Warum der „Gefällt mir“-Button doof ist

Seit kurzem hat Facebook seine Nutzerprofile umgestellt: sie zeigen jetzt alles an, was einem „gefällt“. Und das sind nicht nur Seiten auf Facebook – sondern das ganze Internet. Dank dem neuen „Like“- bzw. „Gefällt mir“-Button, den jeder Horst auf seiner Website per Copy&Paste einblenden kann. Allerdings führt ein Klick nicht nur dazu, dass ein Link zu der Website mal eben in Twitter-Manier unverbindlich in den Facebook-Newsfeed gehauen wird – sondern dass die Website dauerhaft in das Profil des Nutzers aufgenommen wird.
Das brisante dabei ist, dass diese Einträge offenbar grundsätzlich für die ganze Welt sichtbar sind – eine Beschränkung nur auf die eigenen Freunde existiert nicht (bzw. funktioniert nur für auf der Profilseite aktiv eingetragene Dinge).

Und das gefällt mir nicht, das muss ich ganz klar sagen. Ich habe kein Problem damit, dass meine Tweets öffentlich sind, obwohl die teilweise auch recht persönlich sind. Aber das ist alles etwas unverbindlicher und geht in der Masse mehr oder weniger unter. Das Facebook-Profil findet dagegen jeder sofort – und soll dort jetzt auch noch aggregiert alles aufgelistet finden, was mir mal „gefallen“ hat? Nein danke.

Soll man nun also diesen Button einbauen? Dafür spricht, dass durch das Promoten über Facebook sicher der eine oder andere zusätzliche Besucher angespült wird. Wohl auch der Grund, warum sich die meisten Blogger in meiner Blogroll in kürzester Zeit dazu bringen ließen, den Button einzubauen. Ich war auch kurz davor, auf den Zug aufzuspringen und habe lange hin- und herüberlegt. Das Ergebnis sieht man: kein Like-Button auf sprachkonstrukt.de (OT: ist das eigentlich cool, das klein zu schreiben? Und wie finden meine Leser überhaupt den Namen?).

Es gibt zwei Möglichkeiten, den Like-Button einzubauen. Die am weitesten verbreitete, weil simpelste, ist das iFrame. Das ist kein Bilderrahmen aus Aluminium, sondern ein HTML-Tag, der längst veraltet ist, dachte ich zumindest (in XHTML war das so) – in HTML 5 ist er aber wieder vertreten. Keine saubere Lösung, aber eine pragmatische. Die andere ist per XFBML, der Facebook-API, und Javascript. Hätte ich wohl genommen. Allerdings: man sollte schon ganz genau überlegen, ob man das will.

Lustige Notiz am Rande: es findet keine Prüfung des hinterlegten Links statt, dieser muss also nicht der Seite entsprechen, auf der sich der Button befindet – interessante Kommentare sind garantiert, wenn beispielsweise eine Pornoseite an Facebook übergeben wird.

Nichts neues – und nichts gutes

Schon seit einiger Zeit sind vor allem auf Blogs etliche „social Buttons“ vertreten, mit denen man die aktuelle Seite direkt auf einer Vielzahl an sozialen Netzwerken und Bookmarkdiensten raushauen kann. Meiner Meinung nach Schwachsinn. Möchte ich eine Seite promoten, gehe ich selbst zur Plattform meiner Wahl, z.B. Twitter. Klar, die Hemmschwelle ist sicher niedriger, wenn schon ein One-Klick-Button da ist.

Und der Facebook-Like-Button ist eigentlich nichts anderes als ein weiterer social Button – der einzige Unterschied ist, dass er zu dem Social Network schlechthin führt und daher die kritische Masse an Nutzern erreicht. Wenn ich einen social Button einbauen müsste, würde ich wohl den von Facebook nehmen, keine Frage, denn dort ist jeder (jaja, ich weiß. Aber fast jeder!).

