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	<title>sprachkonstrukt.de &#187; torrent</title>
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		<title>Wenn ich Internet-Provider w&#228;re, dann …</title>
		<link>http://sprachkonstrukt.de/2009/11/12/wenn-ich-internet-provider-waere/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 17:47:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ruben</dc:creator>
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		<description><![CDATA[… w&#252;rde ich jedem eine 50- oder auch 100-MBit-Leitung legen, nat&#252;rlich mit genauso hohem Upstream. Wer gerne mal Videos o.&#228;. hochl&#228;dt wei&#223; warum. Wer einen Server zuhause hat auch. … w&#252;rde ich grunds&#228;tzlich IPv6 verwenden und auch meinen Kunden entsprechende Ger&#228;te geben. Sonst wird das ja nie was. … w&#252;rde ich nur auf Wunsch einen Telefonanschluss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>… w&uuml;rde ich jedem eine 50- oder auch 100-MBit-Leitung legen, nat&uuml;rlich mit genauso hohem Upstream. Wer gerne mal Videos o.&auml;. hochl&auml;dt wei&szlig; warum. Wer einen Server zuhause hat auch.</p>
<p>… w&uuml;rde ich grunds&auml;tzlich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ipv6">IPv6</a> verwenden und auch meinen Kunden entsprechende Ger&auml;te geben. Sonst wird das ja nie was.</p>
<p>… w&uuml;rde ich nur auf Wunsch einen Telefonanschluss schalten. </p>
<p>… w&uuml;rde ich echten Service anbieten. Und insbesondere meine Vertriebsmethoden regelm&auml;&szlig;ig &uuml;berdenken. Wenn jemand am Telefon „nein“ sagt, bedeutet das nicht, dass er mein Kunde werden will. Vielleicht rufe ich einfach gar nicht erst an.</p>
<p>… w&uuml;rde ich meine Kunden nicht mit Zusatzdiensten wie E-Mail, Webspace, Virenscanner, Fernsehen und Webportalen voller Werbung nerven. Lieber mit dem gesparten Geld die anderen genannten Punkte finanzieren.</p>
<p>… w&uuml;rde ich eine echte Flatrate anbieten. Ohne „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fair_Use_Policy">Fair-Use-Klausel</a>“.</p>
<p>… w&uuml;rde ich keine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/DNS-Spoofing">DNS-Server</a> <a href="http://zensurprovider.de/">modifizieren</a>. Niemals.</p>
<p>… w&uuml;rde ich mich grunds&auml;tzlich der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Netzneutralit&auml;t">Netzneutralit&auml;t</a> verschreiben und von Deep Packet Inspection und &auml;hnlichem Bl&ouml;dsinn die Finger lassen. Peer to Peer ist nicht illegal, sondern effizient und schnell.</p>
<p>… w&uuml;rde ich meine Kunden einfach das Internet nutzen lassen. Denn <strong>nur</strong> das ist die Aufgabe eines Internet-Providers.</p>
<p>Leider bin ich aber kein Internet-Provider. Und so stehen wir in Deutschland weiter vor dem Problem, nur das kleinste &Uuml;bel w&auml;hlen zu k&ouml;nnen, anstatt Qualit&auml;t.</p>
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		<title>Der Anfang vom Ende…</title>
		<link>http://sprachkonstrukt.de/2009/04/17/der-anfang-vom-ende/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Apr 2009 20:25:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ruben</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;des Internets.</p>
<p>Zumindest das Ende des Internets, wie wir es kennen – nichts geringeres wird zur Zeit eingeleitet. Und es f&auml;ngt mit Kleinigkeiten an, die f&uuml;r sich betrachtet ersteinmal harmlos erscheinen:<br />
