Monatsarchiv: November 2010

Wer kennt nicht das klassische Blobby Volley, All-Time-Klassiker in Schul-Computerräumen und Hörsälen? Seit einiger Zeit schon in Version 2.0 unter Open-Source-Lizenz und für diverse Plattformen verfügbar, gesellt sich nun auch eine Version von Blobby Volley für iPhone, iPad und iPod dazu. Zwar haben die österreichischen Entwickler von Smadget sich bei ihrem Monster Volley einige künstlerische Freiheiten genommen, im wesentlichen ist es aber das Spielprinzip von Blobby Volley.
Insgesamt eine zeitgemäße Umsetzung; wahlweise mit Touch- oder Bewegungssteuerung, diverse Levels mit steigendem Schwierigkeitsgrad, Multiplayermodus und eine hübsche Grafik. Aufgefallen ist mir beim Test, dass die „maximal 3x hintereinander den Ball im eigenen Feld berühren“-Regel fehlt. Schade auch, dass zwar OpenFeint, aber leider nicht das Apple Game Center unterstützt wird. Dennoch ein hübscher Zeitvertreib, der sich für jeden lohnt, der schon von Blobby Volley begeistert war.
Es gibt eine Light-Version, die allerdings lediglich 3 Levels beinhaltet und durch viel Werbung stört – daher lohnt sie kaum, und man kann beruhigt gleich zur Vollversion für 0,79€ greifen.
iTunes-Link: Monster Volley Pro

DIASPORA* will das neue Facebook werden, nur ohne den „bösen“ Part von Facebook. Das ganze Projekt ist Open Source und kann auch auf eigenen Servern betrieben werden. Der Quellcode dazu wurde bereits im September veröffentlicht, und seit 2 Tagen kann man sich nun selbst (per Invite) bei DIASPORA* anmelden. Durch das Schneeballprinzip (jeder neue Nutzer darf selbst wieder 5 Leute einladen) baut sich langsam aber sicher ein neues soziales Netzwerk auf, das einiges besser machen will als die etablierten Datenfresser. (An dieser Stelle herzlichen Dank an Arne auf aptgetupdate!)
Erster Eindruck
Sehr hübsch, aber noch etwas langsam. Vom Funktions- bzw. Einstellungsumfang ist es natürlich noch nicht mit Facebook vergleichbar, aber die Grundfunktionen sind da. Hat man ein Profil angelegt, kann man sich gleich mit Twitter und Facebook verbinden, natürlich neue Freunde einladen und schließlich wie von Twitter und Facebook bekannt „Statusmeldungen“ absetzen.
Dabei gibt es Listen wie bei Facebook, die hier „Aspekte“ heißen. Standardmäßig hat man die Aspekte „Familie“ und „Arbeit“. Wenn man dann etwas „teilt“, kann man einstellen, für welche Aspekte das sichtbar sein soll.
Fazit: vielversprechend.
Invites
Ein soziales Netzwerk ohne Freunde ist doof, daher rufe ich euch auf, wenn ihr schon bei DIASPORA* seid, mich zu adden (ruben@joindiaspora.com), oder hier in die Kommentare zu schreiben, dann werde ich Einladungen rausschicken.
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*der Stern gehört zum Namen
Der Facebook-Chat gewinnt immer mehr an Bedeutung: in Zeiten, wo das bislang beliebteste Messaging-Protokoll ICQ nach Russland verkauft ist und infolgedessen Geld sehen will, nutzen immer mehr den in Facebook integrierten Chat – zumal dort ja mittlerweile sowieso fast jeder ist.
Das Problem des Facebook-Chats ist nur: er läuft im Browser, man ist also nur online, wenn man auf Facebook ist und über neue Nachrichten wird man auch nur in Facebook informiert.
Allerdings gibt es die Möglichkeit, den Facebook-Chat über einen normalen Multi-Messenger zu nutzen, den man vielleicht mit ICQ, MSN/Windows Live, AOL, Yahoo oder Skype sowieso schon laufen hat (z.B. Miranda, Trillian, Pidgin oder eben (wie ich) Adium.