Allerdings ergibt man sich dann wieder der bloßen Marktmacht von Facebook – und kein anderer Dienst hat noch Chancen. Eine bessere Lösung für die social Buttons wäre eine Browserfunktion dafür. Stelle man sich folgendermaßen vor: im Browser lege ich mein bevorzugtes soziales Netzwerk fest, so wie ich die Startseite und den Suchanbieter einstelle. Auf jeder Seite kann ich dann per einfachem Klick direkt einen Beitrag darüber auf meiner bevorzugten Plattform posten, nicht auf der vom Seitenbetreiber bevorzugten. Solche Lösungen gibt es in Form von Plugins und Toolbars natürlich längst. Aber warum nicht direkt in den Browser einbauen? Schätze, von Mozilla oder Google wird sowas bald kommen.

Ein Wort an die Webdesigner und Blogger

Nehmt den Like-Button wieder raus. Und andere eventuell vorhandene social Buttons am besten auch gleich. Wenn ihr unbedingt wollt, dass die Leser Links weitergeben, erstellt einen gut sichtbaren Permalink, vielleicht auch eine Kurz-URL, und weist die Leser darauf hin.
Oder: sorgt für guten Content, der verbreitet sich nämlich von selbst, auch ohne Like-Button.

Performancetechnisch sind die social Buttons übrigens auch keine Offenbarung, angeblich sorgt der Facebook-Like-Button für rund 1 Sekunde mehr Ladezeit. Außerdem lässt er sich grafisch nicht anpassen… hier beispielsweise würde das Blau wohl auch kaum passen.

Lasst es den Besuchern erspart, die bunten Buttons anzusehen, und lasst es ihnen erspart, das soziale Netzwerk zu nutzen, das ihr gut findet.
Macht es Facebook nicht zu einfach, vollständige Surfprofile seiner Nutzer zu erstellen – genau das ist durch den Like-Button nämlich möglich. Egal ob er geklickt wird oder nicht.

Facebook wird immer besser

Zugegeben, früher war ich Facebook gegenüber sehr skeptisch. Aber mittlerweile nutze ich das Social Network doch recht gerne. Klar, man muss wie bei allen Web2.0-Diensten gut abwägen, was man veröffentlicht und was nicht. Doch für mich überwiegen die Vorteile, die Facebook bietet. Besonders gefällt mir die Innovation, bei der Facebook die Konkurrenz in Form von StudiVZ und Co. doch weit hinter sich lässt. Eine schon etwas ältere, aber seehr nützliche Funktion (v.a. in Bezug auf Privatsphäre) und eine Funktion, die es erst seit gestern Abend gibt.

Selektive Sichtbarkeit von Wall-Meldungen mit Listen

Immer wieder ärgern sich Facebook-Nutzer über die Apps und Spiele, die andauernd auf die Wall posten. Es kann schonmal vorkommen, dass man auf der Startseite von Facebook mit fünf oder mehr Farmville-Meldungen begrüßt wird. Klar kann man Nutzer blocken, um ihre Meldungen nicht mehr sehen zu müssen, aber das ist ja nicht im Sinne eines sozialen Netzwerks.
Da ich selbst zu meiner Schande gestehen muss, dass ich recht gerne Farmville spiele, aber meine Freunde nicht zuspammen will, hier die Lösung:

Freundeslisten. Ich habe mir eine Liste „Nicht-Farmville“ angelegt, auf die alle meine Freunde kommen, die kein Farmville spielen bzw. keine Farmville-Meldungen bekommen möchten. Wenn Farmville dann eine Nachricht posten will, stelle ich einfach ein, dass die Liste „Nicht-Farmville“ die Nachricht nicht zu Gesicht bekommt. So kann ich hemmungslos verkünden, dass ich das nächste Level erreicht habe und gerne Geschenke hätte – und kann sichergehen, dass die Nachricht auch nur die Leute erreicht, die es interessiert bzw. denen sie etwas bringt (man bekommt meist Geld o.ä., wenn man auf die Wallpostings seiner Freunde klickt). Der Rest wird nicht damit zugespammt.
Dieses System ist natürlich beliebig ausweitbar – z.B. indem man eine Liste nur mit Arbeits- oder Studienfreunden anlegt, und dann entsprechende Statusmeldungen so nur für die relevante Gruppe sichtbar macht.

