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Monatsarchiv: April 2010

Wie Apple die Welt verführt…

… erfährt man im aktuellen Spiegel leider nicht. Dabei wird das doch auf dem Cover unter dem Titel „Der iKult“ versprochen!

Stattdessen findet man 3,80 € später nur mal wieder die Lebensgeschichte von Steve Jobs, illuster dargestellt von diversen mehr oder weniger bekannten Persönlichkeiten, die (angeblich) aus dem Dunstkreis von Apple und Steve Jobs stammen. Dabei wird, zugegeben, recht schön das Bild des genialen, aber auch auch diabolischen Alleinherrschers gezeichnet. Zum Schluss wird ein kleiner Blick in die Zukunft gewagt, wo Apple noch ein Jahrzehnt gute Geschäfte und der anschließende Absturz prophezeit werd, da das Unternehmen laut Spiegel-Meinung ohne seinen Chef untergehen würde (dass dies nicht so ist, dürfte schon das halbe Jahr bewiesen haben, in dem Tim Cook während Jobs’ Krankheit die Geschäfte sehr gut führte).

Es bleibt die Enttäuschung über den Artikel, denn tatsächlich erfährt man nichts wirklich Neues. Über die Wirkung von Apple auf die Gesellschaft, wie es der Titel verspricht, steht nichts in der Titelgeschichte. Dabei gäbe es da so viel zu schreiben:

Was unterscheidet Apple von anderen Unternehmen? Sicher nicht die Geheimhaltungspolitik. Alle großen Unternehmen vermeiden zu frühe Einblicke in ihre Pläne. Auch die Fans nicht, es gibt viele Unternehmen mit fanatischen Fans – man denke nur an Automarken, Kamerahersteller oder auch Fußballvereine.
Was Apple von anderen Unternehmen unterscheidet, ist die Vision. Man mag denken, Apple sei ein gewinnorientiertes Unternehmen wie alle anderen, vielleicht sogar eines der schlimmsten. Doch bei Apple scheint der Gewinn nicht Selbstzweck zu sein, Geld ist ohnehin genug da – Apple hat die Vision der perfekten Welt der Technik, wie Steve Jobs es mal formulierte. Perfektion. Danach strebt Apple, das Geld ist das notwendige Mittel dafür. Und das ist auch der Grund, warum Apple so erfolgreich ist.
Die Menschen wollen keine technischen Geräte, die von Informatikern für Informatiker entwickelt wurden. Sie wollen technische Geräte, die funktionieren, und zwar ohne, dass man darüber nachdenken muss. Außerdem wollen sie technische Geräte, die nicht hässlich sind.
Apple hat das erkannt und schafft es, dieses Ziel immer wieder zu erreichen.

Das Problem ist nun, dass die Konkurrenz das nicht schafft. Sie hat keinen Geschmack, sagte Steve Jobs einmal. Und vor allem kümmert sie sich nicht um Usability, um Benutzbarkeit – eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Dadurch ist Apple in fast allen seinen Geschäftsgebieten die Nummer eins. Will man das beste verfügbare Gerät in einem dieser Bereiche (Laptop, Desktop, Mobiltelefon, MP3-Player, Tablet), so muss man Apple kaufen. Das führt zu Abhängigkeit.
Wobei diese Abhängigkeit kein Problem ist, wenn man sich komplett auf Apple einlässt. Nur wenn man etwas nicht genau so benutzen will, wie das von Apple vorgesehen ist, bekommt man Probleme. Das ist vor allem für die etwas Technik-affineren Menschen schwierig, die gewohnt sind, alles konfigurieren zu können. Andererseits: ein Großteil der Apple-Kundschaft wird das nicht als störend empfinden. Weil eben alles von Haus aus gut funktioniert. Vielleicht kaufen auch viele gerade bei Apple, weil man nicht so viel konfigurieren kann. Und damit ist Apple sicher auf einem richtigen Weg, weg von den komplizierten Geräten für Technik-Nerds, hin zu einfachen, schönen Geräten für alle.