Einige dieser Messenger bieten schon länger die Möglichkeit, den Facebook-Chat zu integrieren, allerdings oft nur, indem sie Facebook vorgaukeln, ein Browser zu sein, was mehr schlecht als recht funktioniert. Seit einiger Zeit unterstützt Facebook aber das Quasi-Standard-Chat-Protokoll XMPP, bekannt von Diensten wie Jabber oder Google Talk.
Dadurch ist es möglich, den Facebook-Chat direkt außerhalb von Facebook zu nutzen, parallel z.B. mit ICQ oder MSN – folglich kann man im Facebook-Chat ebenfalls immer online sein und kann auch angeschrieben werden, wenn man gerade nicht auf Facebook ist. Die Einrichtung werde ich nun anhand von Adium erklären, in Trillian, Miranda, Digsby und Co. funktioniert es aber genauso, natürlich genauso in entsprechenden mobilen Clients wie IM+ auf iPhone und iPad.
- Zuerst benötigt man einen eindeutigen Facebook-Usernamen, z.B. vorname.nachname (Vorsicht: einmal gewählt, kann dieser Name nicht mehr geändert werden!)
- Im Multi-Messenger der Wahl fügt man dann ein neues Konto hinzu. Als Typ nehmen wir hier nicht Facebook (da diese Funktion oft noch nicht über XMPP implementiert ist und daher nicht so zuverlässig funktioniert), sondern XMPP, oft auch noch Jabber genannt.
- Als Nutzername/ID benötigen wir dann den eben erstellten Facebook-Namen, gefolgt von
@chat.facebook.com – das Passwort ist das normale Facebook-Passwort.

Das war es dann auch schon, im Prinzip müsste es direkt funktionieren. Wenn nicht, kann man die erweiterten Einstellungen prüfen, hier ist bei mir als Verbindungsserver chat.facebook.com eingetragen, als Port 5222 und SSL ist deaktiviert (letzteres wird leider noch nicht so richtig unterstützt).
Ausführlicher ist das alles übrigens auf Facebook erklärt.
Als iPhone-Nutzer bin ich es gewöhnt, ständig das Handy an den Computer zu stöpseln und zu synchronisieren.
Für Windows Phone 7 hat Microsoft für diesen Zweck sogar ein Tool für den Mac entwickelt.

Mac
Die Installation ist etwas seltsam. Anschließend pflanzt sich das Windows-Logo in die Menüleiste (igitt!) und es startet eine App, die sich bei mir erstmal beschwert, dass ich keine iPhoto-Mediathek habe. Dann erwartet sie, dass ich das Gerät per USB anschließe, das HTC 7 Mozart wird von OS X dann auch prompt als MiscellaneousDevice erkannt. Nicht aber von dem Sync-Tool, das möchte erst nochmal neu gestartet werden. Dann wird sofort angefangen zu synchronisieren (was, fragt man sich) – nach kurzer Zeit wird dann iPhoto geöffnet und möchte eine neue Mediathek anlegen. Offenbar sollen die Photos, die ich mit dem Wunderknaben geschossen habe, in die iPhoto-Mediathek übertragen werden. Von dieser lassen sich auch Fotos (sortiert nach Ereignissen, Alben und Gesichtern) auf das Gerät übertragen.
Der Haken an der Sache ist nur, dass ich kein iPhoto nutze, sondern Aperture. Leider erkennt das Microsoft-Tool aber leider die Aperture-Library nicht, ich muss also auf Fotos auf meinem Gerät verzichten. Sind ja sowieso nur 16 GB Speicherplatz verfügbar, die fülle ich lieber mit Musik – welche sich aus der iTunes-Library auswählen lässt.
Interessant: es gibt einen Punkt „Browse Device“, wo man direkt auf Dateien auf dem Gerät zugreifen kann.
Der Sync selbst läuft dann unspektakulär ab. Positiv: das Handy ist völlig unbeeindruckt davon, dass es synchronisiert wird, und lässt sich problemlos weiter benutzen, nur ein paar Funktionen sind solange gesperrt (z.B. die Fotos-App).

