Zivildienst beim Menüdienst

Letzten Freitag hatte ich meinen letzten Arbeitstag als Zivildienstleistender. Zeit, endlich mal zu bloggen, was ich eigentlich die neun Monate gemacht habe.

Meine Dienststelle war der “Menüdienst”, also die Einrichtung, die Essen auf Rädern bereitstellt. Da denkt man gleich an den typischen Zivi-Job, nämlich Essen auszufahren. Jedoch war ich “Büro-Zivi” und als solcher ziemlich selten draußen unterwegs. Tatsächlich war es ein typischer Bürojob, wie man sich das z.B. bei Beamten vorstellt. Morgens um viertel vor Acht gehts los, um 15 Uhr ist man fertig. Und das von Montag bis Freitag. Langweilig? Nein, überhaupt nicht. In der Tat kann ich mir sehr gut vorstellen, auch später in dieser Form zu arbeiten. Das Schöne daran ist nämlich: man hat pünktlich Feierabend, und den kann man frei gestalten, ohne einen Gedanken an den Job zu verschwenden.
Außerdem hatte ich das Glück, wirklich sehr nette Kollegen zu haben, mit denen es immer viel zu Lachen gab. Den ganzen Beitrag lesen »

Zivi-Schulung…

Nun habe ich die Hälfte meiner Zivischulung hinter mir. Wie es ist?
Langweilig. Die Inhalte könnten locker an drei statt fünf Tagen durchgenommen werden.
WLAN gibt es leider nicht – aus Sicherheitsgründen… ich kann also nur per EDGE kabellos online gehen (in Bodelshausen ist UMTS natürlich noch nicht angekommen). Das ist ansich ganz okay, nur ist leider meine 5MB-Datenflatrate für diesen Monat schon aufgebraucht. Jetzt kostet mich jedes Folge-MB sage und schreibe 3 Euro. Daher sitze ich jetzt hier in dem kleinen Computerraum, leider Windows. Nachdem der erste PC nach ein paar Minuten abgestürzt ist, habe ich jetzt einen vor mir, der immerhin einen aktuellen Internet-Explorer hat. Trotzdem: kein WLAN geht echt gar nicht.
(Und das MacBook an das Kabel zu hängen ist leider auch nicht möglich.)
Immerhin gibt es Bier. Und die Vorfreude auf Freitag.

Bodelshausen

BodelshausenMorgen früh mache ich mich auf den Weg nach Bodelshausen – beziehungsweise zur dort ansässigen Zivildienstschule. Der Einführungslehrgang gehört für jeden Zivildienstleistenden zum Pflichtprogramm.
Was mich dort genau erwartet, weiß ich leider noch nicht. Hoffentlich gibt es eine anständige WLAN-Infrastruktur.
Das MacBook geht jedenfalls mal mit. Sollte ich mich nicht mehr melden, gibt es kein Internet :(
Ansonsten werde ich vielleicht gegen Mitte der Woche schreiben, wie es ist.

Meine Verweigerung

Möchte man den Kriegsdienst verweigern, muss man sich zwar heute nicht mehr persönlich rechtfertigen, es wird aber eine ausführliche schriftliche Begründung verlangt, die erklären soll, warum man es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, Kriegsdienst zu leisten. Ist man religiös, ist das gar nicht so schwierig. Da ich das aber bekanntermaßen nicht bin, musste ich andere Gründe finden.
Es folgt die komplette Begründung meiner Verweigerung, die vielleicht auch anderen als Beispiel für ihre eigene Verweigerung dienen kann.
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Zivildienst

Wie einige sicher wissen, leiste ich zur Zeit meinen Zivildienst ab. Aus diesem Grund habe ich entschieden, hier in meinem Blog eine kleine Zivildienst-Serie zu starten, in der ich von meinen Erfahrungen und Erlebnissen berichte.

Zuerst einige allgemeine Gedanken zum Zivildienst: Für mich stand der Kriegsdienst bei der Bundeswehr nie zur Debatte. Auch den Zivildienst betrachte ich als Ungerechtigkeit gegenüber dem männlichen Teil der Bevölkerung – ganz unabhängig von der Notwendigkeit der Zivildienstleistenden für soziale Einrichtungen. Es kann einfach nicht sein, dass man aufgrund seines Geschlechts dazu gezwungen wird, entweder Töten zu lernen oder neun Monate zu arbeiten. Mir ist keine Zivildienststelle bekannt, die nicht von einer Frau genauso besetzt werden könnte wie von einem Mann. Warum also diese Ungerechtigkeit? Entweder für niemanden Zivildienst oder – besser – für alle. Im Zuge dessen könnte man dann auch gleich den Kriegsdienst abschaffen…
Jedenfalls betrachte ich den Zivildienst in der derzeitigen Form zwar als potentielle Chance, einen Einblick in das Berufsleben zu bekommen, aber dennoch als ungerecht und nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Daher versuchte ich auch, möglichst weder Kriegs- noch Zivildienst leisten zu müssen. Und die Chancen dafür standen gar nicht schlecht… Den ganzen Beitrag lesen »