Mit Verführung hat das nichts zu tun. Sondern mit Qualität, die in der Form die Konkurrenz nicht liefern kann. Und diese Position nutzt Apple aus, um seine eigenen Regeln zu etablieren – alle mit dem Ziel, noch größer, noch erfolgreicher zu werden, um noch mehr Geschäftsbereiche näher an die Perfektion bringen zu können. So ist das nunmal möglich im Kapitalismus.
Und für den Konsumenten ist das erstmal auch gut, wer sich für Apple entscheidet, profitiert.
Doch die Konkurrenz sollte an sich arbeiten, weniger auf schnellen Erfolg und mehr auf wirklich gute Produkte setzen. Wenn wir mehrere Unternehmen wie Apple hätten, könnte Apple selbst uns nicht mehr so gut vorschreiben, was wir kaufen und wie wir es nutzen sollen, wenn wir gute Produkte wollen. Dann wären wir der perfekten Welt der Technik wirklich ein Stück näher, wenn nicht nur unser Computer und unser Handy, sondern auch alle anderen technischen Geräte einfach funktionieren würden.

Bewertung der neuen MacBook-Pro-Modelle

Heute Nachmittag veröffentlichte Apple eine neue Generation der MacBook-Pro-Reihe. Seit dem 8. Juni 2009 waren die Top-Laptops von Apple unverändert auf dem Markt – bereits seit Anfang des Jahres wird jeden Dienstag mit einem Update gerechnet. Mit ihren alten Core-2-Duo-Prozessoren und den unverändert hohen Preisen waren die Geräte lange nicht mehr attraktiv, hatte Intel doch schon vor einiger Zeit mobile Versionen der neueren Prozessorengenerationen i5 und i7 vorgestellt, die die Konkurrenz bereits seit Januar verbaut.


Jetzt gibt es endlich auch wieder Mac-Laptops mit den aktuellen Prozessoren, zumindest in den 15″- und 17″-Varianten des MacBook Pro. Die 13″-Variante bleibt beim Core 2 Duo. Dazu gibt es schnellere Grafikkarten.
Äußerlich ändert sich nichts, warum auch, die Unibody-Aluminium-Verarbeitung lässt nichts zu wünschen übrig und ist nach wie vor einmalig. Genauso das Glas-Multitouch-Trackpad und die Akkulaufzeit von bis zu 10 Stunden.
Abgerundet wird das Update mit mehr Arbeits- und Festplattenspeicher sowie einer Option für höher aufgelöste Displays. Und natürlich gibt es das neue Netzteil, das mit dem Update des weißen Plastik-MacBooks im Herbst 2009 eingeführt wurde, dazu.

Leider bleibt bei der Geschichte aber ein fader Beigeschmack. Nicht nur, dass Updates des Mac Pro und der seit drei Jahren unveränderten und mittlerweile erst recht völlig überteuerten Cinema Displays ausblieben. Noch immer ignoriert Apple das Thema BluRay komplett. Sicher, ob sich BluRay jemals durchsetzen wird oder ob die DVD doch das Ende der Fahnenstange bei optischen Datenträgern ist, bleibt unklar. Doch würde es sicher nicht schaden, wenn der Mac zumindest die Möglichkeit hätte, eine BluRay-Scheibe abzuspielen.
Und dann wären da die Nachfolger von USB 2.0. Version 3.0 steht in den Startlöchern, ebenso die Konkurrenz LightPeak, die sogar angeblich von Apple mitentwickelt wurde.
Hätte das neue MacBook Pro neben den neuen Intel-Prozessoren LightPeak und USB 3.0 sowie ein BluRay-Laufwerk an Bord, wäre Apple der große Wurf gelungen. So bleibt leider nur ein recht bedeutungsloses Update zu vermelden, das im iPad-Hype völlig untergehen wird.
Klar sind die MacBook-Pro-Geräte auch in der neuesten Ausführung sicher mit die feinsten mobilen Computer, die man kriegen kann, aber persönlich hoffe ich doch auf ein etwas größeres Update im Herbst, wenn mein altes Plastik-MacBook seinen dritten Geburtstag feiern wird.