Chat über XMPP/Jabber

Gestern kam eine besonders erfreuliche Meldung herein.
Der Facebook-Chat war bis jetzt eher mies. Zwar gab es in meinem Chatclient Adium die Möglichkeit, den Facebook-Chat zu nutzen (also ohne auf die Seite im Browser zu gehen) – das hat allerdings, zumindest zu Beginn, eher unzuverlässig funktioniert. Schließlich nutzte der Chat ein proprietäres Protokoll, und der Chatclient musste einen Browser simulieren, um darauf zugreifen zu können.
Damit ist jetzt Schluss: Facebook stellte auf Jabber um – damit kann nun jeder Chatclient über das XMPP-Protokoll auf den Chat zugreifen. Super!
(Zur Information: Jabber ist ein offenes Chatprotokoll, für das jeder einen Server aufsetzen kann. Man ist also nicht auf einen zentralen Server wie beispielsweise ICQ angewiesen. Natürlich entfällt dieser Vorteil bei Facebook oder Google Talk. Aber immerhin ist es ein standardisiertes Protokoll. Mehr dazu hier.)
Wer den Facebook-Chat in seinem Instant-Messaging-Client einrichten möchte, findet hier alle notwendigen Informationen.

2009 des Jahres

Kleiner Jahresrückblick, sowas muss man ja eigentlich machen, oder?

Foto des Jahres

Los gehts mit dem Foto des Jahres, da ich dadurch überhaupt erst auf die Idee zu diesem Beitrag kam. VisuelleGedanken hat zu einer kleinen Blogparade aufgerufen, und da ich 2009 erstmals halbwegs professionell fotografierte, bin ich mal meinen Photostream durchgegangen. Hängen geblieben bin ich dabei:

Am Sande
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Ins StudiVZ (anstatt ins soziale Abseits)

Ich habe mich immer erfolgreich dagegen gewehrt, Mitglied von StudiVZ zu werden. Bis zum Wochenende. Die Langeweile war wohl zu groß… jedenfalls bin ich jetzt auch bei dem Zirkus zu finden.

Meine bisherigen Vorbehalte dagegen (“Jeder-weiß-alles-über-jeden”-Politik; Richtige Namen; Datensammelwut; E-Mail-Benachrichtigungsspam; aggressives Design; dumm klingender Name) wurden kurzerhand unterdrückt und einige waren nach der Registrierung auch hinfällig. Beispielsweise finde ich das mit den richtigen Namen nicht mehr so schlimm. Und die E-Mail-Benachrichtigungen lassen sich deaktivieren. Erfreulich ist auch, dass ich zumindest einstellen kann, dass nicht jeder beliebige Besucher mein komplettes Profil sieht und dass ich verhindern kann, dass es angezeigt wird, wessen Profil ich angesehen habe.

Aber warum habe ich mich nun wirklich angemeldet? Den ganzen Beitrag lesen »

Das Leid mit den sozialen Netzen

Allerorts tönt es “Web 2.0″, “User-Generated Content” und “Social Networking”. Was auf den ersten Blick alles verdammt schön, neu und innovativ aussieht, verliert leider einiges an seiner Faszination, wenn man sich etwas stärker damit beschäftigt.
Fast allen Dingen im Web 2.0 liegt eine recht gute Idee zugrunde. Endlich werden die Möglichkeiten, die das Web eigentlich schon seit Jahren bietet, auch genutzt – überall sehen wir Blogs, Social-Bookmarking-Dienste und die nun hier gleich thematisierten Social Networks.
Das leider sehr sehr besorgniserregende an diesen ist die Leichtsinnigkeit, mit der deren Nutzer sich in ihnen bewegen. Es folgt eine Darstellung der Gefahren von Facebook, StudiVZ etc. – inklusive Workshop “Wie verbaue ich mir meine Zukunft”.
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