Leider kennt der Windows Phone 7 Connector aber keine Apps. Eigentlich hatte ich ja gehofft, das Problem der nicht installierbaren Updates über das Sync-Tool lösen zu können. Nach der ersten Synchronisation (!) lässt sich zwar die automatische Synchronisation deaktivieren und das Gerät umbenennen, eine Update-Funktion für System und Apps fehlt aber.
In der „Musik & Videos“-App ist dann alles synchronisierte zu finden. Allerdings wurden bei den Podcasts alle verfügbaren Folgen übertragen, nicht nur noch ungehört. Immerhin wurde mit übertragen, welche Folgen schon gehört wurden und welche nicht.
Windows
Vielleicht kann der Windows-Client mehr?
Also kurz mal die virtuelle Maschine gestartet und das Mozart daran angeschlossen.
Die Software der mitgelieferten Mini-CD kann ich leider nicht starten, da ich kein Gerät für Mini-CDs habe (in das Swap-In-Laufwerk des Mac eine Mini-CD zu stopfen ist nicht die beste Idee). Man muss also die Zune-Software herunterladen.
61,7 MB oder 35 Sekunden später installiert sich der Zune-Client… und stürzt erstmal ab.

Beim zweiten Versuch klappt es dann, nach dem obligatorischen Neustart startet Zune. Ich erfahre, dass die Software auf dem neuesten Stand ist. Allerdings: auch hier keine Spur von Apps, geschweige denn eine App-Update-Funktion.
Beim Stöbern stoße ich aber auf zwei Funktionen, die jedem iPhone-iTunes-Nutzer den blanken Neid ins Gesicht treiben: Drahtlose Synchronisierung.

Ist man im gleichen WLAN, werden die Daten ohne Kabel hin- und hersynchronisiert. Yeah, so muss das sein!
Ausprobiert habe ich es allerdings nicht, da ich in meiner virtuellen Maschine nichts zu synchronisieren habe und außerdem dann Windows Zugriff auf die Airport-Karte geben müsste. Dennoch auf jeden Fall ein dicker Pluspunkt!
Und noch ein Feature kennt man aus iTunes so nicht: „Reservierter Platz“. Hier kann eingestellt werden, wieviel Prozent des internen Speichers frei bleiben sollen, also nicht für die Synchronisation zur Verfügung stehen. So ist garantiert, dass man immer noch Platz frei hat, um z.B. unterwegs ein Video zu drehen oder um Apps zu installieren.
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Nun habe ich immer noch nicht das Problem gelöst, dass die Apps sich nicht updaten lassen. Klicke ich auf „Alle aktualisieren“ in der Marketplace-App, kommt nur eine Fehlermeldung. Das Internet sagt, ein Neustart behebt das Problem, das kann ich so nicht bestätigen. Als ich allerdings die Apps nach und nach einzeln update, funktioniert es. Dennoch schwach, dass die Apps nicht per Computer aktualisiert werden können. Ein Backup à la iPhone scheint es folglich auch nicht zu geben.
Fazit: Der Zune-Client ist ok, das Highlight ist für mich die Möglichkeit der drahtlosen Synchronisation. Leider ist der Mac-Client noch äußerst rudimentär. Als kritisch sehe ich an, dass der Mac-Client keine Systemupdates einspielen kann – so besteht die Gefahr, dass Mac-Nutzer mit einem veralteten und somit unsicheren Windows Phone 7 herumlaufen.
Eine App-Synchronisation wäre wünschenswert.

Nachdem ich mich gestern mit den Grundfunktionen von Windows Phone 7 auf meinem HTC 7 Mozart vertraut gemacht habe, stehen heute erste Apps an. Schließlich machen eMails allein auf Dauer nicht glücklich. Am wichtigsten ist erstmal ein Twitter-Client. Also einfach mal den Marketplace starten.
