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iPhone 5s

Es ist wieder Herbst, es ist wieder iPhone-Zeit. Und es gibt nicht zwei neue Geräte, wie bisher (schwarz und weiß), […]

iPhone 5s im Dock

Es ist wieder Herbst, es ist wieder iPhone-Zeit. Und es gibt nicht zwei neue Geräte, wie bisher (schwarz und weiß), sondern sage und schreibe acht. Auf das iPhone 5c mit seinen fünf Farben will ich hier nur ganz kurz eingehen: nette Idee, das Vorjahresgerät im Plastikgehäuse zu verkaufen, und es sieht auch gar nicht schlecht aus – das wirklich interessante Produkt ist aber natürlich das iPhone 5s – jetzt in drei Farben. Unverändert bleibt dabei nur die weiß/silber-Kombination des iPhone 5; wohl aufgrund der anhaltenden Kratzanfälligkeit des schwarzen iPhone 5 wurde dieses durch eine schwarz/graue Variante ersetzt, deren Metallrückseite um einiges heller ist und eher an Graphit erinnert. Die neue, dritte Variante ist eine weiß/gold-Kombination.

Leider ist es gar nicht so leicht, an das 5s zu kommen – offenbar gibt es sehr viel mehr 5c-Geräte. Bei der Markteinführung letzten Freitag im Apple Store Augsburg jedenfalls war das 5s in Rekordzeit ausverkauft, mit Schlangenplatz 305 hatte ich kein Glück mehr (das letzte 5s – in schwarz – ging ca. an Nummer 260, die beiden anderen Farben waren schon davor aus).
Heute im Apple Store Sindelfingen sah es kaum anders aus – 5s-Geräte wurden ausschließlich für Kunden, die einen Vertrag abschließen oder verlängern wollten, zurückgehalten. Offenbar gibt es Kontingente, die die Apple Stores für die Netzbetreiber erfüllen müssen. 10 Minuten nach Ladenöffnung konnte ich so das letzte goldene iPhone 5s erwerben – inklusive zweijährigem Knebelvertrag mit unglaublich schlechten Bedingungen bei der Telekom (60€ für 50 MBit/s, gedrosselt nach nur 1 GB).

„Gold“
Das Gold mag zunächst etwas verstörend klingen, es bilden sich unwillkürlich Assoziationen mit Gangster-Rap- oder Osteuropa-Mode, wenn man von einem goldenen iPhone hört.
Tatsächlich ist das Gold aber eher ein „Champagner“, je nach Licht wirkt es wie ganz normales Silber – es ist nur ein leicht wärmerer Farbton. Es wirkt weder billig, noch feminin oder osteuropäisch (wenn auch es dort sehr gut anzukommen scheint, gemessen an den Bussen voller Osteuropäer, die letzten Freitag in Augsburg gefühlt 80% der Schlange stellten).
Und: es sieht tatsächlich ziemlich gut aus.
Optisch ist es ansonsten kaum von einem iPhone 5 unterscheidbar, lediglich der Blitz ist größer geworden.

Und dann ist da natürlich der neue Home-Button, jetzt ohne Aufdruck, aber dafür mit metallischer Umrandung. Darunter verbirgt sich der Fingersensor, der das neue „Touch ID“-Feature ermöglicht.
Das ist – neben der schnelleren Kamera, was sich durch eine SloMo-Video-Option in der Kamera-App bemerkbar macht – dann auch praktisch das einzige Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zum iPhone 5.