<img src="http://deyhle-webdesign.com/wp-content/uploads/t-online-navigationshilfe.jpg" alt="t-online-navigationshilfe" title="t-online-navigationshilfe" width="585" height="147" class="alignnone size-full wp-image-346" /><br />
Vor einigen Tagen f&uuml;hrte der gr&ouml;&szlig;te deutsche Internetprovider T-Online die sogenannte <a href="http://www.aptgetupdate.de/2009/04/16/t-online-navigationshilfe-nicht-mit-mir/">»T-Online Navigationshilfe«</a> ein. Gibt mal als Telekom-Kunde eine Internetadresse falsch ein, bekommt man nicht die &uuml;bliche, vom Browser generierte Fehlerseite, sondern wird auf eine Seite der Telekom umgeleitet, die eine Suchfunktion f&uuml;r die richtige Adresse bereitstellt – und vor allem viel Werbung.<br />
Dazu kommt noch, dass dieses Feature nicht gro&szlig; angek&uuml;ndigt wurde, sondern einfach kommentarlos bei allen T-Online-Kunden aktiviert wurde (sonst w&uuml;rde es wohl auch niemand benutzen…). Hier ma&szlig;t sich also ein Provider an, sich zwischen das Internet und den Benutzer zu stellen und den<strong> Internetverkehr nach eigenem Interesse zu kontrollieren</strong> bzw. zu &auml;ndern. Gl&uuml;cklicherweise l&auml;sst sich der Dienst deaktivieren.</p>
<p>Aber auch von anderer Seite weht ein rauerer Wind. <span id="more-344"></span>Heute fielen die <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,619533,00.html">Urteile im Pirate-Bay-Prozess</a>: Mit einem Jahr Haft und knapp 3 Millionen Euro Strafe bewies Schweden, dass es sich der Film- und Musikindustrielobby unterstellt und zu deren Werkzeug wurde.<br />
<img src="http://deyhle-webdesign.com/wp-content/uploads/piratebay.jpg" alt="piratebay" title="piratebay" width="275" height="293" class="alignright size-full wp-image-347" />Zur Sache: <a href="http://thepiratebay.org/">thepiratebay.org</a> ist eine spezialisierte Suchmaschine f&uuml;r Torrent-Dateien (die &uuml;brigens nach wie vor in Betrieb ist). An sich ist daran nichts auszusetzen, die Peer-to-Peer-Technik ist eine der sinnvollsten Techniken, die das Internet hervorgebracht hat (unter anderem der Fernsehdienst <a href="http://zattoo.com/de">zattoo</a> basiert darauf) – und auch Torrent ist an sich nichts Schlechtes und daher ist die Argumentation der Pirate-Bay-Betreiber schl&uuml;ssig. Schlie&szlig;lich bieten sie nur eine Suchmaschine an &#8211; und &uuml;ber Google lassen sich genauso illegale Informationen finden. Nat&uuml;rlich wei&szlig; aber auch jeder, dass der Gro&szlig;teil der &uuml;ber das Torrent-Netz »getauschten« Daten urheberrechtlich gesch&uuml;tzt ist. Trotzdem ist das nicht den Betreibern von Torrent-Suchmaschinen in die Schuhe zu schieben: vielmehr sollte das Problem an der Wurzel gepackt werden und diejenigen sollten zur Rechenschaft gezogen werden, die die Urheberrechte tats&auml;chlich verletzen indem sie das Material online zug&auml;nglich machen. Nun m&uuml;ssen also die Pirate-Bay-Macher ihre K&ouml;pfe herhalten, w&auml;hrend all die anderen Torrent-Suchmaschinen (von denen es im Internet sch&auml;tzungsweise fast so viele wie Pornoseiten gibt) weitermachen wie bisher und das <strong>Problem &uuml;berhaupt nicht bek&auml;mpft wird.</strong> Zu kl&auml;ren w&auml;re auch, ob das Problem nicht viel eher sowieso an den zu restriktiven Rechteinhabern liegt&#8230;</p>
<p>Und auch in Deutschland favorisiert man Scheinl&ouml;sungen, die das eigentliche Problem &uuml;berhaupt nicht angehen: <a href="http://www.heise.de/newsticker/Fuenf-Provider-unterzeichnen-Vertrag-zu-Kinderporno-Sperren--/meldung/136327">heute</a> wurde der Weg f&uuml;r die Zensur des Internets auch in Deutschland geebnet.<br />