Nachdem ich erst etwas ziellos umhergeirrt bin, und keine Suchfunktion gefunden habe, ist mir die Hardwaretaste mit der Lupe unten rechts aufgefallen. Also direkt mal echofon, meinen Lieblingstwitterclient auf iOS und OS X gesucht – und nicht gefunden. Dafür scheint es eine Twitter-App direkt von Twitter zu geben. Erster Nutzerkommentar: „Ruckelt wirklich böse“ – muss ich haben! Zum Kauf muss ich allerdings erstmal mein Konto einrichten. Kurz überlege ich, das Geburtsdatum von Captain Kirk anzugeben, was problemlos möglich wäre, entscheide mich dann aber doch dagegen. Nach dem Bestätigen teilt mir das Telefon mit, dass es mich ab jetzt Spieler19979592 nennen wird. Ich habe jetzt offenbar einen XBox-Live-Account. Danach darf ich mir Twitter kaufen, netterweise (da es kostenlos ist) ohne irgendwelche Kreditkartendaten.
Die App landet dann im „erweiterten“ Menü, lässt sich aber auch auf den Homescreen legen.
Später kommen weitere Apps dazu:
Da mir die Facebook-Integration in das System (Kontakte und „Ich“) nicht so gut gefällt, lade ich mir die offizielle Facebook-App herunter, die die üblichen Funktionen bietet. Als ich mich in der Uni damit brüsten will, dass ich dort bin, stelle ich aber fest, dass das (zugegeben relativ neue) Places-Feature in der Facebook-App leider fehlt. Ebenfalls fehlt Single Sign-On, wodurch es bei iOS möglich ist, den Facebook-Login von der App übernehmen zu lassen. Wenn man dann im Browser oder in einer App auf Facebook stößt, wird kurz die Facebook-App gef Ansonsten: recht unspektakulär. Es fällt auf, wie auch bei der Twitter-App schon, dass durchaus darauf geachtet wurde, zum Look&Feel von Windows Phone 7 zu passen.
Als dritte App soll ein Google-Reader-Client her; den bewertungsmäßig besten Eindruck macht auf mich „Flux“. Kostet 1,99 €, allerdings ist (wie bei fast allen Apps) eine kostenlose Demo-Version verfügbar. Was die Beschränkung der Demo ist, steht leider nirgends, ich gehe aber davon aus, dass sie einfach irgendwann den Dienst verweigern wird. Werde ich dann ja sehen. Abgesehen vom grellen Icon ist Flux aber wirklich ein schöner Reader-Client, der ebenfalls vom Stil wie Windows Phone 7 oder auch Bing aussieht: Hintergrundfotos, große, serifenlose Segoe-Light-Schriften und bunte Kästchen (in denen das „Artikelbild“ angezeigt wird. Man sollte immer Artikelbilder setzen, wenn man bloggt!).
Was am Marketplace stört, ist die miese Suchfunktion. Obwohl das Angebot an Apps ingesamt noch überschaubar ist, suche ich ganz gerne nach Apps. Dafür drückt man in der Marketplace-App auf die Suchtaste. Das Problem ist dann nur, dass die Suchfunktion vor allem Musik findet. Und selbst wenn mal eine App dazwischen ist, kann man diese kaum schnell genug anklicken, da durch Einsatz des Dynamic-Query-Patterns ständig noch mehr Suchergebnisse (also Musik) dazwischen kommen. Warum steht hier keine Filterfunktion („nur Apps durchsuchen“) zur Verfügung?!
Allgemein bestehen die Apps in Windows Phone 7 aus mehreren nebeneinander liegenden Views, durch die normalerweise durch seitliches Swipen gewechselt werden kann. Bei Twitter hat man beispielsweise erst seine Timeline, rechts daneben die Mentions, dann Listen etc.
Jede dieser Views ist aber natürlich länger als das Display hoch ist, man kann also auch mit einem vertikalen Swipe nach unten scrollen. Soweit kein Problem, beim iPhone ist das auch manchmal so und klappt bestens.
Nicht so bei Windows Phone 7: scrollt man auch nur leicht schräg nach unten, wird allzu gerne ein horizontaler Swipe erkannt und es wird nach nebenan gewechselt. Außerdem ist die Swipe/Klick-Erkennung noch nicht ganz ausgereift: öfters wählt man auch einen Eintrag aus, anstatt über ihn weg zu scrollen. Wobei das nun eher am System selbst liegt als an den Apps, weshalb dieser Eintrag damit erstmal sein Ende finden soll.
Morgen werde ich dann mal versuchen, mit dem Mac Musik und so auf das HTC 7 Mozart zu syncen.
