Als Kunde der deutschen Telekom bekommt man immer deutlicher zu spüren, dass die fetten Jahre vorbei sind. Ja, teilweise kommt man sich schon vor wie in einem Entwicklungsland, was Deutschland auch tatsächlich in einigen Bereichen ist. Zum Beispiel:
DSL
Die Telekom stellt die allermeisten Internet- und Telefonanschlüsse in Deutschland bereit. Ob man diese dann später mit einem Produkt der Konzernsparte T-Home oder eines anderen Providers nutzt, ist ja erstmal egal – zunächst muss die Telekom für die Verkabelung sorgen. Macht sie aber nicht.
Es wird zwar immer auf ländliche Gebiete verwiesen, doch auch einigermaßen gut entwickelte Gebiete, in denen es sogar UMTS-Mobilfunk gibt, müssen teilweise noch immer auf schnelle Internetanschlüsse verzichten (z.B. einige direkte Nachbargemeinden der Landeshauptstadt Stuttgart, mitten in einer der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands).
Das Problem ist aber auch die Definition von “schnellem Internetanschluss”. Alles was über der ISDN-Geschwindigkeit von max. 128 KBit/s liegt, gilt bei der Telekom bereits als “Breitbandanschluss”. Ein Anschluss mit max. 384 KBit/s läuft als “DSL 1.000″ (was laut Definition eigentlich 1.024 KBit/s haben müsste) und wird meist in Form von Breitband-Paketen, die mindestens DSL 6.000 oder gar 16.000 versprechen, verkauft. Man kann sogar ein VDSL-Paket bestellen, das eine Datenrate jenseits der 50.000 verspricht, und bekommt dann zum gleichen Preis, wenn man ungünstig wohnt, nur 384, also weniger als 1% der versprochenen Leistung. Den ganzen Beitrag lesen »
… und schon gar nicht, wenn ich arbeiten muss. Warum? Weil ich dann morgens hungrig zu meinem Bäcker fahre, der Sonntags normalerweise leckere Brötchen und Croissants verkauft. Und dann hängt da ein Schild an der Tür: »Aus rechtlichen Gründen haben wir am Pfingstsonntag und -montag leider geschlossen.«
Kein Frühstück also, bis 13 Uhr. Und alles nur wegen der blöden Kirche. Wie soll man denn seinen nächsten lieben, wenn man nicht gefrühstückt hat? Grr.
Stichwort Kirche: Das mit den Glocken zur vollen Stunde ist ja an sich ein nettes Gimmick. Aber warum müssen nach den Glockenschlägen, die die Uhrzeit kommunizieren, noch geschlagene fünf Minuten sinnloser Läuterei in voller Lautstärke folgen? Das nervt nämlich vor allem dann, wenn die alten Menschen, denen ich das Mittagessen bringen soll, deswegen die Klingel nicht hören. Und ich warten muss, bis die Kirche verstummt. Hungrig.
Nein, das Bild hat überhaupt keinen Bezug zum Text.
Gestern morgen bin ich aufgewacht und befand mich inmitten der Sicherheitszone, die die Polizei für den Aufmarsch von Neonazis in Lüneburg eingerichtet hatte. Nur Bewohner wurden noch durchgelassen – und Nazis. Viele kamen allerdings nicht, nur ca. 100 Glatzköpfe versammelten sich am Vormittag hier, 200 Meter von der Haustür meiner Freundin entfernt. Die Polizei war mit ungefähr dreimal so vielen Einsatzkräften vertreten.
Im Vorfeld hatte die Stadt Lüneburg die Demonstration verboten, da es bei einer ähnlichen Veranstaltung am 11. April bereits zu Ausschreitungen seitens der Nazis gekommen war, die versucht hatten, eine Polizeisperre zu durchbrechen. Das Verwaltungsgericht hob dieses Verbot dann jedoch wieder auf, da es aufgrund der strikten räumlichen Trennung (Nazis im Osten, Gegenveranstaltungen in der Innenstadt) diesesmal keine Ausschreitungen erwartete und ein Verbot in Hinsicht auf die Versammlungsfreiheit für unverhältnismäßig hielt.
