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Jahresarchiv: 2010

iPhone: Google Mail mit Push und mehreren Absenderadressen

Viele von uns haben ja über die Zeit mehrere verschiedene eMail-Accounts angesammelt. Google Mail macht es uns schon lange möglich, diese alle an einer Stelle zu sammeln und abzurufen – und auch zu senden, von verschiedenen Adressen. Dank IMAP unabhängig von einem bestimmten Computer.

Es könnte nun alles so einfach sein am iPhone (oder am iPad): Google-Zugangsdaten eintragen, alles wird automatisch konfiguriert, man hat alle Mails am iPhone, kann mit allen bei Google Mail eingetragenen Absenderadressen Mails verschicken, neue Mails kommen per Push rein und natürlich werden nebenbei noch Kalender und Adressbuch automatisch synchronisiert.

Leider ist es aber nicht so einfach. Dennoch ist eine solche Konfiguration mit ein wenig Aufwand realisierbar.

Ausgangslage

Wir benötigen:

  • Google-Mail-Account
  • iPhone mit aktueller Version von iOS (am iPad und iPod touch funktioniert es ähnlich)
  • unbenutzten E-Mail-Account (optional)

Den unbenutzten eMail-Account braucht man nur, um eine Fehlermeldung des iPhones zu verhindern. Wer z.B. eine eigene Domain hat und dort eMail-Adressen eingerichtet hat, die zu Google Mail führen, kann sich dort vermutlich auch einen POP3-Account anlegen. Möglichst einen ohne eigene eMail-Adresse, damit dort auch keine unerwünschte Mail ankommen kann (mit der weit verbreiteten Webspaceverwaltung Confixx beispielsweise kein Problem).

Des weiteren gehe ich davon aus, dass Google Mail bereits richtig konfiguriert ist (eine etwas ältere Anleitung gibts hier.

Push für Google Mail: Exchange macht’s möglich

Apple bietet seinen Push-Service, mit dem Mails ohne Abruf seitens des iPhones direkt ankommen (wie eine SMS), leider nur für den kostenpflichtigen Dienst MobileMe an – und für den Microsoft-Firmenserverdienst Exchange.
Glücklicherweise bietet Google Mail für das iPhone einen eMail-Abruf per Exchange-Protokoll an, wo wir dann die Pushfunktionalität haben.

Schritt 1: Exchange-Account einrichten

Hinweis: Ich übernehme keinerlei Verantwortung für Datenverlust o.ä. Das Tutorial geht davon aus, dass bereits alle eMails, Kalender und Adressen bei Google gespeichert sind und die Synchronisation dafür in iTunes deaktiviert ist.

Wir richten also unseren neuen Account am iPhone ein:

  1. Einstellungen → Mail, Kontakte, Kalender → Account hinzufügen …
  2. Microsoft Exchange wählen, NICHT Google Mail!
  3. Im Feld E-Mail und im Feld Benutzername geben wir jeweils die komplette Google-Mail-Adresse ein. Mit @googlemail.com-Endung, wenn man keinen amerikanischen @gmail.com-Account hat.
  4. Bei Kennwort benötigen wir das Google-Passwort, Domain bleibt leer und bei Beschreibung kann man eintragen, was man will. Anschließend drücken wir auf Nächstes.
  5. Im dann erschienenen Server-Feld geben wir m.google.com ein und drücken wieder auf Nächstes.
  6. Nun kann man die gewünschten Dienste wählen, wir aktivieren natürlich alle drei. Anschließend Sichern.
[caption id="attachment_550" align="aligncenter" width="550" caption="Der Google-Account wird als Microsoft-Exchange-Account eingerichtet."][/caption]

Die restlichen Einstellungen werden automatisch getroffen. Wenn nun eine Meldung kommt, dass da Passwort falsch ist, habt ihr vermutlich eine @gmail.com-Adresse eingetragen, obwohl ihr eigentlich eine @googlemail.com-Adresse habt. Dafür könnt ihr euch zwar bei Daniel Giersch beschweren, aber die Adresse müsst ihr trotzdem auf die in Deutschland übliche Form anpassen.