Die Bildqualität der Screenshots ist leider der fehlenden Screenshot-Funktion anzulasten. Keine Ahnung, warum da auf den Fotos diese Schraffur zu sehen ist.
Meine Freunde von der Telekom (♥) waren so nett, mir das Topmodell der neuen Windows Phone 7 Phones, das HTC Mozart, zur Verfügung zu stellen. Die nächsten Wochen werde ich also mal berichten, wie man als verwöhnter Apple-Fanboy damit zurechtkommt.

Da ist es also, mein neues Windows Phone 7 Phone HTC Mozart 7 Phone Phone. Oder so. Aber wen interessiert schon der Name.
Die Packung ist etwas größer als die vom iPhone 4, lässt sich aber einfach öffnen. Nett der Hinweis auf der Displayschutzfolie: „Please remove the device from your pants pocket before sitting down.“



Äußerlichkeiten
Das Gerät wirkt etwas größer als das iPhone 4, ist tatsächlich aber nur ca. 3mm höher und etwas dicker. Das Gehäuse ist aus anthrazitfarbenem Plastik Aluminium, hinten teilweise gummiert. Leider ist die Scheibe vorne auch aus Plastik und nicht aus Glas, wodurch es etwas billig wirkt (bin mir in diesem Punkt nicht 100% sicher. Könnte auch Glas sein…). Allerdings ist es dadurch auch um einiges leichter als das iPhone (wirkt zumindest so, tatsächlich ist es mit 130g nur 7g leichter als das iPhone 4).
Um die SIM-Karte einzulegen öffnet man den Akkudeckel, was netterweise in der Kurzanleitung beschrieben ist, andernfalls hätte ich es vermutlich nicht so schnell herausgefunden. Der Akku selbst ist entnehmbar, aber noch in einer Plastikfolie. Darunter lässt sich die SIM-Karte einschieben. Also ruck-zuck mal das Original Apple Werkzeug zum Entnehmen der SIM-Karte™ geschnappt, die SIM aus dem iPhone geholt (was sich davon übrigens nicht stören lässt, sondern einfach iPod touch spielt) und reingestopft.
Soweit kein Problem, allerdings möchte das HTC Mozart eine normale SIM-Karte und keine Micro-SIM. Stopft man eine Micro-Sim hinein, ist die erstmal drin und geht auch so ohne weiteres nicht mehr heraus, da sie fast vollständig verschwindet.
Mangels Multi-SIM oder entsprechendem Adapter klebe ich kurzerhand etwas Tesafilm auf die Micro-SIM und bastle eine Lasche, mit der sie sich wieder entnehmen lässt. Auf gut Glück positioniere ich sie dann auf den Kontakten.
Erster Start
Als nächstes geht es ans Akku laden. Gemäß EU-Verordnung hat das HTC 7 Mozart einen Micro-USB, ein entsprechendes Kabel und ein USB-Stromadapter liegen bei, sind allerdings in matte, blöd zu öffnende Plastiktüten eingeschweißt.
Steckt man das Gerät an den Strom, beginnt der Lautsprecher (!) oben rot zu leuchten.
Schaltet man es ein, kommt nach der PIN-Abfrage (Micro-SIM richtig eingelegt, yeah!) ein Einrichtungsassistent, man muss Sprache, Datum und Uhrzeit einstellen sowie den Lizenzvertrag abklicken. Mag manch einer vielleicht als Vorteil sehen, dass man das Gerät nicht erst an iTunes o.ä. anstöpseln muss, aber beim iPhone musste ich dafür noch nie die Uhrzeit einstellen.
Seinen Windows-Live-Account darf man dann auch noch eintragen (sowas habe ich sogar noch), und dann fragt das Telefon noch, ob man die Datendienste anschalten will (na klar!) und ob es Microsoft erzählen darf, was ich so mit ihm mache (nö, besser nicht.) Das Windows-Feeling ist schonmal voll da!