<a href="http://www.heise.de/ct/Die-Argumente-fuer-Kinderporno-Sperren-laufen-ins-Leere--/artikel/135867">Eigentlich hat zu diesem Thema die c&#8217;t schon alles gesagt &#8211; netterweise ist der Artikel der aktuellen Ausgabe aber auch online zu finden.</a> Doch ich werde die Kernpunkte hier nochmal kurz aufgreifen:</p>
<p>Die CDU-Familienministerin v.d. Leyen befand zu Beginn des Jahres pl&ouml;tzlich die Kinderpornografie als gro&szlig;es Problem und h&auml;tte das Internet wohl am liebsten sofort abgestellt – der armen Kinder wegen. Nat&uuml;rlich ist das ein wunder Punkt, niemand wird bestreiten wollen, dass Kinderpornografie etwas b&ouml;ses ist und bek&auml;mpft geh&ouml;rt. Jedoch wurde laut c&#8217;t-Informationen seitens Kriminalexperten die Lage geh&ouml;rig &uuml;bertrieben, denn es w&auml;ren nicht pl&ouml;tzlich sehr viel mehr Kinderpornos aufgetaucht. &Uuml;berhaupt g&auml;be es <strong>gar keine »Kinderpornoindustrie«</strong>, vielmehr handele es sich bei 98% des Materials um jahre- bis jahrzehntealtes Material, das auch meist auf analogem Wege getauscht und weitergegeben w&uuml;rde, und zwar gratis unter Gleichgesinnten.<br />
Nat&uuml;rlich gibt es auch einschl&auml;gige Webseiten – jedoch gibt es hier schon einen Weg, diese abzuschalten. N&auml;mlich den, den es bei jeder Webseite mit illegalem Material gibt, seien das nun Kinderpornos, Bombenbauanleitungen oder Gewaltvideos: den Weg des Rechtsstaats, bei dem ein Richter innerhalb kurzer Zeit eine solche Website vom Netz nehmen kann. Doch das reicht der schwarzen Regierung offenbar nicht, die <strong>Websites sollen »gesperrt« werden</strong>, wie das in Skandinavien schon der Fall ist (und in China).<br />
<div id="attachment_345" class="wp-caption aligncenter" style="width: 247px"><a href="http://deyhle-webdesign.com/wp-content/uploads/1.png" rel="lightbox"><img src="http://deyhle-webdesign.com/wp-content/uploads/1-237x300.png" alt="So soll die Sperrseite des BKA aussehen." title="bka-sperrseite" width="237" height="300" class="size-medium wp-image-345" /></a><p class="wp-caption-text">So soll die Sperrseite des BKA aussehen.</p></div><br />
Hierf&uuml;r gibt es mehrere M&ouml;glichkeiten. Die simpelste ist eine<strong> Sperrung auf DNS-Ebene</strong>, gewisse Domains werden also einfach umgeleitet und f&uuml;hren nicht mehr zu ihrem eigentlichen Bestimmungsort, sondern z.B. auf eine Seite, die &uuml;ber die Sperrung informiert. Dies ist eine Sperre, die &uuml;berhaupt nichts bringt, und die innerhalb von Sekunden <strong>selbst von unbedarften Nutzern umgangen</strong> werden kann (indem einfach ein ungefilterter DNS-Server im Router oder im System eingetragen wird, wie das geht kann man bei Youtube in 30 Sekunden lernen).<br />
Es k&ouml;nnen aber anstatt der Domains auch einfach die IP-Adressen von entsprechenden Servern gesperrt werden, sodass diese nicht mehr erreichbar sind. Auch das ist relativ einfach zu umgehen. Beide Systeme haben das Problem, dass sie eine <strong>hohe Fehlerquote </strong>haben. Meistens liegen auf Servern unz&auml;hlige Websites nebeneinander &#8211; wird dann eine davon gesperrt, sind auch alle anderen nicht mehr erreichbar.<br />
