sprachkonstrukt.de

nerdkram, design, fotografie & digital lifestyle

Monatsarchiv: April 2011

Eduroam (802.1X) der Uni Ulm am iPhone/iPad nutzen

Wer das WLAN der Uni Ulm bisher nutzen wollte, war auf „Welcome“ angewiesen, wo man sich bei jedem Verbinden mit Nutzername und Passwort einloggen musste.

Diese Zeiten sind nun endlich vorbei: zusätzlich gibt es nun das hochschulübergreifende eduroam.
Anstatt sich in das unverschlüsselte Welcome-WLAN einzuwählen und im „Captive Portal“ die Nutzerdaten einzugeben, erfolgt die Authentifizierung über einen 802.1X-RADIUS-Server (kann man sich vorstellen wie eine WPA-Verschlüsselung zuhause, nur dass jeder Nutzer ein eigenes Passwort hat).
Am Mac ist das recht schnell konfiguriert, Details können bei Jonathan nachgelesen werden.

Am iOS-Device sieht es allerdings anders aus, im Menü finden sich keine detaillierteren Netzwerkeinstellungen.
Um die Konfiguration auf das Gerät zu bekommen, muss man eine Konfigurationsdatei mit dem iPhone Konfigurationsprogramm erstellen:

Zusätzlich muss im Tab „Protokolle“ TTLS aktiviert werden und bei der Internen Authentifizierung PAP eingestellt werden.
Im Bereich „Allgemein“ sollten noch Name und eine Kennung eingegeben werden; anschließend sendet man sich die Konfigurationsdatei am einfachsten über den Mail-Button („Freigeben“) an iPhone, iPad oder iPod touch.

Dort kann man dann das Profil installieren, indem man den Anhang der Mail öffnet:

Die Nachfrage, ob das Zertifikat installiert werden soll, sollte man bestätigen.
Und schon kann man in das „eduroam“-WLAN gehen und wird automatisch authentifiziert.

Größter Vorteil: man kann nun auch mit mehrere Geräten gleichzeitig im WLAN angemeldet sein (im „Welcome“-Netz ging das nicht) – es ist also kein Problem, mit Mac, iPad und iPhone gleichzeitig online zu sein.

Meine Uni wird wirklich immer besser. Erst gibt es endlich einen EC-Aufwerter für den Studentenausweis, dann „echten“, guten Kaffee und nun auch noch ein RADIUS-WLAN. ♥

Sucker Punch


Letzte Woche konnte ich endlich jemanden finden, der mit mir in Sucker Punch geht, einen Film, der wohl jetzt schon zu den polarisierendsten des Jahres gehört:

ein sexistisches, dämliches und lachhaftes Machwerk

(Spiegel Online)
Auch der mitleidig blickende Kartenabreißer fand den Film „scheiße”.

Natürlich muss man wissen, worauf man sich einlässt: Regisseur ist Zack Snyder, vor allem bekannt vom großartigen 300, welches seinerzeit auch schon zu recht unterschiedlichen Kritiken führte. Vom Stil her geht der Film auch definitiv in Richtung Comicverfilmung mit Tarantino-artiger Inszenierung.

Dies wird schon in der düsteren, aber großartig gestalteten Eröffnungsszene deutlich, zu der eine von Hauptdarstellerin Emily Browning gesungene Version von „Sweet Dreams” läuft.

Kurz zur Story: Mädchen wird in Psychiatrie misshandelt und flüchtet sich in Traumwelten. Fertig.
Und diese Traumwelten sind das eigentlich sehenswerte und unterhaltsame an Sucker Punch – Kampfszenen mit Steampunk-Nazis im 1. Weltkrieg oder mit Drachen und Kampfhubschraubern im Mittelalter sind vielleicht nicht logisch erklärbar, aber ein visuelles Meisterwerk, das jeden begeistert, der auch an 300 Gefallen fand.
Dabei wird die Gewalt, wenn überhaupt, nie geschmacklos inszeniert.

