in die ich ca. einmal im Monat meine Einnahmen und Ausgaben eingetragen habe, um zumindest ungefähr zu wissen, wofür ich (möglicherweise zuviel) Geld ausgebe. Das war allerdings recht kompliziert und irgendwie auch nie aktuell und vollständig.
Bei aptgetupdate wurde ich jetzt aber auf eine App für das iPhone OS aufmerksam, die dieses Problem zu lösen verspricht: CashTrails.

Buchungen lassen sich damit in eine Vielzahl von Kategorien einteilen, dabei werden mehrere Konten unterstützt (z.B. Girokonto, Kreditkarte und Bargeld), es können beteiligte Personen eingetragen und die Buchungen in verschiedene Gruppen aufgeteilt werden. Auch automatische Währungsumrechnung ist möglich.
Dazu bietet das Programm dann umfangreiche Auswertungen an, anhand derer man übersichtlich sieht, wofür man am meisten ausgegeben hat. Abgerundet wird das Angebot mit einer Exportfunktion und einer PIN-Sperre – schließlich soll ja nicht jeder, der das iPhone oder den iPod touch in die Hand bekommt sehen können, wieviel Geld man gerade hat.

Die einzige Funktion, die ich vermisst habe, ist eine Möglichkeit, den Kontostand initial festzulegen. Offenbar muss der Kontostand zu Beginn allerdings tatsächlich als Einnahmen verbucht werden. Dadurch wird die Statistik leider etwas verfälscht. Cool wäre natürlich auch noch eine Funktion, über die Buchungen auf dem Girokonto automatisch in die App übernommen werden.

Alles in allem bin ich aber ziemlich begeistert von der App, und erstaunlicherweise gelingt es mir tatsächlich, die Eintragungen aktuell zu halten.
In der kostenlosen Light-Version können maximal 30 Buchungen gespeichert werden, die Vollversion kostet 3,99 € und ist im App-Store erhältlich.

Ein Blitz für die D90 – Nissin Di622

Das wohl wichtigste Zubehör zu einer digitalen Spiegelreflexkamera bringt diese eigentlich schon von Haus aus mit: einen Blitz. Nur ist das kleine Hochklapplämpchen auf Dauer leider nicht zu gebrauchen. Schnell sehen damit geschossene Fotos wieder aus, als seien sie aus einer kleinen Digicam gekommen. Oft wirft auch das Objektiv einen unschönen Schatten auf den unteren Bereich des Bildes.
Leider kosten „richtige“ Blitzgeräte wie das Nikon SB-600 auch richtig Geld: 250 Euro möchte Nikon dafür haben, für das SB-900 sogar fast 400. Allerdings zahlt man für die Marke Nikon natürlich extra.

Für rund 100 Euro gibt es allerdings schon das Nissin Speedlite Di622 – das praktisch das gleiche kann wie das über doppelt so teure Nikon-Gerät.

Der Blitz lässt sich nach oben und zur Seite drehen, außerdem hat er einen ausklappbaren Diffusor mit Aufhellreflektor. Diese Features waren mir eigentlich am wichtigsten: mich stört beim Blitzen immer, dass man es den Fotos einfach ansieht. Das natürliche Licht und die damit verbundene Stimmung gehen normalerweise verloren. Richtet man den Blitz allerdings mit Diffusor an die Decke und nutzt den Aufhellreflektor, kommt das meiste Licht von der Decke und verstärkt nur die Zimmerbeleuchtung: die Fotos sehen natürlich aus und sind trotzdem richtig belichtet und scharf – man kann locker Verschlusszeiten um die 200 verwenden, wo nichts mehr verwackelt.

Die automatische Lichtstärkeregelung TTL unterstützt der Blitz gut, man kann sich fast immer darauf verlassen. Alternativ kann man aus sechs Stärkestufen direkt am Blitz wählen.

Abgerundet wird das Paket mit einem Standfuß, wodurch man den Blitz im Servo-Modus verwenden kann: beispielsweise kann man den Blitz seitlich vom Motiv platzieren und den internen Kamerablitz zusätzlich verwenden. Bei der Auslösung registriert der Di622 den Blitz der Kamera und löst ebenfalls aus – das klappt tatsächlich.
Außerdem wird eine Tasche zur Aufbewahrung mitgeliefert.
Fazit: super Blitz, lässt nichts vermissen. Funktion wie Verarbeitung sind erstklassig, es gibt trotz des günstigen Preises offenbar keine Schattenseite. Sogar die Bedienungsanleitung ist sehr ausführlich und in verständlichem Deutsch.
Es gibt den Nissin Speedlite Di622 in einer Ausführung für Nikon wie auch für Canon – z.B. bei Amazon: