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Tag: Test

Alternative Nespresso-Kapseln

Ich habe ja schon seit Längerem eine Nespresso-Maschine. Inzwischen ist das Kapselsystem gefühlt extrem weit verbreitet und es regt sich teilweise Widerstand: Nespresso sei böse, hört man immer häufiger. Prominent wurde diese Meinung durch ein YouTube-Video der NGO Solidar Suisse. Kritikpunkte: die Kaffeebauern würden ausgebeutet und die Kapseln seien eine ökologische Katastrophe. Auch Greenpeace schlägt [...]

Nespresso


Da meine alte DeLonghi EC 9 LM leider nie so richtig funktioniert hat, entschloss ich mich, sie durch eine Nespresso-Maschine zu ersetzen.

Die Maschine: Krups XN 2120


Kapselsysteme haben den Ruf, überteuert zu sein. Tatsächlich kann man für eine Nespresso-Maschine locker 500 Euro ausgeben, z.B. für die DeLonghi EN 720 M Lattissima, aber es gibt auch recht günstige Maschinen. Für eine solche habe ich mich entschieden:

Die Krups XN 2120 New Essenza in schwarz. Ich habe für sie 106 Euro bezahlt, seltsamerweise ist sie momentan wieder etwas teurer.
Der Vorteil: jede Nespresso-Maschine hat den „echten“ Espressomaschinen-Pumpendruck von 19 bar und kann Espresso und normalen Kaffee („Lungo“) zubereiten, egal aus welcher Preisklasse sie ist. Die teureren Maschinen unterscheiden sich nur in der Größe und bieten Zusatzfeatures wie eine Milchschäumvorrichtung, Teezubereitung oder eine Tassenwarmhalteplatte.

Die Kaffeezubereitung ist denkbar einfach: prüfen, dass der Wassertank voll ist, Kapsel einlegen, auf einen der beiden Knöpfe drücken, fertig. Die Maschine wärmt dabei schnell auf (ca. 1 min), bei längerer Nichtbenutzung geht sie in einen Energiesparmodus. Und der Kaffee hat echte „Crema“, wie bei einer klassischen, professionellen Espressomaschine.
Aufwändiges Putzen entfällt dabei komplett, zum Reinigen lässt man kurz etwas Wasser ohne Kapsel durchlaufen, und ab und zu muss man den Behälter für die verbrauchten Kapseln entleeren.

Die Kapseln


Von Nespresso „Grands Crus“ genannt, kostet eine Kapsel ca. 33-35 Cent. Wenn man bedenkt, dass man dafür Espresso in Café-Qualität bekommt, wo man gut und gerne das Zehnfache bezahlt, ist der Preis eigentlich in Ordnung.
Es gibt 16 Sorten (plus Sondersorten), darunter auch entkoffeinierte und speziell für „Lungo“, also normalen Kaffee, geeignete. Sie variieren in Intensität, Geschmack und Herkunft.
Kauft man eine Maschine, bekommt man ein Willkommenspaket, in dem jede Sorte einmal vertreten ist. So kann man in Ruhe durchtesten, was einem am besten schmeckt.
Ich habe mich für Arpeggio, den lilafarbenen Espresso, und für Fortissio, den Lungo in der dunkelgrünen Kapsel, entschieden.
Da meine normalen Tassen leider nicht unter den Kaffeeauslauf passen, habe ich mir noch weiße Porzellantassen von Nespresso dazu gegönnt.

Der Club

Nespresso will hochwertig und exklusiv sein. Daher gibt es die Grands Crus ausschließlich in den spärlich vorhandenen Nespresso-Boutiquen (z.Zt. insgesamt 8 in ganz Deutschland) und online. Für eine Online-Bestellung muss man im Nespresso-Club Mitglied werden, was allerdings mit keinerlei Verpflichtungen o.ä. verbunden ist, im Gegenteil, man kommt dadurch z.B. auch in den Genuss von persönlichem Besuch von Nespresso, wenn die Maschine kaputt geht.
Eine online aufgegebene Nespresso-Bestellung ist meist schon am nächsten Tag da, auch eine Lieferung an eine Packstation ist möglich (leider keine Selbstverständlichkeit).