Die eigentliche Veranstaltung hatte dann eher lächerlichen Charakter, was wohl auch an der Route lag, die zwischen einer verlassenen Kaserne und einem eher spärlich bewohnten Wohngebiet vorbeiführte. Die Nazis durften einmal um den Block laufen und ein paar Parolen schreien, vor und hinter ihnen lief eine Hundertschaft der Polizei. Das war es dann auch schon wieder.
Einige Mitglieder der linken Szene waren auch vor Ort, hatten jedoch aufgrund des krassen Polizeiaufgebotes keine Chance, den Marsch zu stoppen, wie es am 11. April geschehen war. Als Erfolg für die Nazis kann die Aktion jedoch trotzdem nicht verbucht werden: dass sie unerwünscht sind, war nicht nur bei den Anwohnern deutlich zu spüren.
Zur Gegenveranstaltung in der Innenstadt kamen über 1000 Leute.
Weitere Informationen bei Indymedia.
Ich gebe zu, ich fahre recht häufig mit der Bahn. Eigentlich jedes Wochenende. Da kaufe ich mir dann auch gerne ein Online-Ticket, das zwar den Zugbegleiter beim Kontrollieren mindestens zehnmal so lange beschäftigt wie ein Automatenticket, aber das ist ja nicht mein Problem, sollen sie eben das System verbessern. Jedenfalls – dadurch bin ich sozusagen Stammbesucher auf bahn.de. Dieser Meinung ist auch die Betaversion von Safari 4 und präsentiert mir daher schon von Anfang an immer die Bahn-Website in den Top Sites. Soweit ja alles kein Problem. Aber seit einiger Zeit sieht das so aus:
Jeden Morgen glotzt mich da also der Herr Bohlen an, wenn ich meinen ersten Kaffee trinke (zu jeder anderen Tageszeit natürlich auch, aber morgens ist das besonders hart). Und jedes Mal quält mich die Frage: Warum??!
Tatsächlich ist Bohlen
der neue Werbeträger der Bahn und führt so die Reihe zweifelhafter Bahnwerbung fort (“Unsere Preise schonen Ihren Geldbeutel”). Naja, wenn man das Monopol hat, gibt man sich mit der Werbung wohl einfach nicht mehr so die Mühe, siehe auch Microsoft.
Aber eigentlich wäre mir das ja egal, ich sehe sowieso kaum Fern und schon gar keine Werbung. Nur auf Bahn.de muss ich Bohlen jeden Tag sehen, grml.
Dann doch lieber wieder die schnuffige Business-Sofie.
Nachtrag:
Die Bahn hat reagiert. Inzwischen wurde Bohlen durch zwei Flaggen ausgetauscht, die für das “Europa-Spezial” werben.
Nachtrag 2:
Bohlen ist zurück, in alter Pracht.
…des Internets.
Zumindest das Ende des Internets, wie wir es kennen – nichts geringeres wird zur Zeit eingeleitet. Und es fängt mit Kleinigkeiten an, die für sich betrachtet ersteinmal harmlos erscheinen:

Vor einigen Tagen führte der größte deutsche Internetprovider T-Online die sogenannte »T-Online Navigationshilfe« ein. Gibt mal als Telekom-Kunde eine Internetadresse falsch ein, bekommt man nicht die übliche, vom Browser generierte Fehlerseite, sondern wird auf eine Seite der Telekom umgeleitet, die eine Suchfunktion für die richtige Adresse bereitstellt – und vor allem viel Werbung.
Dazu kommt noch, dass dieses Feature nicht groß angekündigt wurde, sondern einfach kommentarlos bei allen T-Online-Kunden aktiviert wurde (sonst würde es wohl auch niemand benutzen…). Hier maßt sich also ein Provider an, sich zwischen das Internet und den Benutzer zu stellen und den Internetverkehr nach eigenem Interesse zu kontrollieren bzw. zu ändern. Glücklicherweise lässt sich der Dienst deaktivieren.
Aber auch von anderer Seite weht ein rauerer Wind. Den ganzen Beitrag lesen »
« Vorherige Einträge