Schritt 2: Mehrere Kalender zur Synchronisation aktivieren

Hat man nur einen Google-Kalender, kann man diesen Schritt theoretisch überspringen. Ansonsten geht es jetzt daran, auszuwählen, welche Kalender synchronisiert werden. Dazu geht man folgendermaßen vor (direkt auf dem iPhone):

  1. Safari öffnen
  2. http://m.google.com/sync aufrufen und ggf. einloggen
  3. Bei der Meldung, dass Google Sync auf dem Gerät nicht unterstützt wird, auf Sprache ändern drücken und English (US) auswählen
  4. iPhone auswählen
  5. Häkchen bei den gewünschten Kalendern setzen und auf Save drücken
[caption id="attachment_551" align="aligncenter" width="550" caption="Für die Kalendereinstellungen muss die Sprache auf Englisch gestellt werden."][/caption]

Jetzt werden eMails, Kalendereinträge und Adressbuch schon richtig synchronisiert. Allerdings gibt es noch ein Problem.

Schritt 3: Mehrere Absenderadressen mit Google-Exchange

Am iPhone ist es aus unbekannten Gründen seitens Apple grundsätzlich nicht möglich, bei einem eMail-Account mehrere Absenderadressen (sog. Alias-Adressen) einzugeben – auf der Tastatur fehlt das Komma, um mehrere Adressen zu speparieren, wie es bei praktisch jedem Desktop-Client möglich ist.
Ein alter Trick ist hierfür, die eMail-Adressen mit Kommata getrennt z.B. in der Notizen-App einzugeben, zu kopieren und in den Mail-Einstellungen einzutragen. Bei POP- und IMAP-Accounts funktioniert das bestens – bei einem Exchange-Account ist das leider nicht möglich. Daher werden wir einen extra Account dafür anlegen.

  1. Notizen-App öffnen
  2. eMail-Aliase mit Kommata getrennt eingeben (ohne die Hauptadresse)
  3. Lange drauf drücken, um die Liste zu markieren („Auswählen“), anschließend Kopieren wählen
  4. Wieder in Einstellungen → Mail, Kontakte, Kalender → Account hinzufügen … wechseln
  5. Andere wählen, anschließend Mail-Account hinzufügen
  6. In den vier Feldern irgendetwas (z.B. a@b.de etc.) eingeben, anschließend Weiter
  7. Oben POP wählen; bei Adresse wieder lange drücken und die E-Mail-Adressenliste aus der Zwischenablage einfügen.
  8. Als Server für eintreffende E-Mails geben wir den eigens angelegten ungenutzten POP-Server ein; alternativ Fantasiedaten, dann kommt es allerdings ab und zu zu Fehlermeldungen
  9. Als Server für ausgehende E-Mails müssen wir den Google-Server smtp.googlemail.com eintragen, sowie wieder die vollständige Google-Mail-Adresse und das Passwort.
  10. Nach dem Sichern lässt sich das iPhone etwas Zeit, die Einstellungen zu überprüfen, hier ist etwas Geduld gefragt.
[caption id="attachment_553" align="aligncenter" width="550" caption="Ungenutzer POP-Server, Google-SMTP-Server"][/caption]

Der so angelegte Zusatz-Dummy-Account taucht nun neben dem Exchange-Account in der Accounts-Liste auf. Es empfiehlt sich, bei Datenabgleich unter Erweitert den eben angelegten Account noch auf manuellen Abruf zu stellen, sonst ruft das iPhone regelmäßig sinnloserweise den POP-Server ab, aber dort werden ja nie Mails ankommen, da der Abruf komplett über den Exchange-Account läuft.

