Briefmarken online kaufen: Internetmarke

Ein fertiger Brief mit Internetmarke

InternetmarkeVor ziemlich genau einem Jahr habe ich StampIt Web getestet, den Onlinedienst der Post, um sich Briefmarken zu drucken. Diesen gibt es inzwischen nicht mehr — stattdessen hat jetzt der neuere Dienst »Internetmarke« das Feld übernommen.
Und das ist durchaus eine Verbesserung: während StampIt noch ziemlich umständlich war, ist mit dem neuen Dienst in kürzester Zeit ein Brief oder ein Päckchen frankiert.
Man wählt den Wert aus, gibt optional Empfänger- und Absenderadresse ein, wählt ein Papierformat und eine Bezahlmethode aus und bekommt dann ein PDF zum Ausdrucken angeboten.
Glücklicherweise funktioniert das alles nun in allen verbreiteten Browsern (StampIt hatte Probleme mit Safari); auch das PDF lässt sich nun mit jedem PDF-Reader öffnen und bei einem Fehldruck auch problemlos nochmals drucken (was leider immer noch ab und zu vorkommt, gerade bei Briefumschlägen).
Wer nicht direkt auf einen Umschlag drucken will, wählt einfach ein A4-Einlegeblatt, das perfekt für Fensterumschläge ist. Ansonsten kann auch auf einschlägige Etikettenbögen gedruckt werden.
Bezahlt wird mit einer existierenden StampIt-Portokasse oder einfach per PayPal oder Überweisung (GiroPay).

Fazit: Geht doch. Der Dienst ist super benutzbar und gut umgesetzt. Lediglich eine Marke als PNG- oder JPG-Datei würde ich mir noch wünschen, die könnte man dann direkt in der Textverarbeitung nutzen.
Positiv ist auch, dass man sich nicht extra anmelden muss, lediglich beim Bezahlen ist ein Login erforderlich.
Link: https://internetmarke.deutschepost.de/

Bundestagswahl: Die Parteiwebsites

Schon bei der Europawahl hatte ich ja über die Websites der wichtigsten Parteien geschrieben. Das wollte ich nun wieder tun, allerdings hat sich nicht sehr viel geändert – daher gibts jetzt einen Schnelldurchlauf (wollte mir sowieso angewöhnen, kürzere Postings zu schreiben…).

SPD: Web 2.0 ist angesagt. Twitter, Facebook, Flickr. Auch sonst ein moderner Auftritt, der die Ziele der SPD in den Vordergrund stellt. Auch wenn bei der SPD viel schief geht, man hat immerhin erkannt, dass Wahlkampf 2009 im Internet stattfindet.

CDU: Sieht ganz ähnlich aus wie bei der SPD. Auswirkungen der großen Koalition? Zwar wirkt die Website nicht ganz so modern wie die der SPD, große, animierte Diashows gibt es hier aber ebenso wie YouTube-Links. Konkrete politische Ziele sucht man allerdings vergebens. Vielleicht geht die CDU davon aus, dass sie sowieso niemand wählt, der im Internet surfen kann.

FDP: Hier ist ein Fortschritt im Gegensatz zur Europawahl zu verzeichnen: offenbar ist den Neoliberalen die Bundestagswahl wichtiger. Die Blog-artige Seite wirkt allerdings immer noch etwas lieblos umgesetzt. Konkrete Ziele lassen sich auch nicht finden, nur eine A-Z-Liste, die wohl niemand durchklicken wird.

Die Grünen: Der sehr gute, moderne Stil, den wir schon bei der Europawahl sahen, wurde beibehalten. Tatsächlich sieht die Website fast genau gleich aus wie schon im Mai. Konkrete Ziele lassen sich zwar auch nicht unmittelbar erkennen, sind aber zumindest leicht auffindbar. Ansonsten scheint man einiges bei der SPD-Kampagne zur Europawahl abgeguckt zu haben und führt eher einen Anti-Wahlkampf: Es wird vor allem Stimmung gegen eine mögliche CDU/FDP-Koalition gemacht.
Erwähnenswert wäre noch der Pulp-Fiction-Werbespot, der zumindest in einer gewissen Zielgruppe sicher gut ankommt.

Die Linke: Etwas weniger textlastig als noch bei der Europawahl, die Seite wirkt nicht mehr so überladen. Das Wahlprogramm ist komplett online, allerdings wird sich kaum jemand das alles durchlesen. Prägnante Zusammenfassungen wären wünschenswert, und wären eigentlich grade bei einer Partei mit populistischen Zügen zu erwarten gewesen.

Piratenpartei: Erinnert mich irgendwie immer noch an die Website eines Open-Source-Software-Projektes. Liegt wohl auch an der Existenz eines Wikis.
Bilder gibt es leider kaum, dafür sind die Ziele leicht zu finden und kurz und bündig zusammengeschrieben.