Mails
Das System selbst besteht dann aus bunten Vierecken, von denen das mit dem eMail-Symbol als erstes meine Neugierde wecken konnte. Kurz die Google-Zugangsdaten eingegeben und schon sind meine Mails auf dem Gerät (offenbar auch brav per IMAP). Anschließend kommt auch direkt eine Mail von Windows Phone – allerdings auf dem iPhone. Dem Windows-Phone muss man erstmal sagen, dass es „neue Inhalte“ nicht „alle 30 Minuten“, sondern „Bei Eintreffen“ herunterladen soll. E-Mails und Kontakte sind standardmäßig aktiviert, nicht jedoch der Kalender. Wobei die Kontakte offenbar erst nach kurzer Zeit da sind, direkt nach dem Einrichten klingelte das Ding nämlich und meine Mutter war hinter der – mir unbekannten – Nummer am Apparat.
Als sich das Gerät in den Standby schaltet, patsche ich erstmal wie wild auf dem Display und dem Windows-(Hardware-)Button herum, um dann festzustellen, dass man die Ausschalt-Taste zum einschalten drücken muss. Auch wie von Windows bekannt… obwohl, da muss man ja Start drücken, um auszuschalten, nicht andersherum.
Drückt man auf die Taste, wird Uhrzeit und Datum sowie die Anzahl neuer Mails (und später vielleicht noch mehr?) angezeigt, und man muss den ganzen Screen nach oben wegschieben, um wieder „rein“ zu kommen.
Als nächstes richte ich noch meinen zweiten Mail-Account ein, der daraufhin ganz unten auf dem Homescreen in einem neuen Viereck angezeigt wird. Lässt sich allerdings wie vom iOS gewohnt durch länger draufdrücken bewegen – was mich zu der Frage bringt, warum ich für zwei Mail-Konten zwei „Apps“ bekomme.
Schiebepuzzle
„Kontakte“ ist eine App oben rechts, die die ganze Zeit ein Schiebepuzzle zu spielen scheint, in dem ab und zu das Facebook-f vorkommt – Grund genug, meine Neugierde zu wecken. Dahinter verbergen sich tatsächlich meine Google-Kontakte, außerdem mag die App mein Facebook-Passwort haben und liefert mir anschließend den Facebook-Newsfeed nebst Facebook-Freunden, die in die Google-Kontakte integriert wurden.
Danach enthält das Schiebepuzzle auf dem Icon übrigens Fotos meiner Kontakte und die App “Ich” mein Konterfei. Darüber scheint man einen Facebook-Status absetzen zu können.
Erstes Fazit
Was fällt sonst noch auf?
Im Kalender ist nur der Hauptkalender von Google angezeigt, wodurch die nächste Woche sehr ruhig werden dürfte. Nur Privattermine, yeah!
Und mein WLAN kann ich leider nicht einrichten, da ich die SSID versteckt habe und es offenbar keine Möglichkeit gibt, ein WLAN komplett einzugeben, ich kann also nur versuchen, das Passwort von einem meiner Nachbarn rauszufinden.
Achja, und eine Screenshotfunktion scheint nicht vorgesehen zu sein, wodurch es jene nur recht spärlich und in abfotografierter Form hier geben wird.
Morgen werde ich das HTC 7 Mozart dann mal mit in die Uni nehmen und schauen wie es sich im Alltag so schlägt. Vorausgesetzt, es weckt mich pünktlich und kann mir dann vielleicht mal meinen Uni-Kalender anzeigen. Ansonsten wird das iPhone 4 wohl als Backup mit müssen.

Ein Traum, fast so alt wie das Telefon selbst: den Gesprächspartner beim Telefonat sehen. Über zahllose Filme und Serien wurde die Idee immer wieder aufgegriffen, meist als Kommunikationsmittel von Bösewichten, die ohnehin zuviel Geld hatten.
In den letzten Jahren wurde Videotelefonie dann salonfähig: mit Skype konnte jeder, der eine Webcam besaß, kostenlos in der ganzen Welt „videofonieren“. Und sogar mit dem Handy: seit über zehn Jahren gibt es Mobiltelefone, die theoretisch Videotelefonate unterstützen. Mit Aufkommen der 3G-Netze (UMTS) war es nämlich möglich, ein Videosignal einigermaßen schnell mit zu übertragen; und eine Videokamera hat sich in Handys schon lange durchgesetzt.
