Update verschlafen

Laut einer Pressemitteilung hat die Stadtverwaltung Lüneburg zur Zeit massive Probleme durch einen »Computerwurm der neusten Generation«. Neben Rathaus, Schulen und Bibliotheken sind auch Theater, Volkshochschule und die Versorgungsbetriebe betroffen.
Das Hamburger Abendblatt hat Informationen, wonach es sich bei dem Wurm um den berüchtigten »Conficker« handelt – und hat auch brav bei Wikipedia nachgelesen, dass dieser angeblich ab 1. April noch gefährlicher werden soll…

Sollte es sich bei dem Lüneburger Wurm tatsächlich um Conficker handeln, tat die Stadt gut daran, dies nicht in ihrer Pressemitteilung zu erwähnen – schließlich wäre das mehr als peinlich. Der böseste Windows-Wurm seit Blaster ist seit Oktober 2008 im Umlauf, die Sicherheitslücke wurde längst per Windows-Update behoben und seit Anfang des Monats gibt es sogar ein offizielles Entfernungs-Tool von Microsoft nebst einem Kopfgeld auf die Autoren von »Conficker«.
Dass die Gefahr nicht bekannt gewesen sei, kann auch nicht behauptet werden: Schließlich befiel der Wurm seit Anfang des Jahres nicht nur die Bundeswehr, sondern auch die Briten und die Franzosen.

Doch gerade im öffentlichen Dienst scheint es gang und gäbe zu sein, veraltete Windows-Maschinen im Einsatz zu haben, die weder Windows-Updates noch aktuelle Browser zu Gesicht bekommen. Größtenteils ist sogar noch der acht Jahre alte Internet-Explorer 6 im Einsatz – letzte Woche wurde von Microsoft der Nach-Nachfolger IE8 veröffentlicht.
Der Grund für diese Nachlässigkeit dürfte wohl hauptsächlich Unwissenheit, Faulheit und fehlendes Vertrauen in die User sein: wenn man es als IT-Administrator schon nicht gebacken bekommt, regelmäßige Windows-Updates vorzunehmen und einen Virenscanner aktuell zu halten, sollte man wenigstens die Anwender in die Lage versetzen, so einfache Dinge wie Updates selbst zu installieren.

Leider sind aber auch die Anwender selbst privat oft mit hoffnungslos veralteten Systemen unterwegs – viele wissen gar nicht, dass man mit wenigen Klicks und kostenlos an Updates und damit an ein sicheres und besser funktionierendes System kommt.
Wer dazu zu faul ist, hat es nicht anders verdient, als jetzt z.B. die Stadtverwaltung Lüneburg.

Also: gleich mal die Softwareaktualisierung aus dem Apple-Menü starten (belohnt wird man heute übrigens mit tollen iLife- und iWork-Updates, die sogar neue Funktionen mitbringen) bzw. für unsere Windows-Freunde das Windows-Update im Startmenü unter »Hilfe und Support« – »Den Computer mit Windows Update auf dem neuesten Stand halten« [oder ähnlich] und danach am besten gleich einstellen, dass Updates automatisch installiert werden. Wer mit Windows unterwegs ist, sollte natürlich auch an einen Virenscanner mit aktuellsten Definitionen denken, am Mac ist das bekanntermaßen nicht nötig…

Und um endlich mal die alten Browser auszurotten, beteilige ich mich jetzt auch an der Aktion Browser-Update.org.

Goodbye Computer

Nachdem meine Daten gesichert waren, machte ich mich an die Installation von SuSe 10.2. Nach einigen Hürden und sonstigen abnormalen Verhaltensweisen (beispielsweise wollte die grafische Oberfläche nach der Installation einiger Updates zunächst nicht mehr starten) hatte ich vorhin endlich mein Linux, bei dem sogar fast alles funktionierte, was sollte (lediglich mit dem Schreibzugriff auf meine Windows-Festplatte tat es sich noch schwer). Und es sah GEIL aus, muss man dazu sagen.
Aber ja, richtig, ich benutze die Vergangenheitsform. Denn plötzlich ging gar nichts mehr – und nach einem Neustart beklagte sich mein PC, dass er kein Betriebssystem finden könne. Erste Versuche, den Bootmanager zu reparieren, schlugen fehl – und nicht einmal Windows mag mehr starten.
Was für ein Glück, dass es Knoppix gibt. So kann ich zumindest ein bisschen online sein und z.B. diesen Blogeintrag schreiben.
Aber wie soll das weitergehen? Es drängt sich der Verdacht auf, dass mein Computer ein Problem hat, und nicht etwa Windows. Denn wann stürzt Linux schon ab? Da muss man ja normalerweise schon schwere Geschütze auffahren.
Ich freunde mich nun also mit dem Gedanken an, Knoppix-User zu werden. Das bedeutet entweder, dass ich jedes Mal beim Booten eine halbe Stunde für Konfiguration einplane, oder, dass mein PC nie wieder ausgeschaltet wird.
Traumhafte Aussichten.

Achja, oder hat zufällig jemand Lust, mir einen neuen PC (oder noch besser, einen neuen Mac) zu schenken? Angebote bitte in die Kommentare.

Edit:

Neuer PC, neues Glück. Oder besser gesagt: Neuer Laptop, neues Glück. Ja, richtig gelesen, ich gehöre nun auch zu dem e1337ären Kreis derer, die sich mobil ihrem Nerdtum hingeben können. Leider konnte openSuSE Linux mich auf Dauer jedoch nicht glücklich machen. Nicht nur, dass diverse Anwendungen nicht so funktionieren wollten wie sie es hätten tun sollen, und beispielsweise meine WLAN-Karte einfach nicht funken wollte – nicht einmal der Schreibzugriff auf meine NTFS-formatierten Festplatten wurde mir gewährt. So kam es, dass ich nun doch wieder Windoof als primäres System einsetzen muss. Und Linux zu Vorführzwecken verwende. Frei nach GermanBash.