Chrome – der neue Browserkönig

Mittlerweile hab ich sie alle durch. Ganz am Anfang war ich tatsächlich noch mit dem Internet Explorer (5 oder so, was war bei Windows 2000 dabei?) unterwegs, dann lange mit Opera und irgendwann schließlich mit Firefox. Mit dem Umstieg in die Apple-Welt freundete ich mich mit Safari an, und war mit dem eigentlich auch immer recht zufrieden.
In letzter Zeit wurde der Apple-Browser aber immer langsamer, insbesondere durch die „Top Sites“. Und wie immer bei Apple gilt auch bei Safari „friss oder stirb“ – es gibt keine echte Pluginschnittstelle und nur wenig Einstellungsmöglichkeiten. So bin ich mittlerweile bei Chrome als Hauptbrowser angelangt.

Man könnte sagen, dass Chrome all das hat, was Safari noch fehlt. Die Tabs sind platzsparend ganz oben untergebracht, die Statusleiste wird nur bei Bedarf eingeblendet, insgesamt reagiert der Browser viel schneller und direkter, und schließlich gibt es mittlerweile auch eine integrierte Plugin-Schnittstelle. Letztere ist sogar besser realisiert als die von Firefox. Im Vergleich zu diesem hat Chrome vor allem Geschwindigkeit und Optik zu bieten, Chrome startet fix, passt optisch super zu OS X und – sehr wichtig – verwendet den OS-X-Schlüsselbund. Fast alle von Safari gespeicherten Passwörter kann auch Chrome verwenden. Und natürlich ist die Google-Suche direkt in die URL-Leiste integriert, was auch sehr praktisch ist. Dazu lassen sich noch weitere Suchanbieter per Kurzbefehl einstellen.
Weitere Features habe ich ja schon in meinem ersten Test im Dezember 2009 beschrieben.

Erwähnenswert wäre noch die Updatefunktion, die komplett im Hintergrund arbeitet. So ist sichergestellt, dass der Browser immer aktuell ist, völlig ohne Zutun des Nutzers.
Außerdem lässt sich die Lesezeichenleiste in die Startseite integrieren, so können nochmals einige Pixel in der Höhe gespart werden.

Kommen wir zur Kehrseite der Medaille: jeder muss natürlich selbst entscheiden, ob er einen Browser von Google nutzen will. Jedoch habe ich kein Problem damit, URL-Vervollständigungen und Suchvorschläge zu erhalten, im Gegensatz, ich erwarte das eigentlich. Das Senden von Nutzungsstatistiken habe ich deaktiviert; die vielkritisierte Browser-ID ist mittlerweile Geschichte. Und wo ich surfe, weiß Google sowieso, egal ob ich mit Chrome oder mit was anderem surfe (Stichwort Analytics).

Seltsamer Font-Fehler in ChromeAußerdem tritt bei mir noch ab und zu ein seltsamer Bug auf: manche Schriftarten werden nicht angezeigt. Vor allem mit Monospace-Schriften, aber z.B. auch mit der Microsoft-Schriftart Calibri, die in letzter Zeit unter Webdesignern recht beliebt wurde, hat Chrome ein Problem. Da hilft momentan nur, diese Seiten dann in Safari zu öffnen. Allerdings wird das sicher bald behoben, man darf nicht vergessen, dass Chrome – wie fast alles von Google – den Beta-Status hat, also sich noch in der Entwicklung befindet.

Fazit: Chrome ist zur Zeit das Beste, womit man surfen kann. Natürlich ist der Browser kostenlos und für Mac OS X, Linux und Windows erhältlich.