[caption id="attachment_554" align="aligncenter" width="550" caption="Für Dummy-Accounts kann der Abruf auf „Manuell“ gestellt werden"][/caption]

Zusammenfassung & Probleme

Wir haben nun also den Google-Mail-Account als Exchange-Account eingerichtet, darüber werden wir eMails aller unserer bei Google Mail eingetragenen Adressen per Push aufs iPhone bekommen. Ebenso werden Kalender und Adressen vollautomatisch synchronisiert. Die entsprechenden Synchronisationsfunktionen dafür in iTunes sollten daher deaktiviert sein.
Um mehrere Absenderadressen verwenden zu können, haben wir einen weiteren Account eingerichtet, in dem alle Adressen eingetragen sind und über den eMails über den Google-SMTP-Server verschickt werden. Das mussten wir nur machen, weil es bei einem Exchange-Server nicht möglich ist, mehrere Absenderadressen einzutragen. Da das iPhone aber immer auch einen Eingangsserver zu jedem Ausgangsserver haben möchte, haben wir hier einen ungenutzten POP3-Account eingetragen, den wir z.B. über unseren Webhoster erstellt haben, aber auch ein beliebiger Gratis-Mail-Provider, der POP3 bietet, wäre hier möglich.
Übrigens ist es seit iOS 4.0 mit dieser Methode auch möglich, mehrere Google-Mail-Accounts einzurichten, da mittlerweile beliebig viele Exchange-Accounts eingerichtet werden können. Wer also noch einen Firmen-Exchange-Account hat, kann diesen ohne weiteres ebenfalls nutzen, da der in iOS 3 einzige vorhandene Exchange-Account jetzt nicht mehr von Google belegt wird.

Beim Verfassen einer neuen eMail am iPhone kann nun durch Drücken auf „Kopie/Blindkopie, Von: …“ und anschließend auf „Account“ die gewünschte Absenderadresse ausgewählt werden.

Diese Methode hat eigentlich nur noch zwei kleine Probleme: Adressbuchgruppen werden zur Zeit von Google Sync noch nicht unterstützt. Alle Google-Kontakte landen also in einer großen Liste auf dem iPhone. Ich kann damit aber ganz gut leben, dank Suchfunktion ist das kein großes Problem.
Das andere betrifft die Kalenderfarben. Da das verwendete CalDAV-Protokoll keine verschiedenen Farben für Kalender vorsieht, ist das immer eine clientseitige Einstellung. Während man beim Google-Kalender online und auch in iCal am Mac die Farben frei wählen kann, ist das beim iPhone leider noch nicht möglich – hier werden zufällig Farben vergeben.

Hat alles geklappt, freue ich mich übrigens über einen Kommentar oder einen Flattr-Klick :)

Dieses Tutorial wurde am 17.07.10 mit iOS 4.0.1 erstellt. Ich übernehme keinerlei Verantwortung für Datenverlust o.ä.

HTML5-Suche

HTML5 bietet ein paar nette neue Attribute, die zum Beispiel dem Suchfeld zugute kommen können:
<input type="search" … />
Der Wert search anstelle von text im type-Attribut des input-Elements bewirkt, dass der Browser erkennt, dass es sich um ein Suchfeld handelt, und nicht nur um ein x-beliebiges Eingabefeld.

[caption id="attachment_546" align="aligncenter" width="550" caption="Suchvorschläge in Chrome"][/caption]
Mit dieser Information wissen die Browser momentan noch unterschiedlich umzugehen: Microsoft-Browser wie üblich gar nicht, Chrome und Safari unter OS X aber machen das Suchfeld rund, wie in OS X gewohnt, und bieten eine Liste mit vorherigen Suchanfragen an.
Achja: alte Browser behandeln das Suchfeld wie ein normales Text-Eingabefeld, also keine Probleme von dieser Seite.

Eine andere nette Sache ist das Attribut pattern. Hier kann ein regulärer Ausdruck angegeben werden, nach dem der Eintrag matchen muss. Für das Suchfeld bietet sich hier etwas wie pattern=".+" an, wodurch mindestens ein Zeichen eingegeben muss. Dazu empfiehlt sich noch ein required="required", was im Prinzip das gleiche macht. Aber jeder Browser interpretiert natürlich mal wieder ein paar andere Attribute, man kennt das ja. Mit beidem ist man auf der sicheren Seite.

