Eigentlich wollte ich an dieser Stelle ein Video über mein neues iPhone posten.
Als Steve Jobs am 7. Juni das iPhone 4 vorgestellt hat, hatte ich schon einen negativen Beigeschmack. Ich befürchtete schon, dass alles nur wieder daran scheitern wird, dass die Telekom es nicht auf die Reihe bekommt – und genauso ist es jetzt geschehen.
Schon mein erstes Handy war von der Telekom, zwischenzeitlich war ich mal bei O2, dort aber sehr unzufrieden, daher habe ich seit Februar 2008 einen Telekom-Vertrag. Ich bewerfe die Telekom auch gerne mit Geld, da sie immer noch das beste Netz hat und das Tarifmodell passt auch sehr gut auf mich.
Man stellt sich also vor, dass man gemütlich auf t-mobile.de vorbeischlappt, auf „Vertrag verlängern“ klickt und sein iPhone 4 auswählt.
Aus irgendeinem Grund muss bei der Telekom aber alles immer extrem kompliziert, langsam und unstrukturiert organisiert sein. Als Neukunde mag man vielleicht online bestellen können, aber als Bestandskunde wird man einfach wie der letzte Dreck behandelt. Klar, Neukunden könnten bei Unzufriedenheit noch zurücktreten.
Online verlängern geht jedenfalls nicht, man muss in den Telekom-Laden gehen und persönlich vorbestellen.
Bei einer Vorbestellung geht man eigentlich davon aus, dass man, wenn das Produkt verfügbar ist, benachrichtigt wird und ein reserviertes Gerät abholen kann.
Nicht so bei der Telekom: Man wird auf eine Liste gesetzt, und wenn ein Gerät da ist, wird man angerufen. Man muss dann ans Telefon gehen und am selben Tag bis spätestens 14 Uhr in den Telekom-Laden gehen, sonst wird das Gerät an den nächsten gegeben und man bekommt nichts.
Hallo?!
Wenigstens eine Benachrichtigung per SMS wäre doch wohl machbar. Und was ist, wenn man an dem Tag (der irgendwann in den nächsten 1,5 Monaten sein kann) nicht in der Stadt ist? Oder gar arbeitet?
Ich habe die Telekom wirklich immer ganz okay gefunden. Und ich würde gerne bei der Telekom bleiben. Aber wenn man so behandelt wird, hat man dazu irgendwie keine Lust mehr.
Aber was ist die Alternative? Vodafone hat keine guten Verträge (keine Freiminuten und genauso teuer) und E-Netz-Provider fallen sowieso weg. Bliebe ein Vertrag ohne Gerät in Verbindung mit einem „freien“ iPhone aus dem Ausland. Problem hierbei: Mit einem Vertrag ohne Handy kann man gerade mal ca. 120 € sparen – dafür kann man sich kein iPhone kaufen, nicht mal ein gebrauchtes der Vorgängergeneration.
Fazit:
Es ist in Deutschland nicht möglich, zeitnah ein neues iPhone zu bekommen, wenn man nicht einen neuen Vertrag abschließen möchte. Man muss sich als Bestandskunde auf das Glücksspiel mit der Telekom einlassen und das beste hoffen.
Traurig.
Es bleibt nur die Hoffnung, dass das nächstes Jahr besser wird. Aber auch da wird die nächste iPhone-Generation im Juni die Telekom ganz plötzlich und natürlich völlig unvorbereitet treffen.
Seit gestern ist jetzt also iOS 4.0 für das iPhone 3GS verfügbar (für das 3G nur eingeschränkt). Die Neuerungen dürften mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Und doch war das Update für mich recht interessant:

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Nach 3 Wochen Wartezeit konnte mir die Telekom nun endlich mein iPhone 3GS zuschicken. Und natürlich ist es sehr geil. Ein ausführlicherer Bericht wird noch folgen, sobald die anfängliche Euphorie nachlässt. Vorerst nur Folgendes:
- Wer ein iPhone möchte soll bitte, bitte einfach in den T-Punkt oder in einen Elektronikmarkt gehen und versuchen, dort eines zu bekommen. Die Chancen dafür sind um einiges höher, als wenn man online bzw. per Hotline bestellt – die bekommen nämlich noch viel weniger Geräte als die Shops. Daher sind 2-4 Wochen Wartezeit üblich.
- Eigentlich bin ich ja der Meinung, die Telekom sei alles in allem immer noch die sinnvollste Wahl für einen Mobilfunk- und DSL-Provider. (Abgesehen mal davon, dass sie nicht in die Gänge kommt.) Und ja, mich stört es nicht wirklich, dass das iPhone nur bei der Telekom zu haben ist, ich hatte da ja auch vorher schon einen Vertrag. ABER: Es kann einfach nicht sein, dass ich am ersten Verkaufstag des iPhones in den Laden gehe, wo sich die Geräte türmen, aber keines mitnehmen kann, weil man den Vertrag vorzeitig nur per Hotline verlängern kann.
- Jailbreak ist blöd. Ich wüsste nichts, was ich vermisse, um einen Jailbreak zu rechtfertigen – customizen möchte ich da auch nichts, das ist wie schon beim Mac. Wenn ein Produkt nahezu perfekt aussieht, muss man nicht ständig irgendwelche Farben, Buttons und Icons ändern. Dazu kommt, dass ein Jailbreak Sicherheitslücken öffnet und alles in allem einfach die Usability kaputt macht und daher nicht Apple-Like ist.