Dazu kommt, dass Snyder die Lösung der Geschichte nur andeutet; gut möglich, dass deswegen viele Zuschauer aussteigen und den Film schlecht finden. Auch ich musste noch relativ viel nachdenken, bis ich jetzt soweit bin, ansatzweise zu verstehen, was in Sucker Punch eigentlich passiert ist (Achtung, Spoiler im nächsten Absatz).

Die eigentliche Realität ist nur am Anfang und am Ende zu sehen. Das Bordell ist die erste Traumwelt, in die Babydoll sich flüchtet, als sie das „Theater” sieht. Nur hier gibt es ihre Freundinnen, die wohl alle gewisse Teile ihres Selbst repräsentieren. So verarbeitet sie beispielsweise den Tod ihrer Schwester. In dieser Realität geht es ihr zwar auch nicht gut, aber sie ist nicht mehr völlig hilflos. In der zweiten Stufe, den Kampf-Traumwelten, wendet sich das Blatt dann vollständig und die Männer werden von den Mädels geradewegs abgeschlachtet.
Am Ende ist Babydoll/Sweet Pea dann zwar noch nicht am Ende ihrer Reise, aber zumindest von Blue befreit.

Ob das nun die richtige Interpretation ist oder was die Aussage des Films sein soll, weiß ich natürlich auch nicht.

Wenn der Film auf BluRay erscheint, werde ich ihn mir auf jeden Fall nochmal ansehen. Vielleicht erkenne ich dann auch, dass Sucker Punch doch nur eine schöne Aneinanderreihung von bombastischen Bildern und durchaus selbstironischen und lustigen Szenen ist, die auch aus einem Computerspiel entstammen könnten. Aber selbst wenn dem so wäre, hat mich Zack Snyder doch bestens unterhalten.

Sucker Punch Soundtrack (iTunes) (Amazon)

Ausgeflattrt

Knapp ein Jahr hat es gehalten, jetzt fliegt Flattr bei mir wieder raus.

Zwar bin ich immer noch der Meinung, dass die Grundidee von Flattr gut ist; allerdings hat sich nun gezeigt, dass Flattr im momentanen Zustand nur ganz wenigen etwas bringt – wirklich großen Contentproduzenten, wie der TAZ oder fscklog.
Flattr-Nutzer, die selbst keinen Content produzieren, scheint es kaum zu geben. Und daher findet nur eine Umverteilung statt von kleinen Blogs zu großen Blogs. Das soll kein Vorwurf sein, viele große Blogs flattrn natürlich auch wieder an kleine Blogs zurück.
Und natürlich verdient Flattr selbst ordentlich mit.

Jedenfalls – für mich hat es sich definitiv nicht gelohnt. Die Einnahmen lagen stets unter dem minimalen Einzahlungsbetrag von 2€ pro Monat. Daher habe ich im März die letzten Cent meines Flattr-Kontos verflattrt und nun die Buttons deaktiviert.

Zum Thema Monetarisierung: meine Serverkosten finanziere ich zur Zeit (ansatzweise) durch Amazon, ein bisschen iTunes und möglicherweise bald durch Untervermietung von Webspace. Auf den PayPal-Spenden-Button rechts hat leider bisher noch nie jemand geklickt.

Große Bilder mit Tiles darstellen

Nichts angezeigt, obwohl JavaScript aktiviert ist? => Neuladen.

Der Orionnebel, ein 18000×18000 Pixel großes Bild vom Hubble-Teleskop
Für ein aktuelles Uni-Projekt stellte sich meinem Team die Aufgabe, eine Karte á la Google Maps darzustellen. Vor allem bei Karten ist es problematisch, einen hohen Detailgrad zu erreichen, ohne zu große Datenmengen handlen zu müssen: ein, sagen wir, 12000×12000 Pixel großes Bild mal eben durch einen Browser zu jagen, funktioniert einfach nicht.
Die Lösung für dieses Problem kennen wir auch von Google Maps: das Bild (die Karte) wird in einzelne Quadrate für unterschiedliche Zoomstufen geteilt, und nur der tatsächlich angezeigte Ausschnitt wird vom Server geladen.

