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Monatsarchiv: September 2010

HTML5-Geolocating-Demo

Eigentlich nicht wirklich HTML5, aber im Zuge dessen in die meisten Browser Einzug erhalten hat die Geolocation API. Damit ist nun auch am Computer möglich, was man vom Smartphone kennt: eine Lokalisierung des Nutzers (je nach Hardware über GPS, WLAN oder Internetanschluss).

Damit habe ich mir eine einfache Web-App zusammengebastelt: einen Orts- und Wetteranzeiger. Sollte in einem halbwegs aktuellen Browser einigermaßen funktionieren, man muss nur die Sicherheitsabfrage des Browsers bestätigen.

Zur Web-App: http://geoweather.sprachkonstrukt.de

Genauere Infos

Ein neuer Bahnhof für Stuttgart

Ich bin für „Stuttgart 21“, den futuristischen neuen Durchgangsbahnhof für Stuttgart mit der ICE-Neubaustrecke Stuttgart – Ulm. Warum?

Überblick

Seit 1994 in Planung, soll im Rahmen von „Stuttgart 21“ folgendes passieren:

  • [caption id="attachment_592" align="alignright" width="150" caption="Skizze: der grüne Bereich wird abgerissen, der Rest bleibt."][/caption]Das bestehende Bahnhofgebäude inkl. Turm soll – Überraschung – nicht abgerissen werden, lediglich die seitlichen Anbauten parallel zu den Gleisen des alten Kopfbahnhofs werden abgerissen, um Platz für den neuen Park zu machen.
  • Parallel zum bestehenden Bahnhofsgebäude wird ein unterirdischer Durchgangsbahnhof gebaut. An der Oberfläche ist dieser durch Lichtaugen erkennbar, die von einem Park umgeben sein werden, der an den bestehenden Schlossgarten angrenzt.
  • Rund 100 Hektar Fläche, die momentan von den weitläufigen Gleisanlagen mitten in Stuttgart mit einer Betonwüste verschandelt sind, werden frei für neue Stadtteile und eine großzügige Erweiterung von Rosensteinpark und Schlossgarten.
  • Am Flughafen wird ein ICE-Bahnhof entstehen, wodurch dieser direkt an das Netz der Bahn angeschlossen wird (momentan muss man mit der S-Bahn zum Flughafen fahren).
  • Es wird eine Neubaustrecke nach Ulm geben. Dadurch wird die momentan völlig überlastete Strecke durch Neckar- und Filstal entlastet (durch das Nadelöhr an der Geislinger Steige, wo sich alle Züge – egal ob Regionalbahn, Güterzug oder ICE – zur Zeit zwei Gleise teilen, kommt es häufig zu massiven Verspätungen und Zugausfällen). Die Fahrzeit Stuttgart – Ulm wird sich von zur Zeit rund 1h auf nur noch 28 Minuten verkürzen, die Bahn wird endlich wieder zu einer Alternative zum Auto.

[caption id="attachment_590" align="aligncenter" width="550" caption="Der momentane Bahnhof. Schön zu sehen das Hauptgebäude mit Turm rechts und der Nordflügel im Zentrum. Von Links kommen die Züge an. Im Hintergrund der Schlossgarten."][/caption]
[caption id="attachment_591" align="aligncenter" width="550" caption="Der neue Bahnhof. Rechts wieder das Hauptgebäude, davor im Zentrum um 90° gedreht der neue Bahnhof mit den Lichtaugen."][/caption]

Am 1. August wurde nun damit begonnen, die Seitenflügel abzureißen – Grund für viele Stuttgarter, „gegen die Zerstörung des Bahnhofs“ auf die Straße zu gehen. Dabei hätten sie sich nur einmal über das Projekt informieren müssen (seit 1998 gibt es im Bahnhofsturm eine Ausstellung), um festzustellen, dass das alles gar nicht so schlimm ist, sondern eigentlich sogar ziemlich cool und definitiv sinnvoll.

Die Finanzierung

Das Projekt ist teuer, klar. Und es wird außerdem immer noch teurer, auch das ist klar – kaum ein Bauprojekt, ob staatlich oder privat, kann im zu Beginn festgesetzten Kostenrahmen bleiben. Die Gesamtkosten werden zur Zeit auf ca. 7 Mrd. Euro für das gesamte Projekt geschätzt. Doch selbst für das doppelte wäre ich noch dafür: was sind schon 10 oder 15 Mrd. für ein Projekt für die Menschen im Kontext von Rettungspaketen der locker zehnfachen Höhe für irgendwelche Banken, die sich verspekuliert haben?
Abgesehen davon sind 7 Mrd. Euro nur ca. 1% der Steuereinnahmen aus Baden-Württemberg, außerdem wird ein nicht unbeträchtlicher Teil der 7 Mrd. als Steuereinnahmen wieder zurück in die Staatskasse gespült (Quelle).

