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Windows Phone 7, Tag 3: Synchronisation

Als iPhone-Nutzer bin ich es gewöhnt, ständig das Handy an den Computer zu stöpseln und zu synchronisieren. Für Windows Phone […]

Als iPhone-Nutzer bin ich es gewöhnt, ständig das Handy an den Computer zu stöpseln und zu synchronisieren.
Für Windows Phone 7 hat Microsoft für diesen Zweck sogar ein Tool für den Mac entwickelt.

Mac

Die Installation ist etwas seltsam. Anschließend pflanzt sich das Windows-Logo in die Menüleiste (igitt!) und es startet eine App, die sich bei mir erstmal beschwert, dass ich keine iPhoto-Mediathek habe. Dann erwartet sie, dass ich das Gerät per USB anschließe, das HTC 7 Mozart wird von OS X dann auch prompt als MiscellaneousDevice erkannt. Nicht aber von dem Sync-Tool, das möchte erst nochmal neu gestartet werden. Dann wird sofort angefangen zu synchronisieren (was, fragt man sich) – nach kurzer Zeit wird dann iPhoto geöffnet und möchte eine neue Mediathek anlegen. Offenbar sollen die Photos, die ich mit dem Wunderknaben geschossen habe, in die iPhoto-Mediathek übertragen werden. Von dieser lassen sich auch Fotos (sortiert nach Ereignissen, Alben und Gesichtern) auf das Gerät übertragen.
Der Haken an der Sache ist nur, dass ich kein iPhoto nutze, sondern Aperture. Leider erkennt das Microsoft-Tool aber leider die Aperture-Library nicht, ich muss also auf Fotos auf meinem Gerät verzichten. Sind ja sowieso nur 16 GB Speicherplatz verfügbar, die fülle ich lieber mit Musik – welche sich aus der iTunes-Library auswählen lässt.

Interessant: es gibt einen Punkt „Browse Device“, wo man direkt auf Dateien auf dem Gerät zugreifen kann.
Der Sync selbst läuft dann unspektakulär ab. Positiv: das Handy ist völlig unbeeindruckt davon, dass es synchronisiert wird, und lässt sich problemlos weiter benutzen, nur ein paar Funktionen sind solange gesperrt (z.B. die Fotos-App).

Leider kennt der Windows Phone 7 Connector aber keine Apps. Eigentlich hatte ich ja gehofft, das Problem der nicht installierbaren Updates über das Sync-Tool lösen zu können. Nach der ersten Synchronisation (!) lässt sich zwar die automatische Synchronisation deaktivieren und das Gerät umbenennen, eine Update-Funktion für System und Apps fehlt aber.

In der „Musik & Videos“-App ist dann alles synchronisierte zu finden. Allerdings wurden bei den Podcasts alle verfügbaren Folgen übertragen, nicht nur noch ungehört. Immerhin wurde mit übertragen, welche Folgen schon gehört wurden und welche nicht.

Windows

Vielleicht kann der Windows-Client mehr?
Also kurz mal die virtuelle Maschine gestartet und das Mozart daran angeschlossen.
Die Software der mitgelieferten Mini-CD kann ich leider nicht starten, da ich kein Gerät für Mini-CDs habe (in das Swap-In-Laufwerk des Mac eine Mini-CD zu stopfen ist nicht die beste Idee). Man muss also die Zune-Software herunterladen.
61,7 MB oder 35 Sekunden später installiert sich der Zune-Client… und stürzt erstmal ab.

Beim zweiten Versuch klappt es dann, nach dem obligatorischen Neustart startet Zune. Ich erfahre, dass die Software auf dem neuesten Stand ist. Allerdings: auch hier keine Spur von Apps, geschweige denn eine App-Update-Funktion.
Beim Stöbern stoße ich aber auf zwei Funktionen, die jedem iPhone-iTunes-Nutzer den blanken Neid ins Gesicht treiben: Drahtlose Synchronisierung.

Ist man im gleichen WLAN, werden die Daten ohne Kabel hin- und hersynchronisiert. Yeah, so muss das sein!
Ausprobiert habe ich es allerdings nicht, da ich in meiner virtuellen Maschine nichts zu synchronisieren habe und außerdem dann Windows Zugriff auf die Airport-Karte geben müsste. Dennoch auf jeden Fall ein dicker Pluspunkt!
Und noch ein Feature kennt man aus iTunes so nicht: „Reservierter Platz“. Hier kann eingestellt werden, wieviel Prozent des internen Speichers frei bleiben sollen, also nicht für die Synchronisation zur Verfügung stehen. So ist garantiert, dass man immer noch Platz frei hat, um z.B. unterwegs ein Video zu drehen oder um Apps zu installieren.

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Nun habe ich immer noch nicht das Problem gelöst, dass die Apps sich nicht updaten lassen. Klicke ich auf „Alle aktualisieren“ in der Marketplace-App, kommt nur eine Fehlermeldung. Das Internet sagt, ein Neustart behebt das Problem, das kann ich so nicht bestätigen. Als ich allerdings die Apps nach und nach einzeln update, funktioniert es. Dennoch schwach, dass die Apps nicht per Computer aktualisiert werden können. Ein Backup à la iPhone scheint es folglich auch nicht zu geben.

Fazit: Der Zune-Client ist ok, das Highlight ist für mich die Möglichkeit der drahtlosen Synchronisation. Leider ist der Mac-Client noch äußerst rudimentär. Als kritisch sehe ich an, dass der Mac-Client keine Systemupdates einspielen kann – so besteht die Gefahr, dass Mac-Nutzer mit einem veralteten und somit unsicheren Windows Phone 7 herumlaufen.
Eine App-Synchronisation wäre wünschenswert.

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