Fazit

Der Kaffee schmeckt genial, und insgesamt ist das System gar nicht so teuer, wie man denkt.
Die bei der Krups XN 2120 fehlende Milchaufschäumvorrichtung ist für mich kein Problem, da ich dafür einen Bodum Latteo habe.
Alles in allem die perfekte Lösung für alle, die hohe Ansprüche an ihren Kaffee haben, aber sich keinen teuren Vollautomat kaufen können oder wollen (wobei die teureren Maschinen auch Vollautomat-Funktionen haben). Vor allem, wenn man die Maschine nicht täglich nutzt (gerade als Student), ist eine Nespresso-Maschine mit ihren Kapseln den klassischen Maschinen natürlich überlegen, weil hier keine frischen Bohnen im Gehäuse vor sich hin gammeln, sondern der Kaffee immer frisch aus den Kapseln kommt.

Zum Weiterlesen: neunzehn72.de hat auch eine Nespresso-Maschine, und zwar das Topmodell DeLonghi EN 720 M Lattissima.

Vergleich: AKG K 370 ↔ Sennheiser CX 300-II

Letzte Woche gaben meine geliebten JBL Reference 220 Kopfhörer leider auf. Kabelbruch am Stecker.
Auf der Suche nach würdigen Nachfolgern stolperte ich einmal über die recht verbreiteten CX 300-II von Sennheiser und etwas später über die als High-End angepriesenen AKG K 370. Da beide Modelle preislich jedoch in einer Kategorie liegen (50-70 €), bietet sich ein Vergleichstest an.

AKG K 370: Headset für Audiophile


AKG gehört ebenso wie JBL und Harman/Kardon zur Harman International Inc.
Die Audiospezialisten sind vor allem von „größeren“ Kopfhörern und Lautsprechern bekannt, gießen ihr Know-How aber offenbar auch in die kleinsten Vertreter ihrer Produktlinie.


Die AKG K 370 fallen zuerst durch ihre Größe von ca. 2cm auf, was ich als groß empfinde. Das Kabel ist insgesamt 1,10m lang und symmetrisch. Am Kabel zum linken Ohr befindet sich das Mikrofon und eine Taste. Diese wird laut Hersteller von iPhones und Blackberries unterstützt, nicht aber von Nokia-Handys. Getestet habe ich es aber nur am iPhone 3GS.
Leider gibt es keine Lautstärkeregler am Mikrofon, über den Knopf lassen sich nur Gespräche annehmen sowie die Musik aus- und anschalten.
Der Klinkenstecker steht 3cm gerade ab und ist vergoldet. Außerdem besitzt er den für Headsets üblichen dritten Ring, was aber auch in Geräten ohne Mikrofonfunktion keine Probleme machen dürfte.
Kabelgeräusche werden nur vom oberen Bereich des Kabels ab der Trennung übertragen, allerdings auch hier nicht störend laut.

Die AKGs haben für In-Ear-Kopfhörer eine recht hohe Impedanz von 32 Ω, wodurch man relativ laut drehen muss (am iPhone verwende ich die zweitlauteste Stufe, am Mac reicht eine mittlere Einstellung). Einen höheren Akkuverbrauch konnte ich deswegen aber nicht feststellen.


Aber wie ist nun der Klang?
Insgesamt, würde ich sagen, haben die AKG K 370 einen sehr natürlichen Klang. Es wird also beispielsweise kein Bass verstärkt, damit man „fetteren“ Sound hat.
Das resultiert in einer hohen Abhängigkeit vom verwendeten Audiomaterial. Hat das MP3 kaum Bass, hört man auch auf den AKGs keinen; hat es starke Bässe, wummern sie aber auch ganz gut.
Gerade bei qualitativ hochwertigen Aufnahmen in Verbindung mit MP3s mit hohen Datenraten (192 – 320 kbps) hört man durch den natürlichen Klang oft neue Details.
Bei schlechteren Aufnahmen hört man aber dadurch auch gerne mal ein Rauschen, das man bei schlechteren Ohrhörern so nicht wahrnimmt.

Wie bei allen In-Ear-Kopfhörern ist es wichtig, dass sie richtig im Ohr sitzen. Schließen die Gummistecker nicht rundum ab, hört man kaum etwas. Dazu sind wie üblich drei Größen beigelegt. Mir kamen sie relativ hart vor, wodurch ich nach ca. 1h leichte Schmerzen hatte. Möglicherweise liegt das aber auch daran, dass meine alten durch das viele Tragen schon sehr weich geworden sind. Trotzdem verwende ich jetzt die alten Gummistecker an den AKG K 370 – dank einigermaßen standardisierter Bauweise passen praktisch alle Stecker auf alle In-Ear-Kopfhörer.
Natürlich funktioniert die Lärmisolierung auch nur bei genau passenden Gummisteckern.