Umwelt & Stadtentwicklung

Skurill sind die Beschwerden der Umweltschützer an Stuttgart 21. Zwar werden einige schöne alte Bäume im Schlossgarten hinter dem Bahnhof im Zuge der Bauarbeiten gefällt. Allerdings wird die riesige Gleiswüste mitten in der Stadt verschwinden und der Park wird erweitert.

Befürchtet wird auch, dass durch die Tieferlegung des Bahnhofs Grundwasser und Mineralwasser gefährdet werden. Allerdings würde sich die Stadt dadurch im wahrsten Sinne des Wortes selbst das Wasser abgraben, die Stuttgarter Mineralbäder sind alle in Hand der Stadt. Außerdem liegen die bestehenden S-Bahn-Tunnel noch tiefer als der neue Bahnhof, und bei deren Bau gab es auch keine Probleme.
Überhaupt wundert mich, dass so viele kritisieren, dass der Bahnhof unterirdisch sein wird. Das Stadtbild der Zukunft lebt doch davon, dass möglichst viel unterirdisch ist, und die Oberfläche durch Parks und Grünanlagen gestaltet wird. Stuttgart 21 geht hier definitiv in die richtige Richtung. Wer sieht etwa lieber endlose Gleisanlagen als einen grünen Park, wenn er aus dem Fenster blickt?

Populismus & Politik

Um die Hintergründe der Proteste und Demonstrationen zu verstehen, muss man über die baden-württembergische Landespolitik informiert sein. Seit 1953 ist der Südwesten fest in Hand der christlich-konservativen CDU, meist in Koalition mit der neoliberalen FDP. SPD und Grüne haben seit jeher einen schweren Stand in Baden-Württemberg.
Stuttgart 21 als Projekt des Landes wird von der CDU unterstützt und verteidigt. Hier sahen und sehen insbesondere die Grünen ihre Chance, Opposition zu beziehen und sind mittlerweile leider im Rausch der Möglichkeit eine Regierungsbeteiligung bei den kommenden Landtagswahlen völlig dem Populismus verfallen. Auch die SPD, eigentlich für Stuttgart 21, wittert ihre Chance, und ist nun ebenfalls für einen Volksentscheid über das Projekt.

Eigentlich ist die Situation geradezu paradox: ein modernes, öko-soziales Musterprojekt wird von den sonst so modernen, öko-sozialen Grünen aus konservativ-nostalgischen Gründen aufs Schärfste kritisiert, während die konservative CDU dafür ist.

Ausblick

Nach 16 Jahren wurde nun endlich mit dem Bau angefangen. Über eine Webcam der Projektgegner kann man dem Abrissbagger derzeit bei der Arbeit zusehen und sich am Verhältnis Demonstranten – Polizisten erfreuen (meist kommt ca. 1 Demonstrant auf 10 Polizisten).
Die Kosten, die die Gegner durch den Polizeieinsatz tagtäglich verursachen, werden von diesen unterdessen geflissentlich ignoriert.
Dass das Projekt noch gestoppt werden kann, glauben selbst die Gegner mittlerweile überwiegend nicht mehr – wie auch, seit Jahren sind Verträge unterzeichnet, deren Bruch hohe Vertragsstrafen nach sich ziehen würde. Selbst der Erfolg eines Volksentscheids ist sehr zweifelhaft.
Sollte der Populismus den Grünen zur Regierungsbeteiligung verhelfen, soll es mir auch recht sein, an S21 wird das glücklicherweise aber auch nichts ändern können.
Das einzige, was die Demonstranten erreichen, ist eine Verlängerung der Bauzeit und eine daraus resultierende Kostenexplosion.
Wie wäre es, wenn man, anstatt gegen den Umbau eines Bahnhofs, mal gegen wirklich wichtige Dinge demonstrieren würde? Atomkraft, Krieg, Überwachungsstaat…?

Nespresso


Da meine alte DeLonghi EC 9 LM leider nie so richtig funktioniert hat, entschloss ich mich, sie durch eine Nespresso-Maschine zu ersetzen.