Doch der Haken an der Sache war immer der Preis. Ein paar Euro pro Minute lassen die Provider sich den Service gerne kosten. Die Folge: niemand verwendet die Technik, viele dürften nicht einmal wissen, dass ihr Handy das theoretisch kann.
Wie es auch beim mobilen Internet war… und wie hier Apple den Markt von hinten aufrollte, ist Geschichte.
Doch nun scheint es, als würde sich die Geschichte bei der Videotelefonie zu wiederholen: mit dem iPhone 4 wurde Mitte des Jahres Apples Antwort auf Videotelefonie vorgestellt: FaceTime.
Funktionalität
FaceTime bietet Videotelefonie, nicht mehr und nicht weniger. Nur-Audio gibts nicht, Chat gibts nicht. Clients gibt es bis jetzt genau drei Stück: einen für das iPhone 4 (der ist in die normale Telefon-App eingebaut), einen für den iPod Touch der 4. Generation und einen für Mac OS X. Benutzer älterer iOS-Geräte schauen genauso in die Röhre wie Benutzer alternativer Mobiltelefone oder Betriebssysteme (solls ja geben).
Theoretisch soll FaceTime offen für andere Hersteller sein, allerdings ist davon bis jetzt nichts auf dem Markt.
Die große Stärke von FaceTime ist die Authentifizierung: es geht weg vom altbekannten Chatclient-Kontaktlisten-Onlinestatus-Paradigma und bewegt sich eher in Richtung klassische Telefonie: habe ich die Nummer meines Gesprächspartners, kann ich ihn anrufen, wann immer ich will. Entweder er geht dann ran oder eben nicht.
Das mit der Nummer ist dabei durchaus wörtlich zu verstehen: iPhone-4-Besitzer facetimet man über ihre Rufnummer an. Alle anderen (momentan also iPod-Touch- und Mac-User), die eben keine Rufnummer haben, ruft man auf ihrer eMail-Adresse (ihrer Apple-ID) an.

Hintergrund
FaceTime ist komplett VoIP-basiert, es fallen also keine Gesprächskosten an – aber natürlich benötigt man eine Internet-Verbindung.
Auf dem iPhone muss es sich dabei zur Zeit zwangsläufig um eine WLAN-Verbindung handeln, über das Mobilfunknetz verweigert FaceTime den Dienst. Dies ist wohl der doch leider immer noch geringen Bandbreite sowie den verhältnismäßig hohen Kosten für eine zuverlässige Videoverbindung seitens der Mobilfunkprovider geschuldet – technisch wäre es kein Problem, doch Apple ist der Meinung, dass es zur Zeit mehr Ärger als Nutzen brächte, würde FaceTime auch über das Mobilfunknetz funktionieren.
Aber wie findet FaceTime ohne Mobilfunknetz den richtigen Gesprächspartner im weiten Internet? Die Lösung heißt SIP und ist ein etablierter Standard für Internettelefonie. Sowohl eMail-Adressen als auch Telefonnummern können dank SIP in eine URL übersetzt werden, die aus dem Internet erreichbar ist.
Heißt in der Praxis: ich kann eine beliebige eMail-Adresse oder Telefonnummer „anfacetimen“. Antwortet unter der entsprechend generierten SIP-URL ein Gerät, kann die Verbindung aufgebaut werden. Dabei ist es bei mehreren mit der gleichen eMail-Adresse aktivierten Geräten so, dass ersteinmal alle klingeln, und man sich aussuchen kann, wo man antwortet. Ruft man jemanden allerdings über die Telefonnummer an, klingelt nur sein iPhone 4 (da nur dies die Authentifizierung über die Rufnummer unterstützt).
Damit das funktioniert, muss bei Apple irgendwie eine Datenbank vorgehalten werden, die speichert, wer unter welcher eMail-Adresse bzw. Telefonnummer gerade erreichbar ist und wer nicht. Deswegen sendet das iPhone beim erstmaligen Aktivieren von Facetime eine dubiose versteckte SMS nach Großbritannien (die allerdings nicht berechnet werden dürfte).