Der Finger-Sensor
Die Authentifizierung an Multi-Touch-Geräten geschieht idealerweise biometrisch – die Erkennung durch das Display selbst scheint nur leider noch nicht fertig zu sein, weshalb sich Apple nun zunächst für einen Sensor unter dem Home-Button entschieden hat.
Bislang lässt sich der Fingerabdruck zum Entsperren des Geräts und für die Anmeldung im App Store nutzen. Es können beliebig viele Finger gespeichert werden, wobei die genaue Position auf dem Sensor egal ist.
Wie üblich ist Biometrie alles andere als sicher, wie der CCC feststellt – die Alternativen allerdings, normale Entsperrcodes, die wohl nicht einmal die Hälfte der Nutzer verwendet, oder die komplizierten Entsperrmuster von Android, schlägt „Touch ID“ um Längen. Im Alltag dürfte es mit die sinnvollste Art sein, wie man sein Telefon entsperrt.
Das funktioniert entweder so, dass man, wenn die Code-Eingabe erscheint, anstatt den Code einzugeben den Finger über den Sensor hält – oder indem man einfach auf den Home-Button drückt, um das Gerät aus dem Standby zu wecken. (Mir ist dabei aufgefallen, dass ich das Gerät immer über den Lock-Button aufwecke, hier ist nun etwas Umgewöhnung fällig).
Bei der Benutzung stellt sich außerdem unweigerlich die Frage, warum der Home-Button überhaupt noch ein Knopf ist, der gedrückt werden muss. Man erwischt sich erstaunlich häufig dabei, dass man Apps beenden will, indem man nur noch den Finger auf den Home-Button legt.
Wer sich übrigens fragt, wie „Touch ID“ im Apple Store präsentiert wird – die Ausstellungsgeräte haben dafür eine Demo-App.

Und sonst? iOS 7. Dazu ist eigentlich schon alles gesagt. Erwähnenswert sind höchstens noch die neuen Töne und Hintergrundbilder. Interessant übrigens, dass das Hintergrundbild, das auf der Packung des iPhone 5s abgebildet ist (weiß mit hellgrauen Punkten) nicht dabei ist – nur ein invertiertes, mit weißen Punkten auf hellgrauem Hintergrund, was aber irgendwie nicht so gut zum ansonsten weißen iPhone passen will.

Tatsächlich gibt es sonst bislang kaum spürbare Veränderungen zum iPhone 5. Besitzer von iPhone 4 oder 4S werden natürlich das größere 4″-Display bemerken, sowie das sehr viel geringere Gewicht und die längere Akkulaufzeit (letztere habe ich noch nicht getestet, gehe aber mal davon aus, dass sie ähnlich gut wie beim iPhone 5 sein wird).
Theoretisch müsste der neue A7-Prozessor (eine kleine Erinnerung daran, dass dieses Gerät eigentlich „iPhone 7“ heißen müsste) für eine höhere Leistung bei Spielen sorgen, ich spiele jedoch nicht auf dem iPhone. Interessant könnte der M7-Chip werden, der Bewegungssensorik bereitstellt und in einem neuen Punkt „Aktivitätsdaten“ in den Datenschutzeinstellungen resultiert – in denen bislang aber keine App vorhanden ist. Hier heißt es wohl auf Updates warten sowie auf die angekündigte „Nike Move“-App.

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Endlich stellt Apple auch wieder selbst Zubehör her: zum einen Ledercases – wobei man ein solches Gerät eigentlich nicht guten Gewissens dauerhaft in eine Hülle stecken kann. Und zum anderen, endlich, wieder ein Dock. Natürlich ohne Kabel, und nur für das iPhone 5/5s passend, und für den Standardpreis von 29 € – allerdings ist es im Gegensatz zu allen Docks, die ich im Laufe des letzten Jahres für das iPhone 5 gesehen habe, einfach ansehbar, minimalistisch, weiß – wie man es erwartet. Und klein, sehr klein. Außerdem hat es sogar einen Audioausgang.

Fazit

Man merkt in jeder Hinsicht, dass das iPhone 5s einfach das Smartphone ist, es gibt nichts besseres. Verarbeitung, Materialien, Technologie, Software – wie gewohnt ein sehr stimmiges Gesamtpaket. Im Vergleich zum iPhone 5 gibt es allerdings wirklich nur sehr wenige Änderungen, für iPhone-5-Besitzer ist es reiner Luxus. 4S-Nutzer dagegen können guten Gewissens zugreifen, denn das iPhone 5 war im letzten Jahr schon sehr revolutionär. Das iPhone 5c dagegen ist eher was für Jugendliche oder Smartphone-Neulinge. Kein Billig-iPhone, bei Apple ist nichts billig. Aber das 5c ist eben nicht das beste Gerät, das man bekommen kann – das ist das iPhone 5s.

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