[caption id="attachment_547" align="aligncenter" width="550" caption="Opera weißt mit dem required-Attribut deutlich (und ein bisschen hässlich) darauf hin, wenn man versucht, eine leere Suchanfrage abzusetzen."][/caption]
Und noch etwas sinnvolles bietet HTML5: placeholder
Wollte man bisher einen Platzhalter in einem Eingabefeld haben, musste man zu Javascript greifen, damit der Text auch verschwindet, wenn man in das Feld klickt. Das placeholder-Attribut übergibt diese Aufgabe an den Browser.

[caption id="attachment_548" align="aligncenter" width="550" caption="placeholder in Chrome"][/caption]

Wo bleiben HD-Filme im iTunes Movie Store?

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass iTunes grundsätzlich auf dem richtigen Weg ist. (Also der Store, nicht das Programm, das ist leider immer noch viel zu überladen. )
CDs, DVDs, BluRays und seit dem iBook-Store zumindest teilweise auch Bücher können durch das Downloadmodell des iTunes-Stores sehr gut ersetzt werden.
Bei CDs ist das bereits vielerorts Realität. Man hat keine riesigen CD-Regale mehr, sondern eine große Festplatte.
Nur bei Filmen läuft das nicht so richtig an. Die DVD hat langsam ausgedient, schließlich ist bei einer Auflösung von 720×576 Schluss. HD ist für die DVD ein Fremdwort – und ich möchte mir heute keinen Film mehr kaufen, der nicht in HD vorliegt. Bei der BluRay ist die mangelhafte Geräteauswahl und der hohe Preis der Scheiben problematisch.
Die Lösung heißt Download-Filme. Gibt’s natürlich schon von Apple im iTunes-Store – eine große Auswahl aktueller Filme, teilweise auch mit mehreren Audiospuren. Wenn man sich den iTunes Movie Store aber genau anschaut, fällt auf, dass es keine HD-Filme gibt. Zumindest nicht, wenn man für die heimische Festplatte einkaufen will: HD-Filme gibt es nur für Apple TV- und iPad-Besitzer. Alle anderen, auch Besitzer des fürs Heimkino prädestinierten Mac Mini, schauen in die Röhre.
In den USA ist das anders, dort ist sogar das Ausleihen von HD-Material im iTunes-Store möglich.

Warum, fragt man sich. Auch in Deutschland sind HD-Fernseher inzwischen üblich, sogar meist mit der (von iTunes nicht mal in den USA unterstützten) Full-HD-Auflösung 1080p.

Da es keine wirkliche Konkurrenz gibt, bleibt hierzulande zur Zeit offenbar leider nur der (im Normalfall nicht legale) Weg über BitTorrent, wenn man HD-Filme auf seine Festplatte bekommen möchte – oder der Weg über einen amerikanischen iTunes-Account.

Rosa Chaos

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle ein Video über mein neues iPhone posten.

Als Steve Jobs am 7. Juni das iPhone 4 vorgestellt hat, hatte ich schon einen negativen Beigeschmack. Ich befürchtete schon, dass alles nur wieder daran scheitern wird, dass die Telekom es nicht auf die Reihe bekommt – und genauso ist es jetzt geschehen.

Schon mein erstes Handy war von der Telekom, zwischenzeitlich war ich mal bei O2, dort aber sehr unzufrieden, daher habe ich seit Februar 2008 einen Telekom-Vertrag. Ich bewerfe die Telekom auch gerne mit Geld, da sie immer noch das beste Netz hat und das Tarifmodell passt auch sehr gut auf mich.