Goodbye Windows

Wer erinnert sich nicht an früher, als Windows noch grau und das 56k-Modem Alltag war? Besonders im Gedächtnis geblieben sind den meisten sicher die hübschen Bluescreens, mit denen sich Windows 95 und 98 regelmäßig verabschiedete.
Mit XP wurde dieses Kernfeature von Windows etwas in den Hintergrund gedrängt – schnell war die Rede vom “stabilsten Windows aller Zeiten”.

Naja. Es hat lange gehalten, gebe ich zu. Aber in letzter Zeit beglückt mich XP immer wieder mit Retro-Feeling. Willkürliche Abstürze mit Bluescreen, Einfrieren des Bildes – das übliche eben. In sporadischer Regelmäßigkeit.

Eine Internetrecherche nach den Fehlermeldungen hat nichts ergeben – beziehungsweise alles. Mal ist nur Windows schuld, mal inkompatible Hardware, mal wird es dem Prozessor zu heiß… genauso vielseitig die Lösungsansätze: von der Neuinstallation über das Abstauben bis zum kompletten Neukauf ist alles dabei.

Da Abstauben nichts gebracht hat und ein Neukauf aufgrund akuten Mangels auf dem monetären Sektor auszuschließen war, freundete ich mich mit dem Gedanken an, mal wieder neu zu installieren.

Nur hab ich dann etwas von einem 3D-Desktop unter SuSE Linux 10.2 gehört – was mich seither nicht in Ruhe gelassen hat. Bald war die Idee geboren: Umstieg auf Linux, soweit es geht – und nur noch ein “kleines” XP für Photoshop und Spiele parallel. Da der Speicherplatz mal wieder sehr knapp war und eine meiner drei Festplatten außerdem neuerdings außerordentlich laut zu bemerken gibt, dass es sie auch noch gibt, musste eine neue her – natürlich mit viel GB (250, um genau zu sein) und S-ATA.

Angeschlossen, XP gebootet – alles kein Problem, Platte erkannt. Aufgrund von schlechten Erinnerungen in Bezug auf NTFS und Linux ein Tool runtergeladen, mit dem ich auch unter XP größere Partitionen mit FAT32 formatieren konnte – was auch ohne Absturz geklappt hat. Doch dann ging es zur Datensicherung – welche regelmäßig nach maximal zehn Minuten durch einen rüden Bluescreen unterbrochen wurde. Da ist mir eingefallen, dass ich noch ein Vista zu Testzwecken auf einer anderen Festplatte habe – gebootet und festgestellt, dass die S-ATA-Platte nicht erkannt wurde. Natürlich gibt es keinen S-ATA-Controller-Treiber für ein NForce2-Mainboard für Vista.

Einige Stunden später habe ich eine alte Treiberdiskette gefunden, die Vista unerklärlicherweise beibringen konnte, was S-ATA ist. Doch plötzlich zickt nicht nur XP rum, auch Vista bringt mir einen vertrauten Bluescreen beim Kopieren meiner Daten. Also brauche ich etwas anderes für die Datensicherung. Knoppix.

Nächstes Problem: keine Knoppix-CD mehr zur Hand, also runterladen. Nachdem XP den ersten Download bei 95% durch einen Bluescreen abgebrochen hatte, hatte ich nach zwei Stunden dann endlich das Knoppix-Image auf der Festplatte – schnell brennen, booten und ab gehts. Dachte ich. Brennen wollte allerdings gar nichts mehr. Weder die Knoppix-CD, noch die SuSE 10.2 DVD. Was macht man in einer solch ausweglosen Situation? – Richtig, man grast die ICQ-Liste ab und heult seinen Buddys die Ohren voll. Und zwar so lange, bis einer von ihnen sein Macbook schnappt und hergefahren kommt. Nach kleineren Problemen beim Brennen von ISO-Images unter OS-X hatte ich dann endlich meine Knoppix-CD und hatte wieder ein betriebsfähiges Betriebssystem. Das sich, im Vergleich zu meinen Erfahrungen zwei Versionsnummern niedriger, sehr vorteilhaft entwickelt hat. Internet hatte ich von Anfang an, und bald waren auch alle Festplatten mit Schreibzugriff eingebunden. Also munter angefangen mit Dateien kopieren. Endlich meine Datensicherung. Komisch nur diese Fehlermeldungen, mit denen das Kopieren immer wieder abbricht…

Irgendwann ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Richtig. Da war doch was. Dieser Vorteil von NTFS. FAT32 unterstützt maximal Dateien mit einer Größe von 4 GB. Ziemlich doof, wenn man DVD-Images auf der Platte liegen hat. Also Knoppix beendet, Vista gebootet und die NTFS-Formatierung gestartet. Die dauert. Lange. Mittlerweile ist es Mittwoch. Meine Kontaktlinsen wollen raus. Und ich warte. Und warte. Und blogge.

Fortsetzung folgt.

Blick aus dem Fenster – Der Vista Test

Vista LogoZugegeben, meine Erwartungen an Windows Vista waren ziemlich hoch. Sollte es doch all die tollen Features beinhalten, auf die der XP-User schon so lange wartet. Zum Beispiel die 3D-Oberfläche “Aero”. Den ganzen Beitrag lesen »