Brisant wird das vor allem, weil nicht vorgesehen ist, dass gewisse Seiten, die einmal gesperrt sind, nachher nochmal &uuml;berpr&uuml;ft und gegebenenfalls wieder freigegeben werden. Wird also eine Website z.B. gehackt und mit Kinderpornos gef&uuml;llt, besteht keinerlei Chance, die Website nocheinmal zu nutzen. Tats&auml;chlich soll es sogar <strong>verboten</strong> werden, den<strong> Inhalt der Sperrliste einzusehen und zu &uuml;berpr&uuml;fen</strong>.<br />
Eine dritte M&ouml;glichkeit der Zensur ist die wirkungsvollste: eine <strong>Filterung von Inhalten</strong>. Anstatt also ganze Domains und Server abzuschie&szlig;en, m&uuml;ssten &uuml;bertragene Fotos und Videos &uuml;berpr&uuml;ft und mit einer Liste abgeglichen werden. Im Fall des Falles k&ouml;nnen dann gezielt diese Inhalte blockiert werden. Um diese einzig sinnvolle Variante so umsetzen zu k&ouml;nnen, dass die allgemeine Internetgeschwindigkeit nicht auf 28k-Modem-Niveau zur&uuml;ckf&auml;llt, br&auml;uchte man jedoch einen <strong>sehr hohen Hardwareaufwand</strong> und daher scheidet diese M&ouml;glichkeit auch aus.<br />
Dazu kommt noch, dass das meiste Material, das sich auf diesen Sperrlisten befindet, einer n&auml;heren Pr&uuml;fung nicht standhalten w&uuml;rde, zumindest konnte das in den skandinavischen L&auml;ndern festgestellt werden. <strong>Vieles wird also als Kinderporno abgestempelt, ist aber gar keiner.</strong> Aber es ist nat&uuml;rlich viel einfacher, etwas auf Verdacht hin auf eine Liste zu setzen, als einen Prozess anzustrengen, indem vermutlich herauskommen w&uuml;rde, dass es sich gar nicht um illegale Inhalte handelt.</p>
<p>Nun wurden also die gr&ouml;&szlig;ten deutschen Provider heute dazu gebracht, entsprechende Vertr&auml;ge zu unterschreiben, in denen sie sich zur Zensur verpflichten. Wie geplant soll das BKA eine Sperrliste erstellen und diese t&auml;glich an die Provider schicken. Diese sollen dann entsprechende Websites auf DNS-Ebene sperren – ohne M&ouml;glichkeit der &Uuml;berpr&uuml;fung von unabh&auml;ngiger Seite und ohne M&ouml;glichkeit der R&uuml;ckg&auml;ngigmachung. Ob das mit dem Rechtsstaat vereinbar ist? Offensichtlich nicht, doch in den n&auml;chsten Wochen sollen die entsprechenden Gesetze ge&auml;ndert werden. Grundrechte, wohlgemerkt.<br />
Offenbar scheint es hier aber <strong>nicht um den Kampf gegen Kinderpornografie</strong> zu gehen &#8211; daf&uuml;r sind die Ma&szlig;nahmen zu dilettantisch umgesetzt. Vielmehr scheint es um die <strong>Zensurm&ouml;glichkeit an sich</strong> zu gehen. Der Bundesverband der Musikindustrie regte schon an, man k&ouml;nne ja auch unliebsame Peer-to-Peer-Websiten oder eben Seiten wie <strong>Pirate Bay auf die Liste setzen</strong> (&auml;hnliche Vorst&ouml;&szlig;e ereigneten sich auch schon in Schweden und D&auml;nemark, wo schon l&auml;nger zensiert wird).<br />
Und es geht noch weiter, auch gewaltverherrlichende Inhalte und Gl&uuml;cksspielseiten sollen auf die Liste kommen. Und vielleicht auch noch radikale politische Aussagen?<br />
Dann noch ein Gesetz, das das Umgehen der Sperre unter Strafe stellt, und fertig ist das <strong>perfekte Zensurwerkzeug.</strong></p>
<p>Wir werden uns also vom Internet, wie wir es kennen, verabschieden m&uuml;ssen. Die Zukunft ist kontrolliert und zensiert und zweifelhafte Downloadquellen wird es auch nicht mehr geben. Nach fast 40 Jahren beginnen Politik, Staat und Medienindustrie, das Internet f&uuml;r sich zu entdecken.</p>
<p><small>Weitere Informationen: <a href="http://www.heise.de/ct/Die-Argumente-fuer-Kinderporno-Sperren-laufen-ins-Leere--/artikel/135867">»Verschleierungstaktik«, c&#8217;t 9/09</a></small></p>
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