Die Maschine: Krups XN 2120


Kapselsysteme haben den Ruf, überteuert zu sein. Tatsächlich kann man für eine Nespresso-Maschine locker 500 Euro ausgeben, z.B. für die DeLonghi EN 720 M Lattissima, aber es gibt auch recht günstige Maschinen. Für eine solche habe ich mich entschieden:

Die Krups XN 2120 New Essenza in schwarz. Ich habe für sie 106 Euro bezahlt, seltsamerweise ist sie momentan wieder etwas teurer.
Der Vorteil: jede Nespresso-Maschine hat den „echten“ Espressomaschinen-Pumpendruck von 19 bar und kann Espresso und normalen Kaffee („Lungo“) zubereiten, egal aus welcher Preisklasse sie ist. Die teureren Maschinen unterscheiden sich nur in der Größe und bieten Zusatzfeatures wie eine Milchschäumvorrichtung, Teezubereitung oder eine Tassenwarmhalteplatte.

Die Kaffeezubereitung ist denkbar einfach: prüfen, dass der Wassertank voll ist, Kapsel einlegen, auf einen der beiden Knöpfe drücken, fertig. Die Maschine wärmt dabei schnell auf (ca. 1 min), bei längerer Nichtbenutzung geht sie in einen Energiesparmodus. Und der Kaffee hat echte „Crema“, wie bei einer klassischen, professionellen Espressomaschine.
Aufwändiges Putzen entfällt dabei komplett, zum Reinigen lässt man kurz etwas Wasser ohne Kapsel durchlaufen, und ab und zu muss man den Behälter für die verbrauchten Kapseln entleeren.

Die Kapseln


Von Nespresso „Grands Crus“ genannt, kostet eine Kapsel ca. 33-35 Cent. Wenn man bedenkt, dass man dafür Espresso in Café-Qualität bekommt, wo man gut und gerne das Zehnfache bezahlt, ist der Preis eigentlich in Ordnung.
Es gibt 16 Sorten (plus Sondersorten), darunter auch entkoffeinierte und speziell für „Lungo“, also normalen Kaffee, geeignete. Sie variieren in Intensität, Geschmack und Herkunft.
Kauft man eine Maschine, bekommt man ein Willkommenspaket, in dem jede Sorte einmal vertreten ist. So kann man in Ruhe durchtesten, was einem am besten schmeckt.
Ich habe mich für Arpeggio, den lilafarbenen Espresso, und für Fortissio, den Lungo in der dunkelgrünen Kapsel, entschieden.
Da meine normalen Tassen leider nicht unter den Kaffeeauslauf passen, habe ich mir noch weiße Porzellantassen von Nespresso dazu gegönnt.

Der Club

Nespresso will hochwertig und exklusiv sein. Daher gibt es die Grands Crus ausschließlich in den spärlich vorhandenen Nespresso-Boutiquen (z.Zt. insgesamt 8 in ganz Deutschland) und online. Für eine Online-Bestellung muss man im Nespresso-Club Mitglied werden, was allerdings mit keinerlei Verpflichtungen o.ä. verbunden ist, im Gegenteil, man kommt dadurch z.B. auch in den Genuss von persönlichem Besuch von Nespresso, wenn die Maschine kaputt geht.
Eine online aufgegebene Nespresso-Bestellung ist meist schon am nächsten Tag da, auch eine Lieferung an eine Packstation ist möglich (leider keine Selbstverständlichkeit).

Fazit

Der Kaffee schmeckt genial, und insgesamt ist das System gar nicht so teuer, wie man denkt.
Die bei der Krups XN 2120 fehlende Milchaufschäumvorrichtung ist für mich kein Problem, da ich dafür einen Bodum Latteo habe.
Alles in allem die perfekte Lösung für alle, die hohe Ansprüche an ihren Kaffee haben, aber sich keinen teuren Vollautomat kaufen können oder wollen (wobei die teureren Maschinen auch Vollautomat-Funktionen haben). Vor allem, wenn man die Maschine nicht täglich nutzt (gerade als Student), ist eine Nespresso-Maschine mit ihren Kapseln den klassischen Maschinen natürlich überlegen, weil hier keine frischen Bohnen im Gehäuse vor sich hin gammeln, sondern der Kaffee immer frisch aus den Kapseln kommt.

Zum Weiterlesen: neunzehn72.de hat auch eine Nespresso-Maschine, und zwar das Topmodell DeLonghi EN 720 M Lattissima.