Weiteres Zubehör ist eine relativ große Tasche, die der von den JBL Reference fast aufs Haar gleicht, man merkt hier, dass AKG zum selben Hersteller gehört. Sie ist definitiv hart genug, dass die Kopfhörer darin gut geschützt sind, und bieten durch kleine Innentaschen die Möglichkeit, auch Zubehör mitzunehmen. Ein iPod müsste auch mit hineinpassen.
Ein Adapter fürs Flugzeug (2x 3,5 mm Mono) und auf Mini-Klinke (2,5 mm) liegt bei, nicht dagegen Ohrbügel für besseren Halt beim Joggen.

Fazit: Wer eine hochwertige Audiobibliothek hat und ein Mikrofon haben möchte, wird mit den AKG K 370 sehr zufrieden sein. Wer seine Musik größtenteils mit 128 kb/s aus YouTube-Videos extrahiert, wird bei den AKGs die schlechte Qualität hören und von Rauschen und flachen Bässen gestört sein. Auch wer überwiegend in der Garage der Eltern aufgenommenen Punk o.ä. hört, wird die schlechte Aufnahme an den AKGs bemerken. Klassikliebhaber und Leute, die ihre MP3s sowieso nur von CDs in höchster Qualität rippen, werden aber ihren Spaß haben.

Die AKG K 370 gibt es bei Amazons Marketplace für 66 Euro.

Sennheiser CX 300-II: Bass für Alle


Sennheiser hat mit den CX 300-II die beliebten CX 300 neu aufgelegt und leicht verbessert. Rein optisch sehen sie weniger hochwertig als die AKG K 370 aus, was wohl vor allem schwer zu öffnenden bunten Hochglanz-Blister-Verpackung liegt.

Die Ohrhörer selbst sind in verschiedenen Farben lieferbar und angenehm klein und leicht. Das Kabel ist asymmetrisch, der rechte Stecker hat also ein längeres Kabel. Einen Knopf oder ein Mikrofon haben die CX 300-II nicht, sind also reine Kopfhörer ohne Headset-Funktion. Zumindest am iPhone stört das aber nicht, da hier beim Telefonieren automatisch das interne Mikrofon verwendet wird – man muss das iPhone aber in die Hand nehmen und vor den Mund halten.
Der vergoldete Stecker ist abgewinkelt, das Kabel ist ingesamt ca. 1,60m lang, was für die Hosentasche definitiv zu lang ist.


Der Klang wird schon auf der Packung als bassbetont beschrieben. Ohnehin starke Bässe sind davon wenig beeinflusst, aber auch schwache Bässe werden bei den Sennheiser CX 300-II recht laut wiedergegeben. Allerdings klingen auch Höhen manchmal relativ dumpf. Vorteil: die MP3-Qualität hat kaum Auswirkungen. Rauschen bei schlechteren Aufnahmen nimmt man nicht wahr.

Die Gummistöpsel sind angenehm weich und auch in drei Größen dabei. Das matte Gummi zieht allerdings Staub und Dreck stark an, wodurch sie nur bedingt hosentaschentauglich sind. Dafür wird allerdings eine Kunstledertasche mit magnetischem (?) Verschluss mitgeliefert. Auf weiteres Zubehör muss man verzichten.


Fazit: Mit den Sennheiser CX 300-II klingt alles recht gut. Bei basslastiger Musik spielen sie ihre Stärken aus und machen richtig Spaß. Manchmal stört allerdings ein etwas dumpfer Klang, es hört sich auch alles nicht besonders „weit“ an, das meiste hört man in der Mitte des Kopfes. Aber diese Kritik findet natürlich auf hohem Niveau statt, zu einfachen, womöglich mitgelieferten Kopfhörern liegen immer noch Welten. Wer allerdings auf erstklassigen Klang wertlegt und auch entsprechendes Quellmaterial hat, sollte den Aufpreis für die AKGs in Erwägung ziehen.

Die Sennheiser CX 300-II kosten im Handel um die 50 €, bei Amazon sind sie schon ab 30 € zu haben.