Soweit, so gut, aber wie macht man das nun mit eigenen Inhalten? Wenn man ein großes Bild (z.B. ein Gigapixel-Panorama) oder einfach eine eigene Karte so anzeigen möchte, wie Google Maps das möchte? Erstaunlicherweise findet man zum Thema „Google Maps mit eigener Karte“ erstaunlich wenig im Internet.

Zoomify ist ein kommerzielles Projekt, das eigentlich genau das macht, was wir wollen. Es ist vor allem als Anzeigemöglichkeit von sehr großen Bildern gedacht – allerdings wird das Ergebnis per Flash angezeigt; nicht das, was man 2011 haben will.

Schauen wir uns die Google Maps API an, oder die Alternative aus der OpenStreetMap-Ecke, OpenLayers. Beides ist recht ähnlich und macht das gleiche, nämlich Karten (oder Bilder) zoom- und verschiebbar anzeigen. Bei Google Maps kann man eigene Kartentypen als zusätzliche Layer zu den bekannten Google-Layern (Karte, Satellitenbild, Hybridansicht) hinzufügen, bei OpenLayers kann man komplett eigene Layer anlegen.
Dabei wird auf die Kartendaten stets nach dem selben Schema zugegriffen: ein Webserver, der je nach Anfrage die gewünschten Bilddaten zurückliefert. Dabei besteht jede Kachel („Tile“) aus einem Bild, das typischerweise 256×256 Pixel groß ist; der Dateinamen besteht aus drei Zahlen X, Y und Z (also z.B. http://source.mymap.com/3-5-7.jpg).
Die erste Zahl (Z) entspricht der Zoomstufe oder Z-Achse, 0 wäre also die kleinste Zoomstufe, wo man praktisch das ganze Bild sieht, 16 wäre dann die 17. Zoomstufe, also ziemlich „hineingezoomt“. X und Y, die anderen beiden Zahlen, entsprechen der Koordinate in der Ebene, 0-0 wäre also die Kachel oben links, 0-1 die rechts daneben usw.

Zurück zu Zoomify. Es gibt mittlerweile mehrere Programme, die ein Bild für Zoomify exportieren können – unter anderem der Titan unter den Bildbearbeitungsprogrammen, Photoshop. Heraus kommt dabei ein Ordner, der neben der Flash-Datei zur Anzeige jede Menge Unterordner enthält, welche wiederum Bilddateien enthalten. Und, Überraschung: diese Tiles sind nach eben jenem X-Y-Z (bzw. eigentlich Z-X-Y)-Schema benannt.
Man kann also die Tiles alle in einen Ordner schieben, die Flash-Datei wegwerfen und den Ordner mit der Google Maps API oder OpenLayers als Quelle referenzieren. Tada, schon haben wir aus einem Bild aus Photoshop einen Google-Maps-Kartentyp bzw. einen OpenLayers-Layer gemacht.

Das Beispiel oben besteht aus folgendem quick-and-dirty-Code:

function mapsapi() {
  var map = new GMap2(document.getElementById("gmapcanvas"));
  var tileLayer = new GTileLayer(null, 2, 7, {
       tileUrlTemplate: 'http://root.deyhle-webdesign.com/files/nebel/{Z}-{X}-{Y}.jpg',
       isPng:true,
       opacity:1.0
      });
  var mapType = new GMapType([tileLayer], new GMercatorProjection(20), "Nebel");
  map.addMapType(mapType);
  map.removeMapType(G_NORMAL_MAP);
  map.removeMapType(G_SATELLITE_MAP);
  map.removeMapType(G_HYBRID_MAP);
  map.addControl(new GSmallMapControl());
  map.setCenter(new GLatLng(71.300793,-86.835937), 3);
}