Man stellt sich also vor, dass man gemütlich auf t-mobile.de vorbeischlappt, auf „Vertrag verlängern“ klickt und sein iPhone 4 auswählt.
Aus irgendeinem Grund muss bei der Telekom aber alles immer extrem kompliziert, langsam und unstrukturiert organisiert sein. Als Neukunde mag man vielleicht online bestellen können, aber als Bestandskunde wird man einfach wie der letzte Dreck behandelt. Klar, Neukunden könnten bei Unzufriedenheit noch zurücktreten.
Online verlängern geht jedenfalls nicht, man muss in den Telekom-Laden gehen und persönlich vorbestellen.
Bei einer Vorbestellung geht man eigentlich davon aus, dass man, wenn das Produkt verfügbar ist, benachrichtigt wird und ein reserviertes Gerät abholen kann.
Nicht so bei der Telekom: Man wird auf eine Liste gesetzt, und wenn ein Gerät da ist, wird man angerufen. Man muss dann ans Telefon gehen und am selben Tag bis spätestens 14 Uhr in den Telekom-Laden gehen, sonst wird das Gerät an den nächsten gegeben und man bekommt nichts.

Hallo?!
Wenigstens eine Benachrichtigung per SMS wäre doch wohl machbar. Und was ist, wenn man an dem Tag (der irgendwann in den nächsten 1,5 Monaten sein kann) nicht in der Stadt ist? Oder gar arbeitet?

Ich habe die Telekom wirklich immer ganz okay gefunden. Und ich würde gerne bei der Telekom bleiben. Aber wenn man so behandelt wird, hat man dazu irgendwie keine Lust mehr.

Aber was ist die Alternative? Vodafone hat keine guten Verträge (keine Freiminuten und genauso teuer) und E-Netz-Provider fallen sowieso weg. Bliebe ein Vertrag ohne Gerät in Verbindung mit einem „freien“ iPhone aus dem Ausland. Problem hierbei: Mit einem Vertrag ohne Handy kann man gerade mal ca. 120 € sparen – dafür kann man sich kein iPhone kaufen, nicht mal ein gebrauchtes der Vorgängergeneration.

Fazit:
Es ist in Deutschland nicht möglich, zeitnah ein neues iPhone zu bekommen, wenn man nicht einen neuen Vertrag abschließen möchte. Man muss sich als Bestandskunde auf das Glücksspiel mit der Telekom einlassen und das beste hoffen.
Traurig.
Es bleibt nur die Hoffnung, dass das nächstes Jahr besser wird. Aber auch da wird die nächste iPhone-Generation im Juni die Telekom ganz plötzlich und natürlich völlig unvorbereitet treffen.

Hintergrundbilder, Ordner und immer noch Probleme

Seit gestern ist jetzt also iOS 4.0 für das iPhone 3GS verfügbar (für das 3G nur eingeschränkt). Die Neuerungen dürften mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Und doch war das Update für mich recht interessant:


Hintergrundbilder gar nicht soo schlecht

Nein, ich konnte mir nicht vorstellen, dass iPad-ähnliche Hintergrundbilder auch auf dem Homescreen des iPhone funktionieren können. Auf gejailbreakten Geräten sah das immer sehr hässlich aus. Und was den von Apple standardmäßig eingestellten grauen Wassertropfen-Hintergrund anbelangt, ist das bei der offiziellen Variante genauso.

Allerdings wird auch ein einigermaßen ansehnlicher mitgeliefert – wem der genausowenig gefällt wie die anderen (Stein, Stein, Pflastersteine, Jeans, Stein, …) muss selbst suchen oder fotografieren: hier empfiehlt sich auf jeden Fall ein dunkles, einfarbiges, unscharfes Motiv. Dann sieht es aber tatsächlich ganz hübsch aus. Der blaupunktige mitgelieferte verleiht dem iPhone – ganz entgegen meiner Erwartung – gar ein schickes, edles Aussehen, ziemlich shiny.

Hässlich, aber praktisch

Die Ordner (oder neudeutsch „Folders“) sind wirklich praktisch, ich habe damit direkt mal auf 4 Homescreen-Seiten verschlankt. Die Darstellung ist allerdings etwas hässlich geraten, man sollte definitiv nicht zu viele verwenden. Aber gerade selten genutzte Spiele und Apps lassen sich durch die Ordner leicht aufräumen.

App-History („Multitasking“)

Das wohl am meisten missverstandene Feature in iOS 4.
Doppeldruck auf den Homebutton bringt die App-History zum Vorschein, eine Art zusätzliches Dock, in dem kürzlich genutzte Apps liegen. Und nein, die Apps laufen nicht im Hintergrund weiter und verbrauchen Akku, keine Sorge.