Die Clients von iPhone und Mac werde ich im Folgenden getrennt betrachten, da sie sich doch etwas unterscheiden:
FaceTime im iPhone
Ich habe bewusst „im“ iPhone geschrieben, weil die Funktion direkt in die Telefon-App hineingestrickt ist. So gibt es die Möglichkeit, während eines normalen Gesprächs zwischen zwei iPhone-4-Besitzern bei Bedarf auf FaceTime umzuschalten.
Natürlich kann man aber auch ganz normal über das Adressbuch einen FaceTime-Anruf starten, indem man eine eMail-Adresse oder eine entsprechende Nummer anruft. Dann kommt während dem Gespräch die Frontkamera des iPhone 4 zum Einsatz (gleichzeitig die Erklärung, warum es die Funktion auf den älteren iPhones nicht gibt) – wobei man auf Knopfdruck auf die Kamera an der Rückseite umschalten kann, um dem Gesprächspartner zu zeigen, was man sieht.
Wie bei Videotelefonie üblich, sieht man den Gesprächspartner fullscreen und sich selbst in einem kleinen, frei in die Ecken verschiebbaren Fensterchen. Auch der Bewegungssensor des iPhone wird unterstützt, so kann man auch das übertragene Bild zwischen Hoch- und Querformat umschalten.
FaceTime auf dem Mac
Im Rahmen der Back-to-the-Mac-Keynote stellte Apple am 20. Oktober 2010 eine Beta-Version des FaceTime-Clients für Mac OS X (ab 10.6 Snow Leopard) vor.
Entgegen der Erwartungen ist FaceTime nicht in iChat integriert, sondern eine eigene App. Dabei muss die App nicht (!) gestartet sein, um FaceTime-Anrufe empfangen zu können – es ist das gleiche Konzept wie auf dem iPhone. Telefonie- statt Chatparadigma. Wer nicht erreichbar sein will, muss FaceTime in den Einstellungen explizit deaktivieren. Gerade bei Präsentationen o.ä. sollte man das wohl tun. Ansonsten kann eben jederzeit ein Anruf hereinkommen, wie man das vom Telefon her kennt – natürlich muss man diesen nicht annehmen. Dennoch ein mutiger Schritt.
Die App selbst sieht ähnlich aus wie QuickTime X und lädt direkt mal das gesamte Adressbuch. Ist der Gesprächspartner auf einem iPhone 4 und wechselt ins Querformat, dreht sich das Bild nicht auf die Seite, sondern das Fenster nimmt ebenfalls Querformat an. Auch das Bild der iSight-Kamera des Macs kann auf Hochformat umgestellt werden (in diesem Fall wird offenbar einfach rechts und links etwas abgeschnitten).
Weitergehende Funktionalitäten lassen sich wie auch auf dem iPhone vermissen, es gibt keinen Chat oder gar eine Funktion wie iChat Theater.

Fazit
FaceTime funktioniert, FaceTime ist einfach. Tatsächlich ist es der simpelste Videotelefonie-Ansatz, den ich kenne – und genau deswegen könnte er sich durchsetzen.
Zumindest auf Apple-Geräten. Denn ob es in näherer Zukunft Geräte anderer Hersteller mit FaceTime-Unterstützung geben wird, ist fraglich – zumal Apple bis jetzt keine technischen Details veröffentlicht hat.
Ein Problem hat FaceTime aber dennoch, wie auch iChat und Skype: die Videotelefonie funktioniert nicht wirklich zuverlässig.
Oft gelingt der Verbindungsaufbau erst nach ein paar Versuchen. Ein Problem, das es für Videotelefonie erst noch zu lösen gilt, wenn sie so einfach wie herkömmliche Telefonie funktionieren soll.
Bis dahin bleibt es ein nettes Gimmick, das durch FaceTime nun auch mobil funktioniert (was Skype ja immer noch nicht geschafft hat).
Achja, und es wäre noch wünschenswert, FaceTime auch über das Mobilfunknetz zu nutzen, was laut Apple nur wegen den Providern deaktiviert ist. Also, liebe Mobilfunkprovider: anstatt anderen Unsinn zu finanzieren, baut jetzt einfach mal ein flächendeckendes LTE-Netz.
⇒ Zum Mac-Client für FaceTime