Fazit

Sollte ich rein nach dem Eindruck der Website wählen, müsste ich die SPD wählen.
Allgemein muss man aber ein Lob an die Parteien aussprechen, im Vergleich zur Europawahl wurde, wenn überhaupt etwas geändert wurde, stets eine Verbesserung erwirkt. Leider heißt das noch nicht, dass alle Parteien das Internet wirklich verstanden haben. Es heißt nur, dass sie genug Geld für eine gute, moderne Agentur haben und zumindest Berater, die ihnen nahelegten, “einen Wahlkampf in diesem Internet” zu machen. So wirklich findet dieser aber nicht statt, gegen Obama 2008 sehen sie alle alt aus.

Übrigens: Hier findet sich eine Betrachtung der Wahlplakate der Parteien, auch sehr lesenswert.

Korrekte und falsche Striche

Es dürfte wohl der typischen Standard-PC-Tastatur und dem Desinteresse der PC-Nerds der ersten Stunde geschuldet sein, dass wir heute – insbesondere im Internet – fast überall gravierende typografische Fehler zu Gesicht bekommen.

Typografie ist im weitesten Sinne alles was mit Schrift zu tun hat, und ist daher eigentlich eng mit der Orthografie verwandt. Während letztere in der Schule gelehrt wird und glücklicherweise auch in breiten Teilen der Bevölkerung akzeptiert ist und auch angewandt wird, lernt man typografische Grundregeln normalerweise erst im Zuge einer einschlägigen Ausbildung. Dabei ist die korrekte Anwendung gewisser typografischer Regeln fast genauso wichtig für eine mühelose Kommunikation in Schriftform, wie eine korrekte Orthografie. Auch ich war mir der meisten dieser Regeln bis vor einiger Zeit nicht bewusst und machte die gleichen Fehler wie die meisten. Dabei ist es gar nicht so schwierig. Den ganzen Beitrag lesen »

Europawahl 2009: Die Parteien

ee09_europabutton_de32 Parteien bzw. “politische Vereinigungen” stellen sich am 7. Juni zur Wahl für das europäische Parlament (ich berichtete). Dieses setzt sich übrigens proportional zur Größe der EU-Mitgliedsstaaten zusammen, wodurch bei bevölkerungsreichen Ländern wie Deutschland sehr viel mehr Bürger von einem einzelnen Abgeordneten repräsentiert werden. Die meisten der nationalen Parteien schließen sich auf Europaebene mit ihren jeweiligen Pendants aus den anderen Staaten zu “Europaparteien” zusammen.
Die SPD wird dadurch zur SPE, die CDU zur EVP (europäische Volkspartei), die FDP zur ELDR (“europäische liberale, demokratische und Reformpartei”), die Grünen zur EGP (“europäische grüne Partei”) und die Linke zur EL (“europäische Linke”). Die Piraten treten auf europäischer Ebene logischerweise auch gemeinsam mit denen der anderen EU-Staaten auf, schließlich verstehen sie sich ja von Beginn an als transnationale Bewegung und treten daher bei der Europawahl auch unter dem Namen ihrer Dachorganisation “PPI” (“Pirate Party International”) auf.

Jedoch ändert sich für den Wähler hierzulande nichts im Vergleich zu einer normalen Bundestagswahl – die bekannten deutschen Parteien stehen auf dem Wahlzettel und vertreten ihre üblichen Wahlprogramme.
Im Folgenden habe ich mir die Internetauftritte einiger der Parteien als wohl wichtigstes Aushängeschild angesehen. Den ganzen Beitrag lesen »

Unsere Preise schonen Ihren Geldbeutel

Ich gebe zu, ich fahre recht häufig mit der Bahn. Eigentlich jedes Wochenende. Da kaufe ich mir dann auch gerne ein Online-Ticket, das zwar den Zugbegleiter beim Kontrollieren mindestens zehnmal so lange beschäftigt wie ein Automatenticket, aber das ist ja nicht mein Problem, sollen sie eben das System verbessern. Jedenfalls – dadurch bin ich sozusagen Stammbesucher auf bahn.de. Dieser Meinung ist auch die Betaversion von Safari 4 und präsentiert mir daher schon von Anfang an immer die Bahn-Website in den Top Sites. Soweit ja alles kein Problem. Aber seit einiger Zeit sieht das so aus:
bahn_bohlenJeden Morgen glotzt mich da also der Herr Bohlen an, wenn ich meinen ersten Kaffee trinke (zu jeder anderen Tageszeit natürlich auch, aber morgens ist das besonders hart). Und jedes Mal quält mich die Frage: Warum??!
Tatsächlich ist Bohlen der neue Werbeträger der Bahn und führt so die Reihe zweifelhafter Bahnwerbung fort (“Unsere Preise schonen Ihren Geldbeutel”). Naja, wenn man das Monopol hat, gibt man sich mit der Werbung wohl einfach nicht mehr so die Mühe, siehe auch Microsoft.
Aber eigentlich wäre mir das ja egal, ich sehe sowieso kaum Fern und schon gar keine Werbung. Nur auf Bahn.de muss ich Bohlen jeden Tag sehen, grml.
Dann doch lieber wieder die schnuffige Business-Sofie.

Nachtrag:
Die Bahn hat reagiert. Inzwischen wurde Bohlen durch zwei Flaggen ausgetauscht, die für das “Europa-Spezial” werben.

Nachtrag 2:
Bohlen ist zurück, in alter Pracht.