Zwar können Apps nun bestimmte Dienste im Hintergrund laufen lassen (z.B. eine Webradio-App), die allermeisten Apps tun dies aber nicht. Sie werden beim Schließen einfach „eingefroren“ und ihr Symbol wird in der App-History angezeigt. Das dient dazu, schnell zwischen mehreren Apps zu wechseln. Was sehr gut funktioniert.

Wer möchte, kann die Symbole dort auch rauslöschen, allerdings ist das nicht notwendig.

Ach ja: „Multitasking“ ist so übrigens echt nett. Paralleles Benutzen von Apps wird möglich, im Hintergrund Laufen für bestimmte Apps (wo das sinnvoll ist) auch, aber es wird nichts tatsächlich akkubelastend weiter ausgeführt.

Jailbreak (fast) unnötig

Fährt man die App-History nach rechts, kommen iTunes-Buttons zum Vorschein, wodurch letztlich weiterhin die Musiksteuerung durch Doppeldruck auf den Homebutton möglich ist.

Aber noch viel besser ist das Symbol links daneben, mit dem die automatische Rotation z.B. in Safari deaktiviert werden kann. Extrem nützlich, wenn man seitlich liegend surfen möchte. Und dank diesem Button endlich ohne hässlichen Jailbreak möglich.

Kein Telekom-Internet mehr nach 4.0-Update

Klingt unglaublich, aber es kann vorkommen, dass das iPhone nach dem Update auf iOS 4.0 keine IP-Adresse mehr von der Telekom bekommt.
Ich weiß nicht genau woran es liegt, vielleicht daran, dass ich vor dem Update den Jailbreak hatte, oder dass ich mal ein Tethering-Profil installiert hatte, oder dass ich die mir von der Telekom zugeschickten Netzwerkeinstellungen einfach mal aktiviert habe. Jedenfalls wird zwar das 3G-Symbol angezeigt, aber Safari kann keine Website öffnen (ohne WLAN) und auch sonst geht natürlich recht wenig mit einem iPhone ohne Internet.

Und hier ist die Lösung:
Die guten alten Profile von help.benm.at, mit denen wir zu iOS-3er-Zeiten das Tethering freischalten konnten. Natürlich muss man vorher eventuell vorhandene Profile löschen (Einstellungen -> Allgemein -> Profil), und Tethering funktioniert mit den Mobileconfigs natürlich auch nicht mehr, aber das Internet kommt zum iPhone zurück. (Soweit ich weiß ist Tethering tatsächlich nur für 5€/Monat bei der Telekom freischaltbar).
Bis es von der Telekom ein aktualisiertes Profil gibt, auf jeden Fall eine Lösung.

Apple unfähig, oder ist es Google?

Ja, Apple ist trotzdem irgendwie unfähig. Oder vielleicht auch nur ungewillt.
Ich habe meine eMail-Adressen alle auf ein Google-Konto laufen, auch Kontakte und Kalender habe ich natürlich bei Google, dem besten Mailkontaktekalenderanbieter der Welt.

Ich stelle mir das jetzt so vor: ich sage meinem iPhone meine Google-Zugangsdaten und es richtet mir automatisch Mailprogramm, Adressbuch und Kalender ein. Dabei wäre zu beachten, dass ich mehrere Absenderadressen bei Google habe, und diese natürlich auch am iPhone nutzen möchte.
Außerdem habe ich drei Kalender (Privat, Uni und Arbeit) und ein paar Adressbuchgruppen. Neue eMails und Änderungen im Adressbuch und im Kalender sollten möglichst in Echtzeit auch am iPhone ankommen, Push machts möglich. Wenn dann noch Notizen mit synchronisiert werden, wäre das super, aber nicht unbedingt notwendig. Ist das zuviel verlangt?

Offenbar schon, denn das geht wohl nur mit dem kostenpflichtigen MobileMe so richtig.