- Es ist erstaunlich, wie niedrig die Hemmschwelle ist, sich irgendwelche Apps zu kaufen. Zumindest im Vergleich zu Mac-Programmen. Liegt wohl am Preis.
- Push ist bis jetzt noch nicht wirklich umgesetzt. Google Mail jedenfalls kann es nicht wirklich, ebensowenig der Twitter-Client meiner Wahl (Twitterrific) oder die StudiVZ-App. Leider gibt es auch keinen eigenständigen Google Reader, der Pushen kann (ist aber vielleicht auch besser so).
- Ein Kompass im Handy erscheint nur auf den ersten Blick unnütz. Eigentlich ist es ein Must-Have. Schon alleine um Nicht-3GS-Besitzer zu nerven. „Guck mal, da ist Norden!“
Als Kunde der deutschen Telekom bekommt man immer deutlicher zu spüren, dass die fetten Jahre vorbei sind. Ja, teilweise kommt man sich schon vor wie in einem Entwicklungsland, was Deutschland auch tatsächlich in einigen Bereichen ist. Zum Beispiel:
DSL
Die Telekom stellt die allermeisten Internet- und Telefonanschlüsse in Deutschland bereit. Ob man diese dann später mit einem Produkt der Konzernsparte T-Home oder eines anderen Providers nutzt, ist ja erstmal egal – zunächst muss die Telekom für die Verkabelung sorgen. Macht sie aber nicht.
Es wird zwar immer auf ländliche Gebiete verwiesen, doch auch einigermaßen gut entwickelte Gebiete, in denen es sogar UMTS-Mobilfunk gibt, müssen teilweise noch immer auf schnelle Internetanschlüsse verzichten (z.B. einige direkte Nachbargemeinden der Landeshauptstadt Stuttgart, mitten in einer der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands).
Das Problem ist aber auch die Definition von “schnellem Internetanschluss”. Alles was über der ISDN-Geschwindigkeit von max. 128 KBit/s liegt, gilt bei der Telekom bereits als “Breitbandanschluss”. Ein Anschluss mit max. 384 KBit/s läuft als “DSL 1.000″ (was laut Definition eigentlich 1.024 KBit/s haben müsste) und wird meist in Form von Breitband-Paketen, die mindestens DSL 6.000 oder gar 16.000 versprechen, verkauft. Man kann sogar ein VDSL-Paket bestellen, das eine Datenrate jenseits der 50.000 verspricht, und bekommt dann zum gleichen Preis, wenn man ungünstig wohnt, nur 384, also weniger als 1% der versprochenen Leistung. Den ganzen Beitrag lesen »
Seufz. Seit heute gibts Apples neuestes Machwerk, das ja eigentlich mein E65 ablösen soll, da es in dieser dritten Inkarnation nun endlich konkurrenzfähig ist.
Viele sagen ja zur Zeit, bei der Telekom sei das viiiel zu teuer und machen so abenteuerliche Experimente wie iPhone in Italien kaufen und hier mit einem Billig-Tarif verwenden. Jedoch besteht für solche iPhones hierzulande grundsätzlich kein Garantieanspruch, und einen Billiganbieter der im D1-Netz funkt (da man in den anderen Netzen Datenverbindungen sowieso vergessen kann) und außerdem eine günstige Datenflatrate anbietet, sucht man vergebens. Daher bleibt für mich nur die Telekom, zumal ich meine dortige Rufnummer gerne behalten würde.
Jedenfalls war ich heute morgen im T-Punkt – mit ernüchterndem Ergebnis. Mein Vertrag läuft offiziell noch bis 2010. Eine Vertragsverlängerung ist frühestens 6 Monate vorher möglich, bei mir im September – plus 14 Tage Kulanz macht das also Ende August.
Über die Hotline 2202 (bei der man am besten gleich “K U N D E N B E R A T E R” sagt) besteht theoretisch die Möglichkeit, eine vorzeitige Verlängerung auszuhandeln, jedoch werden dafür 25 Euro pro Restmonat fällig – und zwar bis Ende der Vertragslaufzeit, nicht etwa bis zu Beginn der 6 Monate davor.
Daher ist nun wohl erstmal Warten angesagt.
Update: Soeben hat mich der Mensch vom T-Punkt heute morgen nachmal angerufen (von wegen Servicewüste und so…) und mich darüber informiert, dass heute die Ablösesumme nicht 25 Euro pro Monat, sondern nur 15 beträgt. Daraufhin habe ich eben nochmal bei der Hotline angerufen und ca. 20 Minuten gewartet – mit dem Ergebnis, dass mein iPhone am Montag per Post kommt. Yeah.
Update 1. Juli 09: Ich warte immer noch. Mittlerweile seit fast zwei Wochen. Muss alles Positive, was ich über T-Mobile geschrieben habe, zurücknehmen. Ziemliche Unverschämtheit, wie hier mit Bestandskunden umgegangen wird, schließlich werden Neukunden innerhalb weniger Tage beliefert. Aber was will man machen? Es führt eben doch nichts an T-Mobile vorbei.
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