Gepushed werden Mails von Google nur, wenn man den Account nicht als Google-, sondern als Microsoft-Exchange-Account einrichtet. Dann kommen auch die Kalender (wenn man sie auf der amerikanischen Version von m.google.com/sync freischaltet) am iPhone an und sogar die Kontakte, letztere allerdings ohne Gruppen und die Kalender mit frei gewählten Farben, die überhaupt nichts mit denen bei Google oder in iCal auf dem Mac zu tun haben. Damit muss man leben.

Und mehrere Absenderadressen? Gibts nicht. Mein Workaround dafür ist, dass ich den Account nochmal extra eingerichtet habe, nur zum Versenden (mit falschen Daten beim Eingangsserver, sonst wären ja alle Mails doppelt da), und die mehreren Adressen mit Kommata getrennt per Copy&Paste eingefügt habe (kann man nicht direkt eintragen, funktioniert dann aber).

Das ist MÜLL!

To-Do-Liste

Was fehlt noch in iOS 4?

Safari: Wo bleibt Passwortsynchronisation? Die Schlüsselbundverwaltung von OS X sollte auch in iOS Einzug erhalten. Außerdem wären Extensions hübsch, damit man lästige Werbung ausblenden kann (meinetwegen dürfen iAds drin bleiben).
Achja, Flash darf ruhig weiter fehlen.

Mail: Siehe letzter Abschnitt. Das muss endlich Power-User-tauglich werden. Am Mac ist da übrigens auch noch Potential.
Von Verschlüsselung wage ich gar nicht erst zu träumen.

Karten: Ich finde es ist an der Zeit, die Maps-App zu Google Maps Navigation auszubauen. Wird aber wohl nicht geschehen, da Apple an den teuren Navi-Apps zu viel mitverdient.

iChat: Das iPhone 4 wird eine Frontkamera haben. Warum kann man die dann nur im etwas krüppeligen Facetime nutzen? Warum nicht iChat für das iPhone?

iSync: Die iPhone-Synchronisation muss endlich aus iTunes herausgelöst werden. Warum man dafür nicht einfach das sowieso schon vorhandene iSync verwenden kann, weiß niemand.

Jailbreak: Darf in keiner iPhone-To-Do-Liste fehlen. Apple sollte einfach selbst die Plattform öffnen. Der App-Store wird daran nicht untergehen. Aber man könnte mit dem Teil endlich machen, was man will. Am Mac gehts ja auch.

Telekom: Ich habe es eigentlich satt, mir von der Telekom Tethering verbieten zu lassen. Leider sind die anderen Mobilfunkanbieter kein Haar besser. Aber das ist ein anderes Thema.

So wird’s gemacht: Redesign bei Barilla


Ende letzten Jahres kamen die ersten Einheiten in die Supermarktregale, inzwischen hat Barilla seine gesamte Produktpalette auf ein neues Design umgestellt. Dabei wurde offenbar auf einen hohen Wiedererkennungswert und einen eleganteren, hochwertigeren Look geachtet. Das Logo verlor dabei seinen 3D-Effekt, ein Trend, der von Mercedes gestartet und mittlerweile zahlreich adaptiert wurde. Die Schrift verlor ihre angedeuteten Serifen und wurde etwas schlanker, auch ein beliebter Designtrend unserer Tage (was man schon allein an meinen Artikelüberschriften sieht).
Die Gabel auf den Nudelpackungen, die kaum als „Serviervorschlag“ bezeichnet werden konnte, wich einem kompletten Gericht, das sich über die Seite nach hinten ausdehnt, wo das zugehörige Rezept zu finden ist. Die großflächige Eigenwerbung auf der Rückseite ist verschwunden, lediglich ein kleiner Hinweis auf die Nudelsaucen aus dem gleichen Hause ist geblieben. Schön ist, dass die Nährwerttabelle von der Seite verschwunden ist, die Packung sieht daher auch seitlich im Regal stehend hübsch aus und die Sorte ist auch seitlich sofort erkennbar.
Besonders hervorzuheben ist aber das neue Verpackungsdesign der Nudeln: Das Fenster ist verschwunden. Eine vernünftige Entscheidung, bei getrockneten Nudeln ist eine visuelle Qualitätsprüfung ohnehin von zweifelhaftem Sinngehalt. Die Form der Nudel ist durch die prominente Einzelabbildung auch ohne Fenster leicht erkennbar – und man kann die leere Packung nun endlich guten Gewissens ins Altpapier werfen (oder hat wirklich jemand die Plastikfolie herausgepopelt?
Positiv ist auch der Ersatz der seitlichen Öffnung, die nicht sehr groß und schon gar nicht wiederverschließbar war. Stattdessen kann nun die Oberseite aufgerissen und per Lasche wieder verschlossen werden.
Bei den Soßen wurde leider keine Packungsänderung vorgenommen, die kleinen Pestogläschen lassen sich immer noch nur schwierig restlos entleeren.
Die deutsche Website wurde leider noch nicht an das neue Design angepasst.


Alles in Allem ein souveränes Produkt-Redesign.

„Gefällt mir“ in Gut: Flattr

Flattr wird grade durch die ganze Blog-Welt getrieben, daher wird es sicher schon der eine oder andere kennen. Da ich die Idee aber ziemlich gut und unterstützenswert finde, treibe ich mal munter mit.

Das Internet (zumindest der modernere Teil) lebt davon, dass die Leute sharen. Bloggen, Fotos hochladen, Videos drehen. Das ist der eine Teil der Nutzer. Der große andere Teil konsumiert nur, mehr oder weniger ohne Gegenleistung. Die Gegenleistung besteht höchstens in ein paar Kommentaren oder einer Weiterverbreitung über die einschlägigen Dienste. Flattr möchte erreichen, dass diese Gegenleistung auch aus einem (geringen) Geldbetrag bestehen kann.

„Was? Geld? Bezahlen? Im Internet? Igitt!“, werden jetzt sicher einige sagen. Ja, Geld bezahlen, allerdings nicht böse kommerziell, sondern eher indie-mäßig cool.
So funktioniert Flattr (hier könnte man jetzt das Flattr-Video einbinden, aber Flash ist ja bekanntlich bäh, daher in Worten):
Man legt einen kleinen Geldbetrag (ca. 2 bis 20 Euro) fest, den man bereit ist, pro Monat an all die netten Menschen im Internet abzugeben. Also ungefähr so viel wie ein Bier oder ein Stück Kuchen. Dann geht man im Internet surfen. Wenn einem etwas gefällt, und der Urheber Flattr nutzt, klickt man auf den Flattr-Button – vergleichbar mit dem „Gefällt mir“-Button von Facebook. Das macht man so oft man will.
Am Ende des Monats wird dann der vorher festgelegte Betrag unter all den Leuten, auf deren Flattr-Button man geklickt hat, aufgeteilt.
So kommen vielleicht ein paar Cent oder gar Euro zusammen, die der Urheber für seine Arbeit bekommt. Davon kann natürlich niemand leben oder einen Server bezahlen, aber es geht ja auch nur um die freundliche Geste.

Eine ziemlich coole Konkurrenz zu den unzähligen „Gefällt mir“-Buttons von diversen Diensten. Aber natürlich funktioniert das System nur, wenn möglichst viele Leute mitmachen – also los!

[caption id="attachment_523" align="aligncenter" width="500" caption="Jung, schwedisch, innovativ: Das Flattr-Team"][/caption]

Das schwedische Start-Up befindet sich zur Zeit zwar noch in der Betaphase, allerdings werden Invites inzwischen recht zügig rausgerückt – und Gründer Peter Sunde versicherte mir, dass die Registrierung „in ein paar Wochen“ sowieso für alle geöffnet wird.
Unterdessen kann auf flattr.com ein Invite angefordert werden.

Und das da unten rechts, das ist der Flattr-Button für diesen Blogeintrag. Darf geklickt werden!

Update: Ich habe mittlerweile Flattr-Invites